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EZB: Fixe Zinsgrenzen mit Druckerpresse verteidigen

19.08.2012 | 18:22 |   (Die Presse)

Bis hierhin und nicht weiter: Die EZB überlegt, Anleihen von Eurostaaten ab einer gewissen Zinsgrenze zu kaufen. Weil dies dem Anwerfen der Notenpresse entspräche, ist der deutsche Finanzminister dagegen.

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Wien/Red. Hat die Europäische Zentralbank (EZB) eine neue Idee im Kampf gegen die europäische Schuldenkrise? Laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ planen die EZB-Notenbanker bei künftigen Anleihekäufen die Festlegung von Zinsschwellen für jedes Euroland. So würde sie Staatspapiere von Krisenländern ab einem gewissen Risikoaufschlag kaufen. Also immer dann, wenn deren Zinsen einen bestimmten Aufschlag auf die Renditen deutscher Bundesanleihen überschreiten. Für andere Anleger ein Signal, welches Zinsniveau die EZB für angemessen hält.

Deutsche Staatsanleihen gelten als „sicherer Hafen“ und damit als Maßstab für das übrige Europa. Das mit hohen Zinsen kämpfende Spanien verlangte den konsequenten Aufkauf von Staatsanleihen. „Es darf keine Grenze gesetzt werden oder zumindest darf die EZB nicht sagen, wie viel sie einsetzen will oder für wie lange“, wenn sie Bonds auf dem Sekundärmarkt aufkaufe, sagte Wirtschaftsminister Luis de Guindos am Samstag der Nachrichtenagentur EFE.

 

„Problem mit Drogen lösen“

Die Festlegung einer Zinsgrenze soll Spekulation gegen Eurostaaten verhindern, weil sie eine Botschaftsendet: Wir, die EZB, sind bereit, unsere Notenpresse einzusetzen, um eine Zinsobergrenze zu verteidigen. Theoretisch könnte die EZB unendlich viel Geld drucken, um Spanien und Italien vor zu hohen Risikoaufschlägen zu schützen.

Die Idee des uneingeschränkten Einsatzes der Notenpresse ist aber nicht ganz neu. Danach verlangen Politiker aus den Südländern immer wieder. In Deutschland gibt es aus Inflationsängsten jedoch Widerstand dagegen, auch wenn sich mit Wolfgang Kubicki nun erstmals auch ein FDP-Politiker dafür aussprach (und gegen die Parteilinie stellte). Die Staatsfinanzierung durch die Druckerpresse ist der EZB zudem verboten.

Der deutsche Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble warnte vor einer Finanzierung von Staatsschulden durch die EZB. „Wenn wir das einmal machen, dann werden wir nicht mehr aufhören. Das ist, als fange man an, seine Probleme mit Drogen zu lösen“, sagte Schäuble in Berlin. Laut „Spiegel“ will das EZB-Direktorium erst bei der nächsten Sitzung Anfang September darüber entscheiden, ob die Zinsobergrenze tatsächlich eingeführt wird. Der EZB-Chef Mario Draghi hatte vor zwei Wochen aufhorchen lassen, als er ankündigte, „alles“ tun zu wollen, um den Euro zu schützen. Bei der letzten EZB-Zinssitzung hat er seine Worte dann präzisiert: Die EZB könne sich vorstellen, weitere Anleihen zu kaufen. Aber nur von Ländern, die offiziell unter einem der EU-Rettungsschirme sind und sich dessen Auflagen unterworfen haben. Weder Spanien noch Italien sind bisher offiziell unter dem Rettungsschirm.

 

EZB verspricht mehr Transparenz

Bei zukünftigen Anleihekäufen soll jedenfalls mehr Transparenz herrschen als bisher. In Zukunft will die EZB für jedes Land bekannt geben, in welchem Volumen sie dessen Anleihen vom Markt genommen habe. Diese Angaben sollen unmittelbar nach den Ankäufen veröffentlicht werden. Bislang hat die EZB stets nur montags bekannt gemacht, wie viel Geld sie für Ankäufe in der Vorwoche insgesamt ausgegeben hat.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.08.2012)

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6 Kommentare
Gast: Bänkster
20.08.2012 12:26
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Alles FARCE

siehe Target II und jüngste ELA-Gelddruckerei der griechischen Notenbank.....

die Frage ist längst nicht mehr OB, sondern nur noch WIE die Druckerpresse Geld aus dem Nichts schafft und in den Süden zum Club Med schickt...

Alles Farce - daher bleibt nur noch Gold als harte Währung.

das ist nichts anderes als preiskontrollen

zins ist der preis des kredits und spiegelt das risiko wider, wie hoch die ausfallswahrscheinlichkeit ist

diese marktinterventionen werden laender zum schuldenmachen animieren, weil der negative incentive zuviel schulden zu haben und ein schlechter kreditnehmer zu sein damit ausfaellt

ich kann euch aber bereits jetzt sagen, dass das nicht funktionieren wird. ein land kann sich nicht in die prosperitaet drucken, ein kontinent ebensowenig.
das haben schon zig laender in der geschichte probiert, in den unterschiedlichsten epochen der geschichte.

das einzige, was diese aktion ausloesen wird ist massive geldmengenausweitung und damit einhergehende preisinflation = diebstahl der kaufkraft eines volks

Das Anwerfen der Druckerpresse bedeutet hohe Inflation

Gegenüber dem Forint hat der Euro seit Jahresbeginn rund 13 % verloren, wobei anzumerken ist, dass Ungarn als Kandidat für IWF-Notkredite gehandelt wird. Daraus ist ableitbar, wie weich der Euro bereits geworden ist.

Kommt es jetzt zum GREXIT, da sich Griechenland nicht an die Vereinbarungen hält?

http://www.meinbezirk.at/schoenkirchen-reyersdorf/wirtschaft/grexit-folgen-fuer-oesterreich-d237908.html

Gast: Bärenfalle...
19.08.2012 19:26
0 0

Herrliche Zeiten für Gold und Silber.

Nächstes Jahr in diesem Kino.

10000 Lira .. pardon Euro für ein Eiskugerl.

Ja was haben wir früher im Italienurlaub immer gelacht.


Antworten Gast: Urlauber
19.08.2012 21:41
0 0

Re: Herrliche Zeiten für Gold und Silber.

:-) Ja, es dauert wohl nicht mehr lang, dann können wir im Urlaub wieder die Nuller auf den Geldscheinen zählen...

Re: Re: Herrliche Zeiten für Gold und Silber.

und im nächsten Urlaub dann die Nuller streichen...

Hobbyökonom