In China wandern immer mehr Bauern in die Städte ab. Angesichts dieser Entwicklung warnt eine Studie vor gefährlichen Einkommensunterschieden im ländlichen Raum. Die Ungleichheit zwischen Bauern und jenen, die sich als Arbeitsmigranten in den Städten verdingen, steige rasch, warnt das Zentrum für chinesische ländliche Studien. Arbeitsmigranten in Städten verdienen demnach doppelt so viel wie Bauern, die weiter ihr Land bestellen.
Der Gini-Koeffizient, der zur Messung der Ungleichheit verwendet wird, liege für die ländliche Bevölkerung bei 0,3949 und drohe damit das "gefährliche Niveau" von 0,40 zu erreichen, hieß es. Der Gini-Koeffizient reicht von null für vollständige Gleichheit, bis eins für vollständige Ungleichheit. Die wachsende soziale Ungleichheit ist für die kommunistische Regierung in China ein hochsensibles Thema. Die Behörden haben seit Jahren keine Angaben mehr zum Gini-Koeffizienten für das gesamte Land veröffentlicht.
Obwohl die mehr als 200 Millionen Arbeitsmigranten die meiste Zeit in den Städten leben, bleiben sie auf dem Land gemeldet. Angesichts der steigenden Einkommen der Arbeitsmigranten steigt das Durchschnittseinkommen der Landbevölkerung insgesamt - im vergangenen Jahr um mehr als 14 Prozent auf rund 38.900 Yuan (4970 Euro). Der stellvertretende Leiter des Zentrums, Deng Dacai, sagte laut Xinhua, der Gini-Koeffizient für ganz China liege wahrscheinlich "deutlich" über 0,40. In Deutschland lag er 2010 bei 0,29.
(APA/AFP)
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