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Europas Politiker fordern Maßnahmen gegen hohe Spritpreise

22.08.2012 | 14:48 |   (DiePresse.com)

Frankreich will als Reaktion auf die hohen Spritpreise Steuern senken. In Deutschland und Italien fordert die Opposition Preiskontrollen. Italiener bezahlen mehr als zwei Euro pro Liter.

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Die französische Regierung will den Höhenflug bei den Benzinpreisen stoppen: Premierminister Jean-Marc Ayrault kündigt an, dass die Steuern auf Treibstoff vorläufig leicht gesenkt werden. Diese Maßnahme soll ergriffen werden, bis ein "Mechanismus" in Kraft ist, "der die Benzinpreise reguliert".

Einzelheiten soll es nach einer Sitzung am Dienstag mit Vertretern der Benzinwirtschaft sowie von Verbraucherverbänden geben. Durch das Absenken der Steuer könnte der Staat von den Produzenten und Händlern Maßnahmen einfordern. Allerdings gilt die Senkung angesichts des französischen Haushaltsdefizits und der nötigen Sparanstrengungen als schwierig umzusetzen.

Deutsche Linke will Genehmigungspflicht für Preiserhöhungen

Auch die Linke in Deutschland fordert eine staatliche Benzinpreissenkung um fast zehn Prozent. Autofahrer würden von den Mineralölkonzernen "gnadenlos abgezockt", so Parteichef Bernd Riexinger gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Der Ölpreis liege heute sieben Prozent unter dem Niveau von Anfang 2012. In Zukunft sollten alle Benzinpreiserhöhungen genehmigungspflichtig sein.

Das deutsche Finanzministerium schloss Steuersenkungen aus. Auch Regierungssprecher Steffen Seibert betonte in Berlin, "die Bundesregierung plant derzeit kein politisches Eingreifen". Das Gestalten der Spritpreise sei "nicht in erster Linie die Aufgabe einer Regierung".

Benzin in Italien kostet mehr als zwei Euro

In Italien ist der Benzinpreis momentan auf einem Rekordhoch von 2,044 Euro pro Liter. Eine Mischung aus hohen Benzinsteuern, steigenden Ölpreisen und Euro-Schwäche sei für den hohen Preis verantwortlich. Das berichtet der Geschäftsführer des Ölkonzerns Eni, Paolo Scaroni.

Um den Italienern finanziell unter die Arme zu greifen, hat Eni eine Preisreduktion für Autofahrer eingeführt, die am Wochenende tanken. Trotzdem nimmt der Tanktourismus ins Ausland weiter zu.

Die Oppositionspartei Lega Nord drängt die Regierung Monti, dem Benzinpreis Schranken zu setzen. Auch die Konsumentenschutzverbände verlangen eine Senkung der Benzinsteuer, die zuletzt Anfang August erhöht wurde. Die Spritsteuer war davor bereits im Juni und im vergangenen Dezember angehoben worden.

(APA/AFP/DPA)

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9 Kommentare

wieso nicht einfach..

öffis fahren ist billiger und meistens schneller und wesentlich SMARTER

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Das alte Lied

Anno 1789 war der Brotpreis zu hoch. Die Straße wollte unbedingt eine Preisregulierung. Anschließend gab es kein Brot mehr zu kaufen.

Liebe Europa Politiker

Das Einfachste wäre doch die Steuern auf den Sprit zu senken. In jedem EU-Land macht die Steuer 50 - 60% vom Preis aus. Also schimpft nicht nur auf die Ölmultis - packt Euch an der eigenen Nase.

Das Perfide ist doch, das wenn der Sprit um 10Cent erhöht wird, dann kassiert der Staat davon fast 6Cent.

Antworten Gast: Pongo
23.08.2012 10:24
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Re: Liebe Europa Politiker

Sie glauben doch nicht im Ernst, dass Politiker Steuern senken. Die Finanzminster und auch alle anderen, die das Geld zum Fenster hinausschmeissen freuen sich doch ueber die hohen Spritpreise und schimpfen gleichzeitig auf die Erdoelkonzerne. Wenn der Euro abwertet werden noch viele Donge teurer werden.

Komplett weltfremd

Der Benzinpreis kann lediglich durch Deregulierung und Entbürokratisierung gesenkt werden, ggf. noch durch kartellrechtliche Maßnahmen - aber sicherlich nicht durch die Hirngespinste, die den weltfremden Linken wieder einmal vorschweben.

Die Gesetzmäßigkeiten des Marktes lassen sich ebensowenig wegdekretieren wie die Schwerkraft oder die Gezeiten. Aber über 40 Jahre Ostblock und Misswirtschaft waren offensichtlich noch nicht lehrreich genug.

Gast: gäst
22.08.2012 16:52
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wers glaubt...

Bei den indirekten Steuern, die ja gerade Konjunktur haben ("Entlastung des "Faktors" "Arbeit") ist die Benzinsteuer neben Tabak und Alkohol wohl eine der einträglichsten und am leichtesten zu erhöhenden. Das geht solange wie es keinen sinnvollen ÖV gibt. Dann muss man wohl gleich auf die Mwst.
Das gerade diese gesenkt werden glaubt wohl kein Mensch.

Gast: watchman
22.08.2012 15:18
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Tankstellenpreise zu ähnlich

Wie wär's, wenn die Kartellwächter sich fragen würden, ob es sich bei den Tankstellenpreisen nicht um kartellähnliche Vorgänge handelt. Mir sind die Preise etwas zu gleich - es gibt Unterschiede nur im Cent-Bereich.

Ich bin mir bewußt, dass die OPEC ein Öl-Kartell ist und somit den Regeln des freien Wettbewerbs widerspricht. Allerdings finde ich, dass sich das nicht auf die Tankstellenpreise auswirken muß.

Die erste geeignete Maßnahme wäre ...

... Kontrakte über den Rohstoff Öl nicht mehr (gezwungenermaßen) in US-Dollar, sondern in Euro abzuschließen. Dann würde - wie beim kleinen Häuselbauer, der dieser Tage wegen eines Umstiegs vom Franken in den Euro kontaktiert wird - ebenfalls das Wechselkursrisiko sinken.

Antworten Gast: xgoer
23.08.2012 12:24
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Und welcher Ölscheich sollte geistig so beschränkt sein...

...sein Öl in Euro zu verkaufen, wenn er mit jeder anderen Währung besser aussteigt?

BEDANKEN SIE SICH BEI DER EZB, DASS IHR EURO EINEN TINEFF WERT IST!

Hobbyökonom