Wien/Red. Seit Jahren beschränkt sich Ikea nicht mehr nur auf seine mittlerweile knapp 340 Einrichtungshäuser in 40 Ländern. Zwar erwirtschaften diese nach wie vor den Großteil des Umsatzes: 24,7 Mrd. Euro waren es im vergangenen Jahr. Aber Ikea baut nicht mehr nur Regale zusammen, sondern auch ganze Häuser. In Skandinavien sind die Fertighäuser aus Schweden längst gang und gäbe, seit 1996 gibt es sie dort. Über England gelangten sie im vergangenen Jahr auch nach Mitteleuropa.
Doch in Deutschland hatte der Hausfrieden schnell ein Ende. Dort sah sich Ikea-Tochter Boklok (heißt übersetzt „Lebe klug“) mit massiver Kritik von Konsumentenschützern konfrontiert. Die Stiftung Warentest kritisierte nicht nur die Bausubstanz. Von schlechtem Schallschutz und unzureichender Isolierung war die Rede. Vor allem die Verträge, die Ikea den Kunden unterbreitete, ließen die Konsumentenschützer auf die Barrikaden steigen.
So sahen diese etwa eine viel zu lange Bindung an einen Energieversorger vor. In die Wände könne man indes nicht einmal einen Nagel einschlagen, monierte Stiftung Warentest. Die Vorwürfe wurden von der Ikea-Tochter zwar umgehend zurückgewiesen. Trotzdem: Der Wirbel war alles andere als verkaufsfördernd.
Haus plus Ikea-Gutschein
Doch am Ende zählt der Preis. Und je nach Standort und Größe kostet ein Ikea-Fertighaus in Deutschland zwischen 180.000 und 280.000 Euro. Im Kaufpreis inbegriffen: Ein 1000-Euro-Gutschein von Ikea.
Weltweit beschäftigt der Ikea-Konzern 131.000 Menschen. Im vergangenen Jahr haben nach Angaben des Unternehmens 655 Millionen Menschen eines der Einrichtungshäuser besucht. In einigen Ländern findet man dort nicht nur Möbel, Geschirr und Mandeltorte, sondern auch Bier.
„Öl Mörk Lager“ gibt es vorerst in elf Ländern – darunter Großbritannien, Italien und Ungarn. Es ist ein dunkles Bier in dunkler Flasche mit dem bekannten Firmenlogo. In der Schweiz schenkt das Möbelhaus übrigens auch helles Bier aus, es nennt sich dort „Öl Ljus Lager“.
Seit kurzem befinden sich auch Fernsehgeräte im Ikea-Sortiment. Wer sich für den Einbauschrank „Uppleva“ entscheidet, erhält diesen auf Wunsch auch samt Glotze.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.08.2012)
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