Wien/Apa/Juk. Sommer, Sonne, leere Strände? Die Krise vermiest Italiens Tourismusbranche heuer gehörig die Saison.
Vor allem die italienischen Urlauber, die einen Gutteil der Gäste stellen, müssen sparen. Sie leiden nicht nur unter der Rezession, sondern auch unter hohen Treibstoffpreisen. So wollen 31 Prozent der Italiener gänzlich auf ihren Urlaub verzichten. 35 Prozent planen, statt ins Hotel zu Familienangehörigen oder Freunden zu fahren, um Geld zu sparen. Besonders betroffen ist die Toskana. Im stärksten Tourismusmonat August war in den Vorjahren kein Hotelzimmer mehr zu bekommen. Nun locken dort verzweifelte Hoteliers mit Sonderangeboten.
Die Umsätze dürften sich in der laufenden Saison um mehr als ein Fünftel verringern, schätzt der Hotelverband Federalberghi. Dies gelte jedoch für eine Branche, die als erste zu einem wirtschaftlichen Aufschwung beitragen sollte. Die Österreicher bleiben ihrem beliebtesten Urlaubsland indes treu, wie ein Rundruf der „Presse“ ergab. 1,8 Millionen Österreicher verbrachten laut Statistik Austria ihren Urlaub zuletzt im südlichen Nachbarland. 2012 werden es wohl fünf Prozent mehr sein, schätzt Josef Peterleithner, Präsident des Reisebüroverbandes. Das Verkehrsbüro (Ruefa Reisen) geht davon aus, dass das Vorjahresniveau zumindest gehalten wird.
Reisen auf Pump nimmt zu
Auch 34 Prozent der Italiener sprechen sich für mindestens eine Woche Sommerurlaub aus. Was nicht heißen muss, dass sie sich diesen leisten können. 24 Mio. Euro haben italienische Finanzinstitute im ersten Halbjahr 2012 an Krediten für Reisen vergeben, 40 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2011.
4100 Euro wurden pro Kopf gestattet, geht aus einer Analyse der Finanzgruppe Prestiti.it hervor. Als Garantie würden Lohnzettel mit einem Durchschnittseinkommen von 1300 Euro hinterlegt.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.08.2012)
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