Berlin/jps/APA/Reuters. Der Stellenwert der Freizeit als absolute Ruhezeit nimmt ab. Immer öfter arbeiten die Deutschen in der Nacht oder am Wochenende. Das geht aus dem Bericht „Qualität der Arbeit 2012“ des Statistischen Bundesamtes hervor, der am Montag präsentiert wurde.
Jeder Vierte arbeitet am Samstag, 1996 war es jeder Fünfte. 9,6 Prozent der Beschäftigten arbeiten in der Nacht, ein deutlicher Anstieg (1996: 6,8 Prozent). Wer einen Vollzeitjob hat, arbeitet in Deutschland im Schnitt 40,7 Stunden pro Woche, in Österreich 41,8. Der EU-Schnitt beträgt 40,4 Stunden, Schlusslicht ist Dänemark (37,7). Der Durchschnitt stieg seit 1996 um 40 Minuten.
Der flexiblere Arbeitsmarkt hat den Einstieg ins Berufsleben verändert: Junge Erwerbstätige beginnen ihr Arbeitsleben heute mit weniger Beschäftigungssicherheit, erklärten die Statistiker. Der Anteil der 25- bis 34-jährigen Erwerbstätigen mit einem befristeten Arbeitsvertrag hat sich binnen 15 Jahren von zehn auf 19 Prozent fast verdoppelt. Vor allem Berufseinsteiger und Stellenwechsler beginnen häufig mit einem befristeten Vertrag. 40 Prozent derjenigen, die 2011 erst seit weniger als zwölf Monaten bei ihrem aktuellen Arbeitgeber tätig waren, hatten einen befristeten Arbeitsvertrag.
Wenig verändert haben sich die großen Unterschiede zwischen Männern und Frauen am Jobmarkt. So verdienten Frauen 2011 – ohne Berücksichtigung der geschlechtsspezifischen Unterschiede bei Beruf und Branche – durchschnittlich 23 Prozent weniger als Männer. Ihr Anteil an Führungspositionen stieg von 27 auf rund 30 Prozent. Mehr als acht von zehn Teilzeitbeschäftigten in Deutschland waren 2011 Frauen.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.08.2012)
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