Frankfurt/Es/Ag. Es wäre der erste Streik des Kabinenpersonals seit Bestehen der Lufthansa. Doch die Streiklust ist hoch. Denn das letzte Angebot des Lufthansa-Managements im Tarifkonflikt sei inakzeptabel. „Das war kein Angebot, das war ein Forderungskatalog“, erzürnte sich Nicoley Baublies von der UFO, der Unabhängigen Flugbegleiter-Organisation, am Freitag. Das einzige Entgegenkommen sei die Zusicherung, dass die Arbeitsplätze erhalten blieben. In Aussicht gestellt wurde auch eine geringfügig erhöhte Beteiligung des Personals am operativen Gewinn. Dem würden aber inakzeptable Forderungen gegenüberstehen wie Abstriche zwischen 15 und 20 Prozent bei den Gehältern. Die Lufthansa will Anfang nächster Woche das Angebot nachbessern.
„Kein positiver Abschluss“
Bis spätestens Mittwoch will die UFO dann eine Entscheidung treffen, ob gestreikt werde oder nicht. „So wie es jetzt aussieht, wird es zu keinem positiven Abschluss kommen“, sagte Baublies. Enttäuscht zeigte man sich bei der UFO auch darüber, dass man sich widerspruchslos auf eine konzerneigene Billigfluglinie mit ungünstigeren Tarifbestimmungen einstellen müsse, zu der mindestens 2000 Arbeitsplätze verlagert werden sollen. In der nächsten Verhandlungsrunde dürfe es ausschließlich um die Tarif-Frage gehen, sonst drohe der Gewerkschaft eine Klage des Arbeitgebers. Ebenfalls ein Streitpunkt sei der zunehmende Einsatz von geleastem Personal.
Die Lufthansa hat, wie ihre Branchenkollegen, mit sinkenden Erträgen zu kämpfen, wenngleich sich im zweiten Quartal ein leichter Aufwärtstrend zeigte. Es wurde ein operativer Gewinn in der Höhe von 361 Mio. Euro erzielt, womit nach dem ersten Halbjahr 20 Mio. Euro Verlust eingeflogen wurden. Vor allem die Restrukurierung der Tochter Austrian Airlines (AUA) wirkte sich positiv auf die Bilanz der Lufthansa aus.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.08.2012)
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