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Greenpeace fordert sofortiges E10-Verbot

18.08.2012 | 09:34 |   (DiePresse.com)

Umweltverbände unterstützen den deutschen Entwicklungsminister bei seiner Forderung nach einer Abschaffung des Biosprits

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Die Umweltorganisation Greenpeace fordert wegen der hohen Getreidepreise ein sofortiges Aus für den Biosprit E10 in Deutschland. "Angesichts der weltweiten Getreideknappheit macht so ein Schritt Sinn", sagte Greenpeace-Agrarexperte Martin Hofstetter der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) ist für einen E10-Stopp.

Hofstetter betonte, in Deutschland werde jährlich aus etwa 1,5 Millionen Tonnen Getreide Ethanol hergestellt. Zusätzlich importiere Deutschland rund die Hälfte des eingesetzten Ethanols aus dem Ausland. "Insofern entlastet tatsächlich ein E10-Verbot den Getreidemarkt", sagte Hofstetter. Die Diskussion über einen E10-Stopp war von Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) ausgelöst worden.

Richtungsweisende Entscheidung

Hofstetter betonte, ein E10-Stopp könne richtungsweisend auch für andere Länder mit Ethanolerzeugung sein, allein in den USA würden 40 Prozent der Maisproduktion im Tank landen. "Wir haben es beim Getreide mit einem vollständig globalisierten Markt zu tun."

Die Vorräte an Getreide seien laut Weltgetreiderat in den vergangenen Jahren drastisch geschmolzen, von 175 Millionen Tonnen 2010 auf aktuell nur noch etwa 100 Millionen Tonnen. "Weltweit aber werden inzwischen 150 Millionen Tonnen Getreide jährlich zu Ethanol verarbeitet." Gäbe es also die Ethanolerzeugung nicht, wären die Getreidelager sehr gut gefüllt und es gäbe keine Knappheit.

Das Hauptproblem in Deutschland sei die Beimischungsregelung. "Die Kraftstoffproduzenten müssen hohe Strafabgaben zahlen, wenn sie die staatlich vorgegebenen Biokraftstoffquoten nicht erreichen und machen daher sogar an den Tankstellen E10 billiger als Normalbenzin, obwohl sie Agrosprit beim Einkauf viel mehr kostet als fossiler Kraftstoff", sagte der Greenpeace-Experte. "Das ist ein Irrsinn, den die Autofahrer über insgesamt höhere Preise zahlen müssen."

Stattdessen sparsamere Autos

Als Alternative zum Biosprit fordert Greenpeace strengere CO2-Grenzwerte und sparsamere Autos. "Technisch ist es heute doch längst möglich, den Spritverbrauch drastisch zu senken. Allein es fehlt an der Umsetzung bei der Autoindustrie", kritisierte Hofstetter. Gerade deutsche Autobauer setzten immer noch auf viel zu schwere, übermotorisierte Modelle.

"Daher muss jetzt die EU endlich scharfe Grenzwerte für den Flottenverbrauch vorschreiben. Und dass es in Deutschland immer noch kein vernünftiges Tempolimit gibt, ist natürlich auch ein Ding aus dem Tollhaus und der Lobbyarbeit der Autoindustrie zu verdanken", betonte der Greenpeace-Experte.

(APA/dpa)

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6 Kommentare
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ERSTENS

kann man der Autoindustrie nur sehr bedingt die Schuld geben.
Wer entscheidet, ob er einen A4 1,6 TDI oder einen 2,7 TSFI kauft? Audi?

Und: Solange Alkohol aus Nahrungsmitteln hergestellt wird, ist die Beimischung ein Verbrechen!

Gast: b754
18.08.2012 18:46
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Zweischneidiges Schwert ....

".. wären die Getreidelager sehr gut gefüllt und es gäbe keine Knappheit .." und die Preise wären im Keller. Wer bleibt auf der Strecke? Richtig - die Bauern .... werden Sie gefördert wird Ihnen das vorgeworfen .. versuchen die Bauern was jeder Unternehmer macht (mangelndes Unternehmertum ist ja ein steter Vorwurf) nämlich das zu produzieren und zu vermarkten womit sie überleben können wird die moralische Keule geschwungen ....
Jeder will gute Lebensmittel - aber keiner will für die Qualität bezahlen ...

Vom Ansatz her haben sie Recht

Allerdings nehmen die Bauern in unserem Wirtschaftssystem keine eindeutig definierbare Position ein und das ist das Problem daran.
Sollen wir sie als Unternehmer sehen?
Dann gehören zuallererst sämtliche Förderungen gestrichen, jegliche Importbeschränkung zum Beispiel für südamerikanisches Fleisch, aufgehoben. Und dann sollen sie marktgerecht als freie Unternehmer agieren.
Oder sollen wir sie als staatlich geförderte Strukturerhalter sehen?
Dann haben sei kein Recht ihre Preis- und Produktpolitik selbst zu bestimmen. Der Steuerzahler muß sie am Leben erhalten und staatliche Gesetze haben dafür Sorge zu tragen dass die Preise für Lebensmittel auf einem für alle leistbaren Niveau bleiben.
Aber einerseits am Fördertropf hängen und gleichzeitig über staatliche Reglementierungen jammern, das geht natürlich nicht!

Re: Vom Ansatz her haben sie Recht

Staatliche Förderung für Bauern ist Kommunismus!

Nur freie Bauern können ehrlich ohne staatliche Bevormundung in freier Marktwirtschaft arbeiten und auch gutes Geld verdienen.

Das staatlich geförderte Abmähen von Almwiesen mit der Sense durch Bergbauern,

um im ständigen Kampf mit der Umwelt

die Wiederwaldung der Alpen zu verhindern,

ist einerseits ökonomischer,aber auch

ökologischer Unsinn,

denn alpine Berg-Urwälder

sind naturnäher als grausliche Schipisten,

brauchen auch keine Landschaftspfleger

und der für manche Bauern profitable Urlaub am Bergbauernhof

mit Massen-Tourismus

und

dementsprechender Umwelt-Zerstörung

sollte möglichst bald beendet werden.

Endlich kommt Greenpeace

auch zur Vernunft gegen diesen Bio-Sprit-Öko-Wahn der deutschen Grüninnen!

Aber der WWF macht immer noch Geschäfte mit der Palmöl-Lobby in Indonesien.

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Re: Endlich kommt Greenpeace

Und die österreichischen Grüninnen?

Ach ja, die fahren mit dem Radl, fordern neue Parkgebühren in Wien und in NÖ kosmopolitische PArksstrafen für die Wiener.

Hobbyökonom