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Fertighaus und Bier statt Billy-Regal

12.08.2012 | 18:34 |   (Die Presse)

Ikea. Möbel und Haushaltswaren sind für den schwedischen Konzern schon lange nicht mehr alles. Er baut Fertighäuser, Fernsehgeräte und braut sein eigenes Ikea-Bier.

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Wien/Red. Seit Jahren beschränkt sich Ikea nicht mehr nur auf seine mittlerweile knapp 340 Einrichtungshäuser in 40 Ländern. Zwar erwirtschaften diese nach wie vor den Großteil des Umsatzes: 24,7 Mrd. Euro waren es im vergangenen Jahr. Aber Ikea baut nicht mehr nur Regale zusammen, sondern auch ganze Häuser. In Skandinavien sind die Fertighäuser aus Schweden längst gang und gäbe, seit 1996 gibt es sie dort. Über England gelangten sie im vergangenen Jahr auch nach Mitteleuropa.

Doch in Deutschland hatte der Hausfrieden schnell ein Ende. Dort sah sich Ikea-Tochter Boklok (heißt übersetzt „Lebe klug“) mit massiver Kritik von Konsumentenschützern konfrontiert. Die Stiftung Warentest kritisierte nicht nur die Bausubstanz. Von schlechtem Schallschutz und unzureichender Isolierung war die Rede. Vor allem die Verträge, die Ikea den Kunden unterbreitete, ließen die Konsumentenschützer auf die Barrikaden steigen.

So sahen diese etwa eine viel zu lange Bindung an einen Energieversorger vor. In die Wände könne man indes nicht einmal einen Nagel einschlagen, monierte Stiftung Warentest. Die Vorwürfe wurden von der Ikea-Tochter zwar umgehend zurückgewiesen. Trotzdem: Der Wirbel war alles andere als verkaufsfördernd.


Haus plus Ikea-Gutschein

Doch am Ende zählt der Preis. Und je nach Standort und Größe kostet ein Ikea-Fertighaus in Deutschland zwischen 180.000 und 280.000 Euro. Im Kaufpreis inbegriffen: Ein 1000-Euro-Gutschein von Ikea.

Weltweit beschäftigt der Ikea-Konzern 131.000 Menschen. Im vergangenen Jahr haben nach Angaben des Unternehmens 655 Millionen Menschen eines der Einrichtungshäuser besucht. In einigen Ländern findet man dort nicht nur Möbel, Geschirr und Mandeltorte, sondern auch Bier.

„Öl Mörk Lager“ gibt es vorerst in elf Ländern – darunter Großbritannien, Italien und Ungarn. Es ist ein dunkles Bier in dunkler Flasche mit dem bekannten Firmenlogo. In der Schweiz schenkt das Möbelhaus übrigens auch helles Bier aus, es nennt sich dort „Öl Ljus Lager“.

Seit kurzem befinden sich auch Fernsehgeräte im Ikea-Sortiment. Wer sich für den Einbauschrank „Uppleva“ entscheidet, erhält diesen auf Wunsch auch samt Glotze.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.08.2012)

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3 Kommentare

Nix gegen Ikea

Schön und gut, dass ein solches Geschäft sich immer weiter verbreitet und spezialisiert. Es würde mich interessieren, wie die Häuser ausschauen.

Und ganz ehrlich, nix gegen Ikea, aber ich find, dass die gute alte Kunst der Tischlerei nicht untergehen sollte. Man soll nicht vergessen, dass man Möbel auch handgefertigt haben kann. Von der eigenen Hand zum Beispiel, wenn man übers nötige Werkzeug verfügt, eine Hammer-Kombi reicht da schon komplett aus!

Antworten Gast: MarleneSera
18.09.2012 11:13
0 0

für alles das Richtige wählen

"Von der eigenen Hand zum Beispiel, wenn man übers nötige Werkzeug verfügt, eine Hammer-Kombi reicht da schon komplett aus! "

Stimme dem vollkommen und vollständig zu. Gerade wenn man mehrere Zimmer oder halt größere Häuser zum Einrichten hat, lohnt es sich, sich eine eigene "Tischlerei" einzurichten, und natürlich auch dementsprechende Kurse zu besuchen, damit die Möbel danach auch nach etwas aussehen.

Antworten Gast: ThomasDrenen
22.08.2012 22:10
0 0

Re: Nix gegen Ikea

Dem kann ich mal so zustimmen. Für die Studentenbude ist IKEA der Hit und ich sehe es bei meinen Kindern.
Man kann günstig eine Wohnung einrichten und schön sind die meisten Sachen auch. Natürlich muss man eben auch gewisse Dinge in Kauf nehmen, so kann man sich nicht die Sachen individuell auf die eigene Wohnung anpassen und dazu ist es eben Uniform wie die Klamotten bei H&M.
Ich hab erst spät begonnen mich mit dem Thema auseinander zu setzen aber jetzt im höheren Alter und den oben genannten Kindern außer Haus haben wir mittlerweile mehr Platz und mehr Möglichkeiten um auch die Gerätschaften ins Haus zu holen mit denen wir jetzt unsere eigenen Möbel bauen und das Haus damit neu gestalten. Top Sache und ein guter und schöner Zeitvertreib!

Hobbyökonom