Wien/Ag. Günstige Studentenwohnungen, billige Hotels – und alles ausgestattet im dazupassenden Design. Das schwedische Möbelhaus Ikea will sich künftig die vier Wände für sein Interieur selbst bauen. Inter Ikea, eine Tochtergesellschaft, wird vor allem für Studenten und Billigtouristen maßgeschneiderten Wohnraum errichten. Das bestätigte der Inter-Ikea-Manager Harald Müller dem deutschen Branchenblatt „Immobilien Zeitung“.
Konzentrieren will sich Ikea vorerst auf Universitätsstädte in Westeuropa. So werde derzeit in Deutschland nach passenden Grundstücken gesucht. Er hoffe, demnächst eine Vereinbarung zu erzielen, wird Müller zitiert. Ob Ikea auch in Österreich Immobilienprojekte in Planung hat, ist vorerst nicht bekannt.
Etwas konkreter sind hingegen die Pläne in London. Dort will der schwedische Konzern in der Nähe des Olympiaparks gleich einen neuen Stadtteil entwickeln. Auf einem brachliegenden Industrieareal sollen 1000 Wohnungen, Büros, ein Hotel und Geschäfte entstehen. Generell hält Inter Ikea in Großstädten Ausschau nach frei werdenden Flächen, in der Nähe von Verkehrsknotenpunkten – etwa Bahnhöfen.
15 Quadratmeter für Studenten
Die Devise bei den Studentenwohnungen lautet „Klein, aber fein“. Man habe vor, „ein intelligentes Einrichtungssystem“ zu entwickeln, um Zimmer für unterschiedliche Funktionen zu nutzen, sagte Müller. Unter dem Markennamen „Ulito“ sollen 500 bis 700 Wohneinheiten in mehreren Gebäuden entstehen. Jede Wohnung sei 15,5Quadratmeter groß und hochwertig ausgestattet, verriet Müller.
„Jeder, der schon einmal bei Ikea war, weiß, dass man auf solchen Flächen enorm viel Raum schaffen kann“, sagte der Manager der Fachzeitschrift. Die Höhe der Miete würde sich an jenen anderer Studentenheime in den jeweiligen Städten orientieren. Über die Größe der Hotelzimmer ließ sich der Manager hingegen vorerst nichts entlocken. Mit den Budgetdesignhotels sei man in einem sehr frühen Entwicklungsstadium. Inter Ikea suche „in allen wichtigen deutschen Städten“ Grundstücke ab einer Fläche von 2500 Quadratmetern, bestätigte Harald Müller.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.08.2012)
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