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Samaras-Reise lässt Griechen hoffen

26.08.2012 | 18:42 |   (Die Presse)

Überraschend positive Reaktionen gab es in Griechenland auf den Europa-Trip von Antonis Samaras. Die harte Botschaft betreffend Sparmaßnahmen wurde freilich gehört.

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Athen/C.g. Eine freundlich-joviale Angela, eine Art Lächeln von François: Griechenlands große Sonntagszeitungen zeigten ihren neuen konservativen Ministerpräsidenten Antonis Samaras auf den Titelseitenfotos in höchst vorteilhafter Pose mit Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsidenten François Hollande.

Besonders die Erklärungen der beiden, dass sie den Verbleib Griechenlands in der Eurozone wünschen, wurden positiv aufgenommen. Zumindest kommunikativ war also die erste Auslandsreise des neuen Ministerpräsidenten durchaus ein Erfolg. Auffallend war vor allem die Zurückhaltung der Flaggschiffe der Lamprakis-Mediengruppe, die bisher der sozialistischen Pasok zugerechnet wurden. Sie werden wohl auch ihre eigenen Gründe haben, da sie sich weiteren Leserkreisen als der stark geschrumpften Pasok-Anhängerschaft öffnen wollen. Anzumerken ist, dass auch die Pasok der Regierungskoalition aus Konservativen, Sozialisten und gemäßigten Linken angehört.

 

Zwei Milliarden Euro große Lücke

Das kommunikative Eis mag zwischen Merkel und Samaras geschmolzen sein, wie etwa die Zeitung „Ta Nea“ feststellte. Und man mag „zufrieden“ sein über die Treffen mit Merkel und Hollande, wie „Mega“, der größte griechische TV-Nachrichtensender, ebenfalls der Lamprakis-Gruppe zugehörig, anmerkte. Dass Samaras aber im Grunde nichts erreicht hat als freundliche Statements, blieb auch den griechischen Medien nicht verborgen.

Besonders die Feststellung, dass jeder Art von Hilfestellung der Prüfbericht der Troika, bestehend aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF), über die Performance der griechischen Regierung im Oktober vorausgehen muss, wurde hervorgestrichen. Wie von der „Presse“ berichtet, sollen die Prüfer bereits eine „Lücke“ von zwei Milliarden Euro geortet haben.

Mit einiger Sorge wird freilich auch Merkels Äußerung, dass sie „endlich Taten“ sehen will, kommentiert. Man bezieht ihre Äußerung auf das Maßnahmenpaket von 11,5Milliarden Euro, das Griechenland zur Budgetsanierung für die Jahre 2013 und 2014 schnüren muss.

 

Koalitionsinterne Widerstände

Laut Zeitung „Kathimerini“ ist Samaras entschlossen, das Paket bis Mitte Oktober durch das griechische Parlament zu bringen, um seine europäischen Partner davon zu überzeugen, dass er es mit dem Sparen ernst meint.

Keine Kleinigkeit: Immerhin war im Vorfeld der Abstimmung des vorhergehenden Sparpakets die Pasok-Regierung von Georgios Papandreou gestürzt worden. Auch gibt es koalitionsintern immer noch Widerstände gegen bestimmte Maßnahmen, die niedrige Lohngruppen treffen.

Einzig die radikale Linksopposition von Syriza wies darauf hin, dass von Samaras' Wahlversprechen einer „Neuverhandlung der laufenden Sparpakete“ in der direkten Konfrontation mit den europäischen Partnern– und Gläubigern – keine Rede mehr war. Doch auch ihre Reaktion war im Grunde vergleichsweise lau.

 

Heißer Demonstrationsherbst?

Syriza scheint sich mehr darauf vorzubereiten, ihre Opposition auf die Straße zu tragen. Die Partei des charismatischen Populisten Alexis Tsipras ruft bereits zur ersten Großdemonstration gegen die Regierungspolitik nach der Sommerpause anlässlich der Internationalen Messe von Saloniki am 8.September auf. Ein heißer Herbst könnte bevorstehen.

Auf einen Blick

Am Wochenende reiste der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras nach Berlin und Paris, um seine EU-Partner zu einer Lockerung der harten Sparauflagen Griechenlands zu bewegen. Das Ergebnis war mager: Samaras kehrte ohne Zusagen nach Hause zurück. Die EU-Partner wollen einen Troika-Bericht abwarten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.08.2012)

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18 Kommentare
Gast: Walter44
27.08.2012 20:46
0 0

17.8.2012: Der Euro ist wie eine Zwangsjacke. Er brachte für Mio Menschen Not, Armut und Arbeitslosigkeit . Entweder der Norden oder der Süden wird weg brechen (Finnische Außenminister Tnomioja)


lt. Presse gehen 80% aller Zahlungen an die Banken

nicht nach Griechenland
(für das übrigens jeder Cent zuviel ist)

"Unsere" Banken und Politiker verschaukeln uns

Also von 100€ - 80 an UBS und DB Konsorten

"nur" 20€ an den korrupten griechischen Staat von denen wiederum 9€ in die Schuldentilgung (Banken) geht

wo ist also der (Haupt-) Feind der Gesellschaft zu suchen ...

Re: lt. Presse gehen 80% aller Zahlungen an die Banken

Sie meinen also, das Geld das GR sich geliehen hat, sollte nicht an die Geldgeber zurückgegeben werden sondern an die Schuldner? Das heisst die Schuldner bekommen dasselbe nochmals. 2x verdienen und nix zurückzahlen.

Interessante Ansicht. Tsipras hätte seine helle Freude mit Ihnen.

Antworten Antworten Gast: G 099
27.08.2012 15:30
2 0

Re: Re: lt. Presse gehen 80% aller Zahlungen an die Banken

Sie haben nur eines dabei vergessen zu schreiben! Früher hafteten die Investoren für die in ihren Besitz befindlichen Staatsanleihen. Für diese haben sie auch entsprechende Zinsen kassiert. Durch die Finanzierung über diverse Schutzschirme haften jetzt die Steuerzahler in den anderen Staaten dafür, obwohl sie vorher nicht davon profitierten und auch kein Interesse daran haben überschuldete Staaten zu finanzieren. Das einzige Interesse liegt bei den durch den Steuerzahler zwangsweise frei gekauften Investoren! Gewinne werden von diesen privatisiert und Verluste sozialisiert!!
Gezielte Spekulationsattacken auf ganze Volkswirtschaften, Finanzagenturen, die Regierungen in die Knie zwingen, und ohnmächtige Politiker, die gebetsmühlenartig wiederholen, es gäbe keine Alternative.Zum Vorschein kommt dabei ein Machtergreifungsmodell, das Politik, Gesellschaft und Individuen seit Jahrzehnten formt und konditioniert, ein ökonomischer Putsch.

Gast: DI
27.08.2012 12:23
2 0

Zwar nichts erreicht, aber trotzdem alles super.

Falsche Hoffnungen aufkommen lassen oder immer noch Realitätsverweigerung oder im Bewusstsein sowieso nichts ändern zu wollen?

Nowak verordnet die tägliche Durchhalteparole

Rülps und kotz!

6 1

ja bitte unbedingt

Bleibt drinnen mit Euren Freunde in Frankreich, wir treten aus.

Re: ja bitte unbedingt

Sind sie wahnsinnig?

Ö rast auf eine 100%-Verschuldung zu (mit den ÖBB-Schulden, werden wir das diese Jahr "schaffen")
und in diesem freien Fall, wollen sie den Fallschirm durchschneiden?

Ö wäre ohne Euro und EU ein Spielball der Spekulaten (Ungarn kann ihnen da Geschichten erzählen), und außerdem würde dann eine sehr wichtige Bindung wegfallen:
Nämlich jene an die Währung der Deutschen. Der Schilling war an die DM gebunden und jetzt haben wir den Euro.
Diese Bindung ist ein Grund, warum wir noch immer glauben, dass wir die Zahler der EU sind.
In Wahrheit ist das die Versicherungsprämie die wir jetzt noch schnell einzahlen, weil die Klippe vor uns schon sichtbar ist, wir aber keine funktionierenden Bremsen haben.

Antworten Antworten Gast: onkel dagobert
27.08.2012 09:24
9 0

Re: Re: ja bitte unbedingt

mit dem ESM rasen wir unaufhaltsam auf eine Rekordverschuldung, die bis zum Staatsbankrott oder im "best case" zu einer Währungsreform führen wird, zu. Also drehen sie nicht die Fakten um!
Ist die Schweiz ohne EU ein Spielball der Spekulanten? Natürlich, was den sicheren Franken betrifft. Aber die Schweiz weiss sich zu helfen, ohne sinnlose Milliardenschulden für fremde Staaten aufzunehmen. Die ÖBB werter Herr, bringt Leistungen für diejenigen, die den Zug benutzen. Und das sind gottseidank sehr viele Menschen. Diese Investitionen bleiben somit im Lande und die Bahnkunden profitieren davon. Die Subventionen an die ÖBB sind bei den durch die EU verursachten Schuldenberg, der dank ESM noch massivst weiter ansteigen wird, ein "Lercherlschaas". Also tuns nicht Äpfel mit Birnen mischen. Wenn es einen Grund gibt, dem ESM beizutreten , dann sind das die desaströsen Bankgeschäfte im Osten, welche Raiffeisen und die Erste ohne die notwendigen Controlingmassnahmen abgewickelt haben und für die die Republik mittels Ausfallshaftung gerade stehen muß. Die Republik befindet sich in Geiselhaft der Banken und opfert dafür Demokratie und die Souveränität über die eigene Finanzhoheit.

Antworten Gast: Hans im Glück
27.08.2012 08:03
2 0

Re: ja bitte unbedingt

Sobald die Wahlen in den USA geschlagen sind könnte es soweit sein... :-)

Re: ja bitte unbedingt

aber nicht mit den "glühenden Europäern" Faymann und Spindelegger, die uns "altrernativlos" für die Interessen der Banken opfern...

Laut deutschem Ifo-Institut haftet Österreich bereits mit über Euro 80 Mrd. für die maroden Staaten

Werden wir von unserer Regierung richtig informiert? Führen diese Haftungen zur Pleite Österreichs?

http://www.wienerzeitung.at/meinungen/gastkommentare/481935_Panikmache-Euro.html

Der Dollar/Euro Kurs bewegte sich in den letzten Jahren zwischen 0,80 - 1,44

Da kann man wohl schwehr bei 1,25 von einer Kriese sprechen. Die 80 Mrd. sollten sie bitte auch einmal aufschlüsseln, denn das wären weit mehr als 100% unseres Staatsbudgets!

Gast: Rosenresli
26.08.2012 20:07
3 0

Warum?

Warum ist dieser Artikel so schnell im Archiv gelandet? Passt etwas nicht?

Antworten Gast: Brummer
27.08.2012 06:44
6 0

Re: Warum?

Offensichtlich passt etwas gar nicht!
Spiegel Online von heute, 27.8.2012:
"Der österreichische Kanzler Werner Faymann hat sich in der Griechenland-Frage gegen die (deutsche) Bundesregierung positioniert: Er fordert mehr Zeit für den Mittelmeerstaat - und ist optimistisch, dass die Griechen im Euro bleiben. Das wichtigste sei, dass die Griechen die vereinten Sparziele einhalten."
Diese Positionierung des Herrn BK
Faymann erfolgte in einem Interview
mit "Österrech"- Online-Portal am 26.8.
Wer das zahlen soll, hat er nicht gesagt!

5 1

Re: Re: Warum?

Abgesehen davon daß er gar nichts zu melden hat, ist es nur gut wenn er weiter so spricht und die Meinung von 90% der Deutschen und Österreicher ignoriert, bis zur nächsten Wahl.

Antworten Antworten Antworten Gast: Hans im Glück
27.08.2012 08:05
1 0

Re: Re: Re: Warum?

Ist er nicht toll unser Failman der Inserator???

Re: Warum?

Wahrscheinlich wegen der positiven Aussichten für Griechenland. Schade für die Medien. Aber nächste Woche wird's sicher wieder eng für die Griechen, lt. Medien.

Hobbyökonom