Wien/Hamburg/Ag. Der Autohersteller Opel denkt über Kurzarbeit nach. Die Geschäftsleitung verhandle mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft IG Metall über Kurzarbeit und Arbeitszeitverkürzung, sagte ein Sprecher in Deutschland. Ergebnisse seien in Kürze zu erwarten.
Betroffen dürfte jedenfalls das Stammwerk im deutschen Rüsselsheim sein. 14.000 Mitarbeiter sind dort beschäftigt – 3500 von ihnen sind in der Produktion tätig. Sie fertigen das Topmodell Insignia und den Opel Astra. Wie das Unternehmen die Arbeitszeit der Verwaltungsmitarbeiter einschränken kann, ist im Moment noch unklar. Gerüchteweise geht es auch um die 2500 Mitarbeiter des Komponentenwerks im deutschen Kaiserslautern.
EU-15: Autoabsatz sinkt um acht Prozent
Der Autoindustrie bricht zurzeit in Europa der Absatz weg. Opel leidet besonders unter dem Einbruch. So stapeln sich in den Höfen des Autobauers reihenweise fertig gebaute, aber unverkaufte Autos. Im zweiten Quartal verzeichnete die GM-Tochter einen Verlust von 361 Mio. Euro.
Doch auch Ford, Fiat und Peugeot-Citroën können ihre Werke nicht auslasten. Laut dem deutschen Verband der Automobilindustrie (VDA) wurden im Juli in Westeuropa (die 15 EU-Länder vor der Osterweiterung und drei Efta-Staaten) 912.700 Pkw neu registriert. Das sind um 7,6 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Vor allem in den Staaten Südeuropas, die besonders unter der Schuldenkrise leiden, bleiben die Händler auf ihren Wagen sitzen. In Spanien schrumpfte der Absatz um 17 Prozent, in Italien um 21 Prozent.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.08.2012)
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