Wien/jps. Der finnische Handyhersteller Nokia will seine Länder neu gruppieren. Der Standort Wien soll im Zuge dessen seine Funktion als Zentrale für Osteuropa an Budapest abtreten. Österreich wird künftig zur Westregion gezählt, denn „da gehört es ja auch hin“, sagte Nokia-Österreich-Sprecherin Alma Mautner am Montag im Gespräch mit der „Presse“. Die Westregion wird direkt aus Finnland betreut.
Den auf „Futurezone.at“ kolportierten Abbau von 30 bis 60 Stellen wollte Mautner nicht kommentieren: „Wir geben grundsätzlich keine Stellungnahmen zu Mitarbeiterzahlen ab.“ Im Zuge der Restrukturierung würde Wien, das derzeit „von A bis Z alles macht“, sicher schrumpfen. In welchem Ausmaß sei zum jetzigen Zeitpunkt aber noch völlig unklar. Ebenso wie die Frage, welche Bereiche in Wien bleiben und was nach Budapest kommt. Davon sei auch abhängig, wie viele Mitarbeiter man nach Budapest, das derzeit den Status einer „ländlichen Dependance“ habe, lotsen könne. „Versucht wird das auf jeden Fall.“ Man werde Wien aber keinesfalls völlig herunterfahren.
Bisher war Wien für Nokia ein Brückenkopf nach Südosteuropa. „Nokia Alps South East Europe“ betreute von Wien aus neben Österreich noch die Schweiz, Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Griechenland, Zypern, Israel, Bulgarien, Serbien, Montenegro, Mazedonien, Kosovo und Albanien. Im November 2011 hatte der ins Trudeln gekommene Handykonzern seine Absicht angekündigt, weltweit 17.000 Arbeitsplätze abzubauen. Ziel war es, das Unternehmen aus der Verlustzone zu holen und wettbewerbsfähiger zu machen.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.08.2012)
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