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Japans Exporte: "Abwärtstempo ist erschreckend"

22.08.2012 | 13:12 |   (DiePresse.com)

Die Euro-Krise und Chinas schrumpfendes Wirtschaftswachstum wirken sich negativ auf Japans Exporte aus. Die Ausfuhren gingen um 5,2 Prozent stärker zurück als erwartet.

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Die Euro-Krise und das geringere Wachstumstempo in China bremsen Japans Exportwirtschaft aus. Die Ausfuhren brachen im Juli im Vergleich zum Vorjahr um 8,1 Prozent ein. Experten erwartete ein Minus von 2,9 Prozent. Die Exporte in die von Rezessionssorgen geplagte Euro-Zone sacken zum Vorjahr sogar um mehr als ein Viertel ab. Einen solchen Einbruch hat es seit Oktober 2009 - also rund ein Jahr nach dem Ausbruch der Weltfinanzkrise - nicht mehr gegeben. "Das Abwärtstempo ist erschreckend. Die Lage erinnert an die Zeit nach der Lehman-Pleite", sagte Ökonom Masayuki Kichikawa von Bank of America Merrill Lynch.

Die enttäuschenden Zahlen nähren Sorgen, dass die ohnehin fragile Erholung nach der Tsunami-Katastrophe 2011 ins Stocken geraten könnte. Auch Handelspartner China kann die von der flauen Nachfrage aus Europa gerissenen Lücke nicht schließen. Die Ausfuhren in das Reich der Mitte sanken um fast zwölf Prozent - das größte Minus binnen fünf Monaten. In die USA liefern japanische Firmen zwar 4,7 Prozent mehr Waren als im vergangenen Jahr, doch lässt das Wachstum der Exporte in die größte Volkswirtschaft der Welt bereits seit drei Monaten nach.

Wachstum lässt auch im Inland nach

Die Importe stiegen im Juli um 2,1 Prozent. Experten hatten ein Plus von 3,1 Prozent erwartet. Das Handelsbilanzdefizit betrug im Juli 517,4 Milliarden Yen (5,2 Milliarden Euro). Die enttäuschenden Daten der Exportwirtschaft sind für die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt besonders alarmierend. Auch im Inland werden die Wachstumsimpulse der Wiederaufbauprogramme nach der Bebenkatastrophe von 2011 immer schwächer.

Im Frühjahr hatte Nippons Wirtschaft nur um 0,3 Prozent zugelegt. Experten erwarten, dass sich das Wachstum in der zweiten Jahreshälfte noch weiter abschwächen wird. Auch die Stärke der Landeswährung Yen macht den Exporteuren das Leben schwer. Der Autobauer Nissan klagt, der Währungseffekt haben den operativen Gewinn im zweiten Quartal um 25,7 Milliarden Yen geschmälert.

(APA/ Reuters)

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3 Kommentare
Gast: Fprester
23.08.2012 08:53
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Leistungsbilanzausgleich wird kommen

Die Exporte Japans gehen unter anderem wegen der Eurokrise zurück. Das ist nur logisch. Auch innerhalb der Eurozone wird der gleiche Effekt à la longue Deutschland treffen. Man kann nicht Leistungsbilanzüberschüsse auf Dauer haben. Solchen Leistungsbilanzüberschüssen stehen ja immer Länder gegenüber, die ein Leistungsbilanzminus aufweisen. Und das geht nicht auf Dauer. Wenn man also Griechenland u.a. zwingt, ihre Leistungsbilanzmanki zurück zu fahren, so bedeutet dies auf der anderen Seite eine Reduktion der Überschüsse, beispielsweise eben in Deutschland.

Bei diesem Ausgleichsprozess stehen wir erst am Anfang. Ich in gespannt, wann Frankreich hier aufzumucken beginnt. Erste Anzeichen sind da. Frankreich wird wohl kaum zuschauen, wie seine Wirtschaft zunehmend unter Druck gerät un Arbeitslätze verloren gehen, weil deren Wettbewerbsfähigkeit etwa gegenüber Deutschland abnimmt. Diese Spannungen werden für den Euro weit gefährlicher sein als die Schuldkrise. Realistischerweise sehe ich keinen anderen Weg als die Rückkehr zu nationalen Währungen und die dadurch (wieder) mögliche Anpassung der Wechselkurse.

Gast: Fprester
23.08.2012 08:41
1 0

Zurück zur Autarkie

Viele Probleme, mit denen wir heute wirtschaftlich kämpfen, sind auf die Gobalisierung zurück zu führen. Pointiert formuliert: Wenn irgendwo am andere Ende der Welt ein Reissack umfällt, spürt man dies am nächsten Morgen überall. Für mich besteht ein wesentlicher Lösungsansatz zur Überwindung dieser Abhängigkeiten darin, wieder vermehrt auf nationale Autarkie zu achten. Systemtechnisch würde man dies Entkoppelung nennen. Aber da haben natürlich die Globalisierer was dagegen.

Japan hat trotz seiner immensen Staatsverschuldung ein grosses Plus: Seine Gläubiger sind vorwiegend die Japaner selbst und es hateine eigene Währung. Es hat keine Auslandsverschuldung. Bei einer Abwertung des Yen würden die Schulden nicht steigen.

So gesehen könnte Japan seine Währung ohne grosse Nachteile schwächen, um die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Im Gegensatz etwa zu Frankreich hat Japan dank eigener Währung diesen Freiheitsgrad.


Gast: Be-obachter
22.08.2012 17:23
1 0

So kommt es,

wenn man die Inlandsnachfrage vernachlässigt.

Hobbyökonom