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Deutsche Konzerne melden trotz Eurokrise Umsatzrekord

16.08.2012 | 08:56 |   (Die Presse)

Die Wirtschaft in der Eurozone schrumpft. Doch die 30 Unternehmen, die im DAX notieren, präsentieren sich noch immer in bester Verfassung.

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Wien/Ag. Trotz immer noch ungelöster Schuldenkrise präsentieren sich die 30 Unternehmen, die im deutschen Leitindex DAX notieren, in bester Verfassung. Im zweiten Quartal verbuchten sie Umsätze von zusammen 312 Mrd. Euro – so viel hatten sie vorher noch nie in einem zweiten Quartal eingenommen. Das geht aus einer Studie des Beratungsunternehmens Ernst & Young hervor, die am Mittwoch veröffentlicht wurde.

Während die Umsätze um neun Prozent gegenüber dem Vorjahr anstiegen, kletterten die Vorsteuergewinne gar um zwölf Prozent auf 27,5 Mrd. Euro. „Die DAX-Unternehmen zeigen sich zum großen Teil in guter bis hervorragender Form“, sagte Thomas Harms, Partner bei Ernst & Young. „Die schwache Konjunkturentwicklung in Südeuropa konnte ihnen bisher nur wenig anhaben.“

Am Dienstag hat das EU-Statistikamt Eurostat bekannt gegeben, dass die Eurozone immer noch in einer Rezession steckt. In den 17 Ländern schrumpfte die Wirtschaftsleistung von April bis Juni um 0,2 Prozent, nachdem sie in den ersten drei Monaten des Jahres stagniert hatte. Von einer Rezession ist die Rede, wenn das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwei Quartale nacheinander abnimmt oder unverändert bleibt. Schon im Schlussquartal 2011 war die Wirtschaft in der Eurozone um 0,3 Prozent geschrumpft.

Rezession auch in Österreich?

Österreich und Deutschland konnten sich von der Entwicklung abkoppeln. Hierzulande bremste sich das Wachstum allerdings von 0,5 Prozent im ersten Quartal auf 0,2 Prozent ein. Angesichts der Rezession im Euroraum könne die Lage in Österreich aber als relativ gut bezeichnet werden, betonten die Experten des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo). Auch Deutschland konnte sich mit einem Wachstum von 0,3 Prozent noch knapp behaupten. Im Zeitraum Juli bis September rechnen Fachleute jedoch mit einem weiteren Einknicken der Wirtschaft und einem Minus in beiden Ländern.

In Südeuropa ist die Lage schon jetzt deutlich düsterer. Spanien verbuchte im zweiten Quartal einen Rückgang von 0,4 Prozent, Italien einen von 0,7 Prozent. Dort schrumpfte die Wirtschaft bereits das vierte Quartal in Folge. Die spanische Wirtschaft schrumpft seit einem Dreivierteljahr.

Umso erstaunlicher scheint es, dass keines der exportorientierten DAX-Unternehmen im vergangenen Jahr einen Verlust schrieb. Den höchsten Gewinn erzielte Volkswagen (3,3 Mrd. Euro), gefolgt von Allianz und dem Konkurrenten BMW. Harms zufolge profitieren die Großkonzerne dabei von ihrer globalen Aufstellung. So gelänge es ihnen recht gut, sich von der negativen Stimmung in Europa abzukoppeln.

Schwacher Euro gut für Export

Außerdem profitieren sie von einem schwachen Euro. Für die Exporteure – auch jene in Österreich – kommt dies genau zur richtigen Zeit. Auf den Wachstumsmärkten in Asien, den Golfstaaten und in Lateinamerika, aber auch in den USA werden ihre Produkte dadurch leistbarer. „Das gibt neue Impulse“, sagte Volker Treier, Chef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). Solange die Europäische Zentralbank ihre Leitzinsen nicht anhebt, dürfte sich daran nicht viel ändern. Auch Investitionen aus Übersee werden so attraktiver.

Risken lauern jedoch an jeder Ecke. So birgt die expansive Politik der EZB die Gefahr einer Inflation – viele Waren des täglichen Bedarfs wie Benzin liefern trotz niedriger offizieller Inflationsraten einen ersten Vorgeschmack darauf. Auch aus dem Finanzsystem kommen weiterhin unangenehme Nachrichten. Nach Berechnungen der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers schlummern in den Bilanzen europäischer Banken faule Kredite in Höhe von über einer Billion Euro. Darunter versteht man Verbindlichkeiten, die nicht mehr getilgt werden können oder nicht rechtzeitig. Betroffen sind vor allem die Banken in den Südländern.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.08.2012)

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4 Kommentare
1 0

profitieren die Großkonzerne dabei von ihrer globalen Aufstellung

Geld wird außerhalb der Eurozone verdient und innerhalb wird es verpulvert!

Die Banker sollten sich nicht so wichtig nehmen

Eine Finanzkrise ist nicht ganz optimal, aber einem deutschen Konzern kümmert das nicht.

1. haben die ihre eigenen Institute "im Bauch", da können die anderen schon krachen gehen
2. Geld haben die Konzerne eh nur in der Portokasse. Jeder Bestand wird sofort in Investments umgewandelt, damit die Gruppe so gut wie möglich dasteht. Wenns nicht so ist, wird der Finanzvorstand gefeuert.
3. die Krise liefert den Konzerne sehr günstige Refinanzierungsmöglichkeiten, die sie nutzen, damit sie aus effizentere Produktionen aufbauen können. Wenn das Geld wertlos wird, dann ist die neue Produktion noch billiger geworden.
4. den Großen ist es wurscht in welcher Währung sie ihre Geschäfte abwickeln. Und wenn es Muscheln sind, das interne Computerssystem macht das schon.
5. die Deutschen produzieren Produkte, die jeder braucht/auf die niemand mehr verzichten will, oder die eigene Produktion besser macht. Diese Teile haben immer Konjunktur.
6. effiziente Produktionen mit wenigen Arbeitnehmern sind die beste Absicherung gegen Krisen.

2 Konsequenzen:
- Das Sudern "wir haben eine Krise, gebt uns Unterstützung" ist nur der Versuch ein wenig Körberlgeld zu machen. Wenns jetzt einen erwischt, dann wäre das auch in der Hochkonjunktur passiert.
- Die Banken sind in dem Geschehen auswechselbare Helfer, die halt auch mitschneiden, aber genauso nötig wie eine Laus im Pelz sind (stört nicht, aber wenn sie nicht da ist, dann ists besser).

Gast: Hemingway
16.08.2012 06:31
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Aha, Umsatzrekord, daher hohe Bonis für die verantwortlichen Manager. Wer's glaubt, wird selig....


Gast: dejam
15.08.2012 21:42
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