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Mark Zuckerbergs Sessel wackelt

26.08.2012 | 18:42 |  Von unserem Korrespondenten THOMAS VIEREGGE (Die Presse)

Nach dem Absturz der Facebook-Aktie mehren sich die Spekulationen um einen Rückzug des Firmengründers Mark Zuckerberg. Dazu kommen Differenzen mit der Wall Street.

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Washington. Auf dem Campus der neuen Facebook-Zentrale im kalifornischen Menlo Park ist an einer Wand ein rot-weißes Poster affichiert, das die Frage aufwirft: „Was kann schiefgehen?“ Darunter hat einer in schwarzer Schrift hingekritzelt: „Alles.“ Es zeugt vom Selbstbewusstsein und der optimistischen Weltsicht des jungen Unternehmens, dass es das Plakat nicht längst entfernt hat. Denn es trifft den Nagel auf den Kopf. Seit dem Börsengang im Mai ist die Aktie eingebrochen, sie hat beinahe die Hälfte des Werts verloren, ist auf 19,4 Dollar getrudelt.

Als sich vergangene Woche Altaktionäre erstmals von ihren Papieren trennen durften, versetzte das dem Kurs einen zusätzlichen Dämpfer. Der deutschstämmige Investor Peter Thiel, einer der Mentoren der ersten Stunde, trennte sich von 20 Millionen seiner Vorzugsaktien und lukrierte dafür 400 Mio. Dollar. Ko-Gründer Dustin Moskovitz verscherbelte in zwei Tranchen 900.000 Aktien.

Analysten sind geteilter Ansicht. Sie glauben, dass der Sinkflug der Facebook-Aktie zwar noch nicht beendet ist, dass sie sich aber wieder erholen wird. Schließlich kehrt ein Großteil der fast eine Milliarde Nutzer tagtäglich zu der Webseite zurück, viele mehrmals. Die Experten beziffern den Wert des Unternehmens derzeit mit 50 Mrd. Dollar. Noch immer raten 20 Analysten zum Kauf, 14 stufen das Papier mit „Halten“ und nur zwei mit „Verkaufen“ ein.

 

Auf hohen Einstiegspreis gesetzt

Inzwischen machen jedoch Spekulationen über eine Ablöse des Firmengründers Mark Zuckerberg die Runde, gestreut in New Yorker Finanzkreisen. An der Wall Street machen Investoren und Analysten den 28-Jährigen persönlich für das Börsenfiasko verantwortlich, das die kulturellen Unterschiede zwischen dem Börsenplatz in New York und dem Silicon Valley, zwischen den Geschäftsphilosophien an der Ost- und Westküste, offen zu Tage treten ließ.

Die Finanzmanager in New York sind auf Profite und das schnelle Geld aus, Facebook pocht auf Geduld und will mit seinen Produkten die Welt verändern. Es erinnert an die Schwierigkeiten Steve Jobs bei Apple, die Mitte der 1980er-Jahre zu seinem vorübergehenden Abgang führten.

Dabei hängen alle Beteiligten tief mit in dem Schlamassel: Zuckerberg, seine Vorstandskollegen Sheryl Sandberg und David Ebersman und nicht zuletzt die Banker von Goldman Sachs und Morgan Stanley, die den Einstieg an der Wall Street vorbereitet haben. Sie setzten allesamt auf einen möglichst hohen Einstiegspreis, sie lizitierten so die Aktie in die Höhe.

Der Börsengang selbst stand dann unter keinem guten Stern. Technische Probleme an der Nasdaq, der New Yorker Technologiebörse, verzögerten den Start um eine halbe Stunde. Innerhalb der ersten Stunden wurde bereits offenbar, dass der Einstiegspreis überzogen war– nach Meinung von Börsenexperten eine „klassische Krankheit“.

Facebooks märchenhafter Aufstieg kollidierte erstmals mit der vollen Härte der Geschäftswelt, die Blase platzte. Eben noch schien Mark Zuckerberg, frisch vermählt mit seiner langjährigen Freundin Priscilla Chan, beruflich wie privat am Zenit. Der Rückschlag traf das Ego des Neo-Milliardärs.

 

Erfolgsgeschichte mit Rissen

Ob ein Rückzug des Firmengründers und der Galionsfigur die Probleme der Marke Facebook aus der Welt schafft, ist ungewiss. Unter Hochdruck arbeitet Facebook derzeit an der Entwicklung eines Handys. Das Unternehmen heuert mit teurem Geld Ingenieure an und ist bestrebt, neue Geschäftsfelder zu erschließen. Schon im Herbst, so das Versprechen der Hightech-Firma, sollen neue Applikationen auf den Markt kommen – gemäß einem anderen Motto, das am Campus prangt: „Unsere mobile Zukunft.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.08.2012)

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34 Kommentare
 
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Gast: Bear
27.08.2012 19:54
0 0

Dumm gelaufen...

Schande für FB, dass es Gesetze gibt. Der Wert von FB wird ausschließlich an der Durchsichtigkeit der User festgemacht. Als die Datenschutzgesetze FB Einhalt geboten, fiel die Aktie. BEdenklich finde ich jedoch, dass der Wert der Firma erst dann wieder steigen wird, wenn FB es schafft, Datenschutzbestimmungen ausser Kraft zu setzen.

"...Zuckerbergs Sessel wackelt"

Wir wünschen ihm noch einen harten Stuhl dazu!

Gast: vito c
27.08.2012 11:42
2 0

tolle headline

jetzt wurde es endlich geschafft. eie nachricht, die tatsächlich den wert hat, wie: in peking ist ein rad umgefallen.
ein wackliger sessel. super. soll er sich einen euen kaufen.

Antworten Gast: tutep
27.08.2012 22:17
0 0

Re: tolle headline

Es ist eine Redewendung, die so viel heißt wie: Sein Posten als Chef ist in Gefahr. Capito?

5 1

An mir hat FB noch keinen Cent an WErbeeinnahmen lukriert

Gut, ich bin kein Durchschnitt.
Ich halte absolut nichts davon private Dinge im Internet laut und regelmäßig zu verkünden.


Gast: Halbwissen
27.08.2012 09:35
2 0

Am Höhepunkt Aktien ( so viel wie möglich ) abladen ist genial !!!

Und jetzt wollen die Dümmköpfe, welche am Höhepunkt gekauft haben, den genialen Chef hinauswerfen.
Ich denke am restlichen Aktienpaket wird ihm ja noch etwas liegen.

Gast: Halbwissen
27.08.2012 09:01
2 1

Zitat Buffett !

Es ist doch eine dümmliche Idee, zu glauben, das eine Firma ausgerechnet beim Börsenstart die günstigste unter zigtausend sei.
( nicht wortwörtlich / so ungefähr halt )

6 4

Eine Welt ohne Fazbuk ist eine bessere


Herr Zuckerberg hat seine Schäfchen schon im trockenen!

Wer auch immer diese dubiosen Facebookaktien gekauft hat, er/sie hat NICHTS gelernt aus der Vergangenheit.
Viel Spaß beim Zusehen wie das Vermögen schmilzt.

6 1

Re: Herr Zuckerberg hat seine Schäfchen schon im trockenen!


Auf den Punkt gebracht!

Und keiner kann mir erzählen, dass der Onlineausfall am Start-Tag nicht gesteuert war - jeder glaubte dadurch an einen unglaublichen Run auf die Papiere.

Wieder ein Beispiel, dass am Finanzmarkt alles möglich ist, auch das Handeln mit gepushtem Zeitgeist und Luft.

Gast: smilefile
27.08.2012 07:42
13 0

Der Wert ist schnell erfasst,...



......Strom aus,...wertlos!

8 0

Re: Der Wert ist schnell erfasst,...

Wenn Sie den Strom abschalten ist aber nahezu jede Firma wertlos.

Antworten Antworten Gast: Halbwissen
27.08.2012 08:56
0 2

Re: Re: Der Wert ist schnell erfasst,...

Jetzt waren Sie aber schneller als ich !

Anmerkung:
Ich bin weder National noch Sozial. Arbeiter bin ich schongar nicht. Vereine oder ähnliches sind mir verhaßt.
( Gefängnisse gibt es auch heutzutage in Österreich zum anschauen )

Was für Schlamassel?

Das Konstrukt AG ist doch dafür ausgelegt, schnell Geld zu machen und dann das sinkende Schiff zu verlassen. Wichtig ist nur, die Anleger davon zu überzeugen, dass etwas Grosses kommen wird.

Gier

FB wird es nicht viel anders gehen als vielen anderen Unternehmen, die aus Gier an die Börse gegangen sind. Die ursprünglichen Verantwortlichen, die das Unternehmen nach ganz anderen Kriterien als dem Aktienwert aufgebaut haben, ziehen sich zurück, die Aktionäre und Spekulanten entsenden ihre Vertreter ins Management und die Sache ist nach kurzer Zeit vorbei. Zeit sich nach einer Alternative umzusehen, eventuell wieder der Realität zuwenden und ein paar gute alte Gespräche mit Inhalt führen....

0 0

Re: Gier

Die Apple Aktien hält den NASDAQ Index noch oben. Doch die Wende könnte bald da sein. Dann geht es auch bei FB nochmals bergab.

Ich würde die FB Aktien verkaufen. Es gibt bessere Investements mit deutlich weniger Risiko. Wer teurer gekauft hat, sitzt ohnehin bereits auf einem Verlust, auch wenn er nicht verkauft!

19 oder 20 $ sind doch noch immer ein sehr guter Preis für solch eine Aktie, oder?

0 0

Der deutschstämmige Investor Peter Thiel, einer der Mentoren der ersten Stunde... mit dem berühmten Satz: "don't fuck it up!..."


Gast: Das Ekel Alfred
26.08.2012 23:27
4 1

Reingefallen


auf die Bankster!


Gast: Instrument der weltweiten Überwachung
26.08.2012 23:11
2 1

Zuckerberg ist nur das lässige Bubengesicht, hinter dem sich die Fratze der US-Bürgerüberwachung verbirgt

Immer weniger Dumme sind bereit, denen ihr Privatleben zur Auswertung (Data-Mining) kostenlos frei Haus zu liefern sowie alle Freunde verräterisch auszuliefern. Was mit den Daten wirklich geschieht, das erfährt niemand. Facebook ist zwar verführerisch praktisch, aber dubios.

Geschädigt wurden vor allem die Kleinaktionäre, deren hart erarbeitetes Vermögen durch Zuckerbergs Gier halbiert wurde.

Der wahre Wert der Aktie ist wegen nur minimaler vorhandener Substanzwerte nur 4 % des Ausgabekurses wert! Alles andere ist manipulationsgeleitete Spekulation.

Nur das verführerisch grinsende Bubengesicht Zuckerbergs macht diesen Irrsinn möglich.

Daher denken immer mehr:
Hände weg von Facebook!


Antworten Gast: wosbrauchides
27.08.2012 22:20
0 0

Re: Zuckerberg ist nur das lässige Bubengesicht, hinter dem sich die Fratze der US-Bürgerüberwachung verbirgt

Genau. Vor einem Monat bin ich auch, als ehemaliger FB-Süchtiger, ausgestiegen. Es gibt Handy und E-Mail, das reicht völlig zur Kommunikation.

26 3

hoffentlich geht fb pleite!

big brother für freiwillige oder unwissende

Antworten Gast: hackintosh69
26.08.2012 23:02
3 0

Re: hoffentlich geht fb pleite!

Sobald es im Browser einen Werbeblocker für die facebook-Seite gibt, gehen die Werbeeinnahmen rapide zurück
--> massiver weiterer Kursverlust sowieso schon vorprogrammiert

1 1

Re: Re: hoffentlich geht fb pleite!

AdBlock Plus.
Ich seh seit Jahren keine Werbung mehr.
Und wer nicht getrackt werden will, installiert zusätzlich Ghostery.

Antworten Antworten Antworten Gast: tutep
27.08.2012 22:21
0 0

Re: Re: Re: hoffentlich geht fb pleite!

und AVG Do Not Track?

Komisch - wieso sieht man die FB-Werbelesite dann?

wird ihm wurscht sein

seine milliarden schäfchen sind im trockenen

Re: wird ihm wurscht sein

Naja würden sie ein Milliardenschweres Imperium aufbauen und dann einfach zusehen wie es untergeht. Wohl kaum

 
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Hobbyökonom