Die Zeit von 2001 bis 2010 war ein "verlorenes Jahrzehnt" für die amerikanische Mittelschicht. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des renommierten Pew Research Centre, die mitten in den US-Präsidentschaftswahlkampf platzt. Das durchschnittliche Haushaltseinkommen mittelständischer Familien ist zu Beginn des 21. Jahrhundert von rund 73.000 auf 69.500 Dollar gesunken, fanden die Forscher heraus. Es ist das erste Mal seit dem Zweiten Weltkrieg, dass das Jahreseinkommen in einer Dekade geschrumpft ist.
Noch drastischer ist der Rückgang bei dem Nettovermögen: Anfang des 21. Jahrhunderts belief es sich auf 129.600 Dollar, zehn Jahre später waren es nur noch 93.200 Dollar. Und es geht offenbar immer noch nicht aufwärts: Laut einer repräsentativen mussten auch im Jahr 2011 - drei Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise - sechs von zehn Amerikanern den Gürtel enger schnallen. Für ihre Probleme machen die meisten Politik, Großkonzerne und Banken verantwortlich.
Nur noch knapp die Hälfte zählt zur Mittelschicht
Zählten im Jahr 1971 noch 61 Prozent der amerikanische Haushalte zur Mittelschicht, waren es im Vorjahr nur noch 51 Prozent. Als mittelständisch bezeichnen die Autoren all jene Haushalte, die zwei Drittel bis maximal das Doppelte des nationalen Durchschnitts verdienen.
Doch obwohl die Schere zwischen Reich und Arm immer weiter auseinanderklafft, glauben viele Amerikaner noch immer, dass harte Arbeit zum Erfolg führt. 67 Prozent stimmten dieser Aussage zu - fast gleich viele wie Mitte der 1990er Jahre.
Nicht ganz so optimistisch ist der Mittelstand, wenn man nach der Zukunft der USA fragt. Nur jeder Zehnte ist überzeugt davon, dass das Land weiterhin wirtschaftlichen Erfolg haben wird. Dennoch sind 43 Prozent der Meinung, dass ihre Kinder eine bessere Zukunft haben werden, als sie selbst - vor vier Jahren waren es allerdings noch mehr als die Hälfte.
Mehr Vertrauen in Obama
Knapp mehr als die Hälfte der Befragten ist der Meinung, dass die Politik von Präsident Barack Obama ihnen mehr nützt als jene von Mitt Romney. Von einem Wahlsieg des republikanischen Herausforderers glauben 42 Prozent profitieren zu können.
(Red./APA/Reuters)
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