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Monti: Konzerne vor feindlichen Übernahmen schützen

11.08.2012 | 10:55 |   (DiePresse.com)

Die italienische Regierung will das letzte Wort haben, wenn strategisch wichtige Unternehmen akquiriert werden. Das soll vor "gravierender Gefahr" für das Land schützen.

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Italiens Premier Monti setzt sich zum Schutz strategischer italienischer Unternehmen vor feindlichen Übernahmen ein. Der Ministerrat hat beschlossen, eine Liste von strategisch relevanten Staatskonzernen im Bereich Verteidigung und nationale Sicherheit zu verfassen, die vor ausländischen Akquisitionen geschützt werden sollen. Die Regierung soll eine "Golden Share" an diesen Konzernen übernehmen, dank der sie das letzte Wort im Fall von Akquisitionen hat.

Das Kabinett soll eingreifen können, wenn eine "gravierende Gefahr" für wesentliche Interessen im Bereich Verteidigung und nationale Sicherheit bestehen, beschloss der Ministerrat. Der Premier kann seine "Sonderkompetenzen" ausüben, indem bestimmte Bedingungen für den Erwerb von Beteiligungen durch andere Unternehmen festgelegt werden. Außerdem kann sich die Regierung gegen den Erwerb von Beteiligungen in einer Höhe wehren, die die Interessen der strategisch relevanten Unternehmen gefährdet. Diesbezüglich können Quoten festgelegt werden, die externe Konzerne beim Erwerb von Aktienpaketen nicht überschreiten dürfen.

Rüstungskonzern schützen

Das Dekret muss jetzt vom Staatsrat und von den im Parlament zuständigen Kommissionen überprüft werden. Mit der "Golden Share" will die Regierung Monti unter anderem relevante Konzerne wie das Rüstungskonzern Finmeccanica und seine Töchter schützen, die wegen ihres Know-how und ihrer Technologie im Ausland besonders begehrt sind.

In den vergangenen Monaten sind mehrere italienische Unternehmen in ausländische Hände geraten, was große Sorge in Italiens Industriekreisen ausgelöst hatte. Allerdings hatte es sich bisher nicht um strategisch relevante Konzerne gehandelt. Finanzstarke chinesische Gruppen profitieren von der schwierigen Konjunktur, um krisengeschüttelte Unternehmen zu Schleuderpreisen zu erwerben.

Das letzte "Opfer" des chinesischen Feldzugs in Italien ist die bekannte Jeans-Marke Sixty, die bisher im Besitz der renommierten Gruppe "Miss Sixty ed Energie" stand. Sie wurde zuletzt von der asiatischen Investmentgesellschaft Crescent Hyde Park erworben. Auch der namhafte Luxusyacht-Hersteller Ferretti ist unter chinesische Kontrolle geraten. Für 400 Millionen Euro erwarb der chinesische Baumaschinenhersteller Shandong Heavy Industry die Mehrheit des hoch verschuldeten Ferretti-Konzerns.

(APA)

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6 Kommentare
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Ausverkauf Europas

Der Ausverkauf Europas hat längst begonnen. Europa ist zu teuer, zu schwerfällig, zu perspektivlos und zu feministiert, um gegen die globale Konkurrenz zu bestehen. Wie die Sowietunion vor 20 jahren geht auch das europäische Modell dem Ende entgegen. Der absurde sozialistische Wohlfahrtsstaat - nichts anders als die staatlich organisierte Enteignung des produktiven Teiles der Bevölkerung - hat den jungen Menschen jede Motivation, Eigeninitiative und Schaffungskraft genommen. Die Nachkriegsgeneration hat das Sozialsystem über jede Gebühr schamlos für sich ausgebeutet und den Kindern und Enkel nichts als unbewältigbare Schulden hinterlassen. Dies treibt die Resignation der Jungen Generation noch weiter nach unten, schlechte Bildung und falsche Wertsetzung tuen ihr übriges.
Das europäische System geht wirtschaftlich dem Ende zu, politisch ist es schon lange dort. Die letzten Werte werden ausverkauft, danach kommt Nationalismus, Provinzialismus, Armut und Rezession.

Gast: Fprester
11.08.2012 15:55
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Eigentlich sinnvoll...

Die USA praktizieren diese Praktiken schon lange, ebenso Frankreich und viele andere Staaten auch. Von beiden Staaten sind wir es gewohnt, dass sie Wasser predigen und Wein trinken. Oder anders ausgedrückt: Die eigenen Interessen gehen vor!

Allerdings: ist das eigentlich so falsch? Ich denke nein. Dann sollte man aber auch den Mut haben, die völlige Deregulierung generell in Frage zu stellen. Man muss sich im klaren sein, dass der Verlust an strategischen Unternehmen (was zählt alles dazu?) auch die Eigenständigkeit von Staaten in Frage stellen kann und Erpressungen ermöglicht. Ein Beispiel liefert der Energiebereich. Länderübergreifende Konzerne können auch ihre Steuerlast "optimieren" und Entlassungen im jeweiligen Ausland können mit einem Federstrich vorgenommen werden. Im Inland ist dies viel schwieriger möglich.

Was die Deregulierung bewirken kann, sieht man ja auch bei den Kapitalbewegungen oder den Leistungsbilanzungleichgewichten. In beiden Fällen wird der Ruf nach regulatorischen Massnmahmen zunehmen resp. ist bereits im Gange.

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Re: Eigentlich sinnvoll...

Eigentlich nicht sinnvoll. Sie können übrigens auch von amerikanischen Firmen so viele Aktien kaufen wie sie wollen. Auch die Chinesen. Nicht sinnvoll deshalb weil Konzerne Eigenkapital vom Kapitalmarkt brauchen. Derartige Regelungen beschränken den Zugang massiv was mittelfristig ein Wettbewerbsnachteil ist.

Den freien Markt predigen...

.. und die Staatswirtschaft praktizieren.
Gleichzeitig einen maximalen Lebensstandard genießen.
Das alle geht nur solange, als irgend wer auf der Welt (die Chinesen und Deutschen) umso mehr schuftet und damit die Italiener finanziert.

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Ja, damals im gelobten Land ...

... gab es die Planwirtschaft und alles war verstaatlicht. Und vor allem: das ZK konnte tun und lassen, was es will. Das würde den Hintermännern der EUdSSR halt auch so gut gefallen. Zwischen die "Elite" der Kommunisten und jener der Kapitalisten paßt kein Blatt Seidenpapier.

So dachte man vor der EU-Seuche - eigentlich

sinnvoll. Aber dann kam eben die Ansteckung.
(alle EU-Jargon)

Hobbyökonom