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Konzernumbau bei Hewlett-Packard: 9 Mrd. Dollar Verlust

23.08.2012 | 19:38 |   (DiePresse.com)

HP kämpft an mehreren Fronten: Neben den Herausforderungen der Umstrukturierung belasten die rückläufigen PC-Verkäufe.

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Der in Bedrängnis geratene PC-Hersteller Hewlett-Packard (HP) kämpft sich durch den selbst verordneten Konzernumbau und muss wegen einer massiven Abschreibung einen Quartalsverlust von fast 9 Mrd. Dollar (7,17 Mrd. Euro) ausweisen. Knapp ein Jahr nach Amtsantritt räumte HP-Chefin Meg Whitman ein, dass noch ein weiter Weg zu gehen sei. "Wir sind noch ganz am Anfang des Umbaus. Es werden Herausforderungen vor uns liegen, die das Geschäft stark schwanken lassen dürften." Die Anleger bat sie um Geduld. Diesen machte vor allem der deutliche Umsatzrückgang in allen Bereichen des Konzerns Sorgen. Das PC-Geschäft lief am Schlechtesten. Die Einnahmen aus der Sparte fielen sogar geringer aus als die Service-Erlöse. Dieses Geschäft will HP zum Wachstumsmotor der Zukunft ausbauen.

Die hohe Abschreibung auf den Kauf der Firma Electronic Data Systems, die zu dem aktuellen Verlust führte, war erwartet worden, HP selbst hatte dies bereits in Aussicht gestellt. Der Konzern schrieb 10,8 Milliarden Dollar (8,60 Mrd. Euro) ab, das meiste davon auf den EDA-Kauf vom Jahr 2008. Damals hatte HP 13,9 Milliarden Dollar für EDS bezahlt.

HP kämpft an mehreren Fronten: Neben den Herausforderungen der Umstrukturierung, mit dem die Firma nach dem Vorbild von IBM mehr Umsatz aus dem Dienstleistungsgeschäft erzielen will, belasten die rückläufigen PC-Verkäufe angesichts schwächelnder Verbraucherausgaben in Europa und China die Geschäfte. Der Wettbewerbs- und Preisdruck nimmt immer mehr zu. Vor allem Rivalen aus Asien wie Lenovo oder Acer sitzen dem einst unangefochtenen Branchenprimus im Nacken. Lenovo hat bereits den US-Rivalen Dell von Platz zwei verjagt.

HP beschäftigt weltweit mehr als 300.000 Mitarbeiter und will aus dem über Jahre angelegten Konzernumbau als schlankeres Unternehmen mit einer klaren Fokussierung auf den Service-Bereiche hervorgehen. Dabei sollen auch acht Prozent der Jobs wegfallen. Allein im abgelaufenen Quartal wurden den Angaben nach 4000 Stellen gestrichen. HP-Finanzchefin Cathie Lesjak sagte, bis zum Ende des Geschäftsjahres 2012 sei etwa die Hälfte des geplanten Stellenabbaus umgesetzt. Bis dahin soll HP 11.500 Mitarbeiter weniger haben.

Whitman zeigte sich zuversichtlich, die Herausforderungen zu meistern. "Wir werden dahin kommen, wo wir hin wollen", sagte sie. HP hatte in der Vergangeneheit auch unter vagen Prognosen unter der Leitung des deutschen Managers Leo Apotheker gelitten. Die frühere eBay-Chefin Whitman kam im September 2011 an die HP-Spitze und löste Apotheker ab. Er wollte das PC-Geschäft ganz eindampfen, musste aber nach wenigen Monaten den Hut nehmen.

Im Quartal per Ende Juli ergab sich bei HP ein Nettoverlust von 4,49 Dollar je Aktie nach einem Gewinn von 1,9 Milliarden Dollar oder 93 Cent je Papier im Vorjahr. Vor Sonderposten stand indes ein Gewinn von einem Dollar je Aktie zu Buche - das waren zwei Cent mehr als von Experten erwartet. Der Umsatz sank um fünf Prozent auf 29,7 Milliarden Dollar (23,7 Mrd. Euro). Die PC-Sparte sackte mit einem Rückgang von zehn Prozent besonders deutlich ab. Dort lag der Umsatz nur noch bei 8,6 Milliarden Dollar. Im Service-Geschäft sanken die Erlöse um drei Prozent auf 8,8 Milliarden Dollar. Es wurde im Quartal damit zum größten Umsatzgenerator des Konzerns.

Angesichts des Quartalsverlustes reduzierte HP seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr leicht auf 4,05 Dollar bis 4,07 Dollar je Aktie. Bisher hat die Firma bis zu 4,10 Dollar je Papier erwartet.

Seit Jahresbeginn hat die HP-Aktie fast ein Viertel ihres Wertes eingebüßt. Auch Dell bekam zuletzt das schwierige Marktumfeld zu spüren. Der Gewinn beim US-Rivalen Dell brach um 18 Prozent ein, der verhaltene Ausblick enttäuschte Investoren.

(APA/Reuters )

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