Der deutsche Autobauer Opel drosselt wegen der Absatzkrise ab Anfang September die Produktion und schickt fast zehntausend Mitarbeiter in Zwangspause. Geschäftsleitung und Arbeitnehmer des zu General Motors (GM) gehörenden Konzerns einigten sich nach Angaben vom Donnerstag darauf, im Stammwerk in Rüsselsheim und im Komponentenwerk in Kaiserslautern jeweils an 20 Tagen bis zum Jahresende die Arbeit ruhen zu lassen. An beiden Standorten zusammen sind 9300 Mitarbeiter davon betroffen. Die finanzielle Belastung der Arbeitnehmer soll dadurch in Grenzen gehalten werden, dass Opel das staatliche Kurzarbeitergeld aufstockt.
"Der europäische Automobilmarkt bricht drastisch ein. Die sinkende Auslastung kann nicht mehr wie bisher durch den Einsatz von Korridorschichten und Gleitzeitguthaben kompensiert werden," erklärte Personalvorstand Holger Kimmes. Betriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug sagte, die Kurzarbeit sichere Arbeitsplätze.
Aspern nicht betroffen
Das Motoren- und Getriebewerk der Opel Wien Gmbh in Wien Aspern ist von der Kurzarbeit des deutschen Mutterkonzerns nicht betroffen. "Das ist aktuell kein Thema", betonte Sprecherin Elisabeth Schuller am Donnerstag auf APA-Anfrage. Den 1900 Mitarbeitern komme zugute, dass Aspern den kriselnden europäischen Automarkt nicht so sehr zu spüren bekomme, da das Werk weltweit Motoren und Getriebe ausliefere.
Die Ankündigung fällt ausgerechnet zusammen mit dem 150. Geburtstag des Autobauers, dessen Anfänge auf den Herbst 1862 datiert werden. Damals begann Adam Opel in der väterlichen Werkstatt mit dem Bau von Nähmaschinen. Später baute Opel Fahrräder. Mit dem Automobilbau begann er 1899.
Verluste im Europageschäft türmen sich
Zum Feiern ist Opel aber nicht zumute: Ein jahrelanger Zick-Zack-Kurs der amerikanischen Mutter General Motors und die Absatzkrise in Europa haben das Fundament der Firma unterspült, deren Marktanteil seit Jahren sinkt, was den Rüsselsheimern Riesenprobleme mit Überkapazitäten eingebrockt hat. Mehrere Sanierungsversuche hatten nicht den erhofften Erfolg - zuletzt wurden vor zwei Jahren europaweit 8000 Stellen gestrichen und das Werk im belgischen Antwerpen geschlossen. Trotzdem türmte sich der Verluste im Europageschäft in der ersten Jahreshälfte auf weit mehr als eine halbe Milliarde Dolla
(APA/Reuters)
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