23.05.2013 21:42 Merkliste 0

Steuerhinterziehung in Griechenland blüht

21.08.2012 | 15:02 |   (DiePresse.com)

Im Rahmen einer Großfahndung kontrollierten griechische Steuerfahnder 4067 Betriebe und wurden bei mehr als der Hälfte fündig. Auf Hydra protestierten Bürger gegen eine Festnahme.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Im Kampf gegen die Schuldenkrise geht Griechenland schärfer gegen Steuersünder vor. Der Aufwand lohnt sich: In mehr als der Hälfte (55,7 Prozent) der in den vergangenen Wochen kontrollierten Tavernen, Bars und Andenkengeschäfte wurden die Steuerfahnder fündig. Das teilte die griechische Fahndungsbehörde am Dienstag mit. Die Beamten überprüften innerhalb von fünf Wochen 4067 Firmen und stellten 31.237 Unregelmäßigkeiten fest.

Die Lage habe sich verschlimmert, heißt es. Im gleichen Zeitraum vergangenen Jahres hatten die Steuerfahnder in 53 Prozent der kontrollierten Geschäfte Steuerhinterziehung aufgedeckt. Zahlreiche Unternehmer gaben den Behördenangaben zufolge überhaupt keine Quittungen aus. Sie kassierten zwar die Umsatzsteuer, steckten sie aber in die eigene Tasche.

Bürgerprotest gegen Festnahme

Weil er keine Rechnungen ausgestellt haben soll, wurde am Samstag auf der Insel Hydra ein Restaurantmitarbeiter festgenommen. Daraufhin umstellten protestierende Bürger das Kommissariat, in das der Angestellte gebracht worden war. Sie verlangten seine Freilassung. Ihnen gelang es zudem, die Strom- und Wasserversorgung des Gebäudes lahmzulegen. Angesichts des Protests wurden Anti-Aufruhr-Einheiten auf die Insel geschickt. Der mutmaßlichen Steuersünders wurde daraufhin nach Athen gebracht.

(APA/AFP)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

36 Kommentare
 
12
0 0

NIcht nur auf den Inseln...

Die jetzt zwecks PR vor neuen Milliarden-Ansprüchen an die Euro-Zahler ausgeschjckten griechischen Steuerfahnder brauchen nur den Sekretär (?) eines östererichischen Ministers fragen, der vor kurzer Zeit in Athen in einem Viersterne-Hotels eine Rechnung über 800 Euro für die Abend-Bewirtung von Gästen seines Chefs haben wollte! Bis um halb zwei Uhr früh musste der gute Mann herum streiten und den Hoteldirektor aus dem Bett holen lassen - bis er endlich die Quittung für die geschäftliche Abendkonsumation bekam.

Da bräuchten auch die Troika-Schönfärbebeauftragten sich gar nicht von ihren griechischen "Partnern" einladen lassen - sondern einmal selbst gegen Quittung ihre Bar- und Restaurantrechnungen bezahlen...Das wäre für die ein prtiswerter Erkenntnisgewinn über die griechische Realität.

0 0

Re: NIcht nur auf den Inseln...

Jüngst tauchte in Deutschland eine Statistik auf, wonach in Griechenland die niedrigste (!) Steuerquote am BIP von allen Euro-Staaten ist. 34 Prozent, so niedrig wie der Schweiz - in Österrteich 50 Prozent!
Nur: In der Schjweiz resultiert diese durch eine extrem sparsame Verwaltung - in Griehcneland indem eben die Steuern mit Billigung der Politk seit Jahrzehnten einfach nicht eingehoben werden. Und auch jüngst nur zwecks Augenauswischerei vor neuen Milliarden-"Rettungsschirmen" versprochen wurden.
Griechenland und die wechselnden PolitikerInnen haben seit 2008 so gut wie keine der versprochenen und Form halber in Gesetze tranferierten Auflagen, Verträge und Vereinbarungen durchgeführt. Und denken auch nicht daran es je zu tun. Ihr bisheriges Verhalten und das Abmelken der Euro-Zahlerstaaten hat sich als Erfolgsrepzept bestätigt und wird deshalb halbjährich mit neuen Wortspenden prolongiert...

Gast: harakiri
22.08.2012 10:23
3 1

das ist ja wohl der Gipfel

der Verlogenheit, so als gäbs im Land der Töchtersöhne das nicht.

0 0

Re: das ist ja wohl der Gipfel

Na ja, die Österreichische Wirtschaft besteht wirklich nicht nur aus der Landwirtschafgt, die, so meinte einmal der Ex-Finanzminister Lacina, "eine flächendeckende Steuerfreizone" ist. Die Beschäftigten allein in den gut zahlenden Betrieben von Magna-Stronach in der Steiermark zahlen mehr an Einkommen(Lohn-)Steuer wie die gesamte steirische Landwirtschaft, groß bis klein, zusammen, die Hackler im voestalpine-KOnzern mehr als die gesamte östererichische Landwirtschaft. Und dazu natürlich auch noch die privatisierten Unternehmen recht saftig Körperschagftssteuern in dreistelliger Millionenhöhe!


Gast: Herbert Fux
22.08.2012 10:18
0 1

Als obs in Österreich anders wäre.

und am schlimmsten sind die Ärzte.

Antworten Gast: sehnerv
22.08.2012 11:16
0 0

Re: Als obs in Österreich anders wäre.

und wie kommen Sie da drauf? Die meisten Privatpatienten haben eine Zusatzversicherung und brauchen eine Rechnung, da sonst keine Rückerstattung erfolgt. Und bei Krankenkassapatienten erübrigt sich die Diskussion sowieso.

Antworten Antworten Gast: MisterDoc
22.08.2012 11:30
0 0

Re: Re: Als obs in Österreich anders wäre.

Haha, als Krankenkassenpatient zahle ich sehr wohl für manche Leistung, die halt nicht von der KK übernommen wird. Dieses Geld wird von den Ärzten sehr gerne ohne Beleg genommen.

Antworten Antworten Antworten Gast: Lang lebe der Neid!
24.08.2012 11:13
0 0

Re: Re: Re: Als obs in Österreich anders wäre.


Die Ärzte sollen gefälligst 24/7 erreichbar sein, aber gefälligst für ein Minimalgehalt. "Gott mög abhüten", daß sie ihre Arbeitsleistung vielleicht auch adäquat bezahlt haben möchten

Gast: Rosenresli
22.08.2012 09:52
3 0

Die Griechen haben keine Ahnung von sauberer Finanzpolitik

Es hat doch wohl nichts mit "Einsparungen" zu tun, wenn die Griechen ihre Steuern einheben.
Ich bin wirklich nicht dafür, ein Land der EU verkommen zu lassen. Aber ich denke, Griechenland braucht nich nur Geld, Griechenland braucht vor allem das Knowhow, wie man ein Land vernünftig regiert.
Es ist wie in der Schule. Die Dümmsten lassen sich nicht beraten, deswegen sind sie so dumm.

0 0

Re: Die Griechen haben keine Ahnung von sauberer Finanzpolitik

na dann verborgen wir unsere Regierung - samt Viele Kuh - und alles wird gut.

Gast: Rosi Hotzenplotz
22.08.2012 09:31
1 5

Dampfplauderer

Jene, die die Griechen nur beschimpfen und ein Ende der Geldflüsse fordern - weil die Griechen ja schon soviel erhalten haben (schon einmal darüber nachgedacht, dass das Geld auf direktem Weg zu uns zurück gekommen ist und wir eigentlich davon profitieren?) und weil die Griechen so deppert sind und uns braves Völkchen tyrannisieren, haben genau GAR NICHTS verstanden und sind offensichtlich "Überschriftenleser", deren Kenntnisse nicht über den Tellerrand hinaus reichen. Auch Österreich war schon einmal in der Situation und musste gerettet werden...wie auch immer: den Mund nicht so voll nehmen!

Antworten Gast: Hubertus
22.08.2012 09:56
1 0

Re: Dampfplauderer

Es ist immer wieder erfrischend zu sehen, welch schlichter gemüter sich in den Foren tummeln. Selbst verständlich mußte Österreich gerettet werden. Das war aber nach einem Weltkrieg und der MarshallPlan stellte österreich relativ geringe Mittel und zwar als Hilfe zur Selbsthilfe zur verfügung. Diese Geld bleib auch nicht in österreich, es wurde zum Ankauf von lebensmitteln und Maschinen zur Modernisierung der österr. Wirtschaft verwendet. Und Griechenland? Es hat ein Vielfaches der seinerzeitigen Wirtschaftshilfe von der EU erhalten. Griechenland hat 2008 keine Krieg verloren. Und sie haben das geschenkte(von der EU) und geborgte (von allen anderen)Geld verprasst. Und solchen Defraudanten soll man solidarisch helfen? Ich glaube Ihre Kenntnisse reichen nicht nur nicht über den Tellerrand. Sie haben keine.

Re: Dampfplauderer

Das man sich informieren sollte ist vollkommen richtig und trifft wohl auch auf ihren Beitrag zu. Griechenland hat ein sogenanntes "Primärdefizit" d. h. auch wenn für Zins- u. Schuldentilgung kein einziger Euro aufgewendet wird ist immer noch ein Defizit von 1 % des BIP vorhanden und das Land auf Kredite angewiesen. Ich fahre seit 1988 fast immer nach Griechenland auf Urlaub (kein all in etc.) und schätze Land und Leute sehr. Aber auch in diesem Jahr habe ich die Miete für mein Steinhaus (EUR 1.147) bar bezahlt und auch bei den sonstigen Einkäufen kaum einen Beleg bekommen.

Antworten Gast: verinus
22.08.2012 09:46
0 0

Re: Dampfplauderer

der unterschied ist aber, dass die steuermoral in Ö sehr hoch ist- den griechen ist ihr land sie nicht amal so viel wert, dass sie sich an die steuergesetzgebung halten würden- und denen soll unser steuergeld geschickt werden? ich glaub nicht!

0 0

Re: Re: Dampfplauderer

Im Gegenteil, sie flüchten, groß wie klein, mit zusammen Jahr für Jahr Milliarden Euro ins Ausland - und was sagt dazu die Regierung? Nichts! Weil die geamte Politikerkaste, von ganz links (PASOK) bis rechts (ND) und weiter nur ein Prinzip hat: Wer nicht den Staat bestiehlt, bestiehlt seine Familie.

Die griechischen Banken investierten natürlich nicht in grtiechische Staatsanleihen oder gar reale Investitionen - sondern "investierten" sich zu den größten ausländischen "Investoren" von Bulgarien bis Albanien. Und verschoben Milliarden in die Schweiz, Luxemburg und nach Frankreich (!).

Gast: gertrudenora
22.08.2012 08:22
3 0

Wir sind die Deppen

Deppen, weil wir uns in eine Situation begeben, in der wir uns über die mangelhafte Verwaltung von Griechenland einmischen - sollen die machen was sie wollen, was geht uns das an? Hören wir auf ihnen unser Geld in den Rachen zu werden, dann sind sie frei, weiter Steuern zu hinterziehen, und wir verzehren uns nicht mehr, etwas hinterherzulaufen, was wir weder kontrollieren können noch wo wir eigentlich ein Recht haben, das zu kontrollieren.

Gast: Wasserlaeufer
22.08.2012 06:35
1 1

Wenn die Touristen alles ueber Credit oder Debit Karte

bezahlen muessten hoerte sich die ganze Steuerschnalzerei auf, weil dann wuerde
die Steuer eben gleich aufs Konto des Finanzamtes
ueberwiesen werden und nicht erst aufs Konto der Steuerschnalzer.

Ausserdem koennten sich dann Viele
nicht ihre Schwarzgelder in Luxusurlauben
verpulvern ohne verdaechtig zu werden.

Re: Wenn die Touristen alles ueber Credit oder Debit Karte

Sie wollen GR-Touristen zu einer bestimmten Zahlungsart zwangsverpflichten?
Warum nur Touristen?
Warum nur Griechenland?

Freu mich schon auf die Heulerei, wenn man grundsätzlich alles und überall nur noch mit Karte zahlen müsste. Schön, dass Sie auch gleich die Begründung für die Notwendigkeit der eigenen Überwachung mitliefern.
Sie werden sehen, die Zahlung mit Karte ist viel "sicherer" für uns alle.

Antworten Gast: Ein Ätzer
22.08.2012 09:55
1 0

Re: Wenn die Touristen alles ueber Credit oder Debit Karte

Also ich möchte nicht, daß sich alCIAda nur deshalb an mir vergeht, weil ich zur selben Zeit im selben Cafè des Athener Flughafens einen Kaffee neben einem Araber bezahlt habe.

Die Griechen müssen so wie wir lernen Gesetze zu achten.

Wir können sie bei der Mehrwertsteuerentrichtung unterstützen, indem wir einen Rechnung verlangen.

Den Allmachtsphatasien der krankhaft paranoiden Staatsterroristen von alCIAda will ich mich so wenig wie möglich ausliefern.

die Lage hat sich verschlimmert ???

sie war schlimm und wird sich nicht bessern ! Ob jetzt 53 % oder 55% keine Steuern zahlen ist schon egal.
ES REICHT ! KEINEN CENT mehr aus EUROPA

Gast: Hydra
21.08.2012 20:58
4 0

Nicht nur abschreiben

Die Insel Hydra hat 2.700 Einwohner. Die Besonderheit: es gibt auf der Insel keine Autos, keine Hotels, Leuchtreklame ist verboten, Plastikstühle auch, Satelitenschüsseln und Antennen detto, Diskotheken ebenfalls verboten - die Insulaner haben sehr bewußt auf alles verzichtet, obwohl ihnen sehr viel Geld geboten wurde - und obwohl sie auf touristische Einnahmen verzichtet haben oder gerade deshalb - die Immobilienpreise auf Hydra liegen ganz oben.

Und diese Leute, die sich nicht für Geld kaufen haben lassen, und ihre Ursprünglichkeit behalten haben, müssen jetzt als Beispiel für griechische Korruption herhalten? Ein wenig Recherche wär nicht schlecht!

Bei den 22.000 Delikten auf Hydra handelt es sich um nicht ausgestellte Rechnungen.

Erhalten sie im Gasthaus immer eine Rechnung?

Antworten Gast: Hubertus
22.08.2012 09:49
0 0

Re: Nicht nur abschreiben

Das ist schon richtig. Aber der Unterschied zu österreich ist der, daß ich nicht verlange, daß die Griechen meine Schulden zahlen.

Antworten Gast: Wasserlaeufer
22.08.2012 07:10
1 0

Re: Nicht nur abschreiben

"Brauchns a Rechnung"?

Diese Frage laedt schon zur Mittaeterschaft ein.

Man muesst halt eben auch Konsumenten bestrafen wenn sie ohne entsprechender Rechnung ein Geschaeft oder eine Bar verlassen.

Wo ich zur Zeit lebe gibts fuer ALLES einen
winzigen Beleg ca. 3 cm mal 4 cm.
Fuer groessere Betraege eben eine Auflistung sonst geht da garnichts.
Es gibt auch in jedem Geschaeft Nummernrollen damit die Kunden
in der Reihenfolge ihrer Ankunft bedient werden.

Es geht alles, wenn man nur will.

Warum die Griechen das als Zumutung
empfinden liegt eben in deren Fakelaki-Menthalitaet die man ihnen eben nur schwer austreiben kann.

"Vertrauen is Gut
aber Kontrolle ist besser"
sagte schon der Herr Blank:

http://www.sueddeutsche.de/kultur/verschwoerungstheorien-lenin-und-sein-juedischer-urgrossvater-1.1065462


1 0

Re: Nicht nur abschreiben

in Italien interessanterweise schon. Bei wirklich jedem Kauf eine "ricevuta fiscale"

Re: Re: Nicht nur abschreiben

Und? Geht es dadurch den Italienern besser?

Erhalten sie im Gasthaus immer eine Rechnung?

Falls Sie diesen Kassabon-Wisch auch als solche akzeptieren, ja. Ohne Witz, ist tatsächlich so.

 
12

Hobbyökonom