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Briten fühlen sich von den USA verfolgt

10.08.2012 | 18:27 |   (Die Presse)

Nachdem sich die US-Justiz drei englische Banken vorknöpfte, ist von einer „Hexenjagd“ die Rede.

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Wien/Weber. In Großbritannien wächst der Unmut darüber, dass die US-Justiz seit Kurzem hart gegen britische Geldhäuser vorgeht. Finanzminister George Osborne soll innerhalb von zwei Tagen drei Mal mit seinem Amtskollegen Timothy Geithner telefoniert haben. Ein Regierungsvertreter sagte der „Financial Times“: „Das Schatzamt findet, dass Regeln nicht gebrochen werden sollten, aber wir sind besorgt darüber, wie unerwartet diese Vorwürfe kamen.“

Als Erstes hatte Barclays büßen müssen: Wegen der Libor-Trickserei bekam sie eine Geldstrafe von einer halbe Milliarde Dollar aufgebrummt. Dann war die HSBC dran. In einem scharf formulierten Bericht warf ihr der US-Senat vor, unter anderem mexikanischen Drogenbaronen bei der Geldwäsche geholfen zu haben. Und jetzt Standard Chartered. Ihr werden illegale Geschäfte mit dem Iran zur Last gelegt.

Die Briten befürchten, dass die Affären den Finanzplatz London beschädigen. Boris Johnson, der Bürgermeister von London, sprach bereits von einer „Hexenjagd“. Dass sich nun der Finanzminister in die Sache einschaltet, zeigt, wie ernst es auch der Regierung ist. Als Antwort soll das US-Finanzministerium in einem Brief an die Briten noch einmal jene Regeln dargelegt haben, an die sich Banken halten müssen, die in den USA tätig sind.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.08.2012)

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