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'Wer deutsche Preise will, verlangt Einebnung der Alpen'

27.08.2012 | 18:29 |  JULIA KERN (Die Presse)

Martin Engelmann, Geschäftsführer von DM Österreich, will nicht für die Teuerung verantwortlich sein und erklärt im Interview mit der "Presse", warum Deutschland billiger ist als Österreich.

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Die Presse: Die Menschen müssen für den wöchentlich Einkauf laut Untersuchung deutlich mehr Geld ausgeben, als die Inflation ausmacht. Wie erklären Sie das dem Konsumenten?

Martin Engelmann: Wir sind unter den Drogeriemärkten in Österreich der günstigste und haben in den letzten Jahren unsere Preise sogar gesenkt. Österreich hat eine nationale Inflationsrate von 2,7 Prozent. Unsere Inflationsrate beträgt minus 0,2 Prozent.

 

Man könnte argumentieren, im Durchschnitt ist das gesamte Sortiment billiger geworden, aber die Dinge, die man täglich kauft, nicht.

Ich kann für unsere Preise nur sagen: Von uns kommt die Teuerung nicht. Trotzdem betrifft es uns, wenn die Kaufkraft der Menschen sinkt. Auf den Bereich, für den wir stehen, hat sich das aber nicht negativ ausgewirkt.

Was heißt das?

(c) Dm/neumayr (Www.neumayr.cc)

(c) Dm/neumayr (Www.neumayr.cc)

Wir stehen für Produkte, die der Schönheit und Gesundheit dienen. In den Krisenjahren 2008 und 2009 sind wir überproportional gewachsen, was wir mit dem Lipstick-Effekt erklären: In der Krise verschieben Menschen den Konsum von größeren Ausgaben wie Urlaub hin zu kleinen Luxusartikeln im Alltag: Sie leisten sich einen Lippenstift oder eine gute Hautcreme.

 

DM hat in Österreich 377 Filialen. Pro Einwohner ist das drei Mal so viel wie in Deutschland. Eigentlich galt der Markt in den 1980er-Jahren als gesättigt, trotzdem wurden noch gut 100 Filialen eröffnet. Warum?

DM hat in Deutschland proportional weniger Standorte, weil er zunächst nur im Süden vertreten war und viel länger die Möglichkeit hatte, sich auf eine bestimmte Region zu konzentrieren. Die Möglichkeit gab es in Österreich schon sehr früh nicht mehr, spätestens ab dem Moment, wo Bipa auf einen Schlag Dutzende Läden dazubekommen hat und plötzlich österreichweit vertreten war. In den 1980er-Jahren kam Schlecker und eröffnete fast 1300 Läden. Wenn Bipa und Schlecker in Salzburg zehn Läden haben, konnte man nicht sagen, DM kommt mit einem aus.

 

Es gibt so viele Filialen in Österreich, weil es starke Konkurrenten gab?

Nein, entscheidend ist, dass es drei Firmen gab, die im gesamten Bundesgebiet tätig waren.

In Deutschland ist das anders?

In Deutschland hat es das nie gegeben. Schlecker war dort lange Zeit der einzige national vertretene Drogeriemarkt. DM war lange Zeit ausschließlich in Süddeutschland vertreten, Rossmann hat dafür nur den Norden bearbeitet.

 

Die hohe Filialdichte wird als Grund genannt, warum identische Artikel in Österreich mehr kosten als in Deutschland. Gibt es noch andere Gründe?

Es ist lustig, wenn in der Diskussion die Rede vom Österreich-Aufschlag ist, denn das unterstellt ja, dass der Handel sich durch höhere Preise ein Körberlgeld verdient. Richtig ist, dass Deutschland und Österreich zwei völlig unterschiedliche Wirtschaftsgebiete sind, geografisch, von der Bevölkerungs- und Einkommensstruktur und vom Einkaufsverhalten. Wer verlangt, dass man in Österreich deutsche Preise bietet, verlangt die Einebnung der Alpen.

Warum schaffen Sie es nicht, deutsche Preise anzubieten?

Weil wir zu österreichischen Bedingungen produzieren müssen. Die Städte sind dünner besiedelt, die Alpen erschweren die Belieferung der Standorte. Eine Filiale erwirtschaftet ein Drittel des Umsatzes einer deutschen Filiale. Und wir haben in Österreich eine um sechs Prozent höhere Steuerquote, die sich letztendlich in den Verbraucherpreisen niederschlägt.

 

Wie hoch ist der Preisunterschied zu Deutschland?

Wenn man einen fairen Vergleich anhand der Regalpreise durchführt, kommt man – über das ganze Sortiment gesehen – auf eine Differenz von 20 Prozent. Rechnet man aber sämtliche Aktionen und Stammkundenrabatte ein, die es in dieser Größenordnung bei DM Deutschland nicht gibt, kommt man auf einen Preisunterschied von zehn Prozent.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.08.2012)

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87 Kommentare
 
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Die Einebnung der Alpen

machen wir laengst: immer mehr Lifte in immer hoeheren Regionen. Gruenlandzerstoerung ...

Gast: den Falschen interviewt
28.08.2012 22:49
1 0

Hohe Profitmargen als Inflationsmotor wegen ungezügelter Geldmengenausweitung von Fed/Wallstreet und EZB

DM ist ein schlechtes Beispiel für die inflationäre Preistreiberei von Konzernen, da in D mit sozial-ethischer Unternehmensphilosophie des Gründers gemanagt: http://de.wikipedia.org/wiki/Dm-drogerie_markt Hingegen die österr. Filialen gehören seinem sozial weniger sensiblen Rudergefährten, weshalb die DM-Preise in Ö höher als in D sind. Was dessen Manager als Ausrede sagt ist Holler.

Sinnvoller wäre es gewesen, das Management von preistreibenden US-Konzernen wie Unilever, McDonalds, Apple etc. oder Nestle, Danone etc. zu befragen.


Gast: Konservativer
28.08.2012 22:04
0 1

Für mich gibt es zwei Gruppen Österreicher:


1.) Versager, die gerne mehr bezahlen.

2.) Menschen, die ALLES aus Deutschland bestellen. Bis hin zum Klopapier.

Gast: Preiskontrollen fehlen
28.08.2012 20:54
1 0

Die märchenerzählenden Konzernherren & Manager profitieren von der hohen Kaufkraft der österr. Unterschicht, die sie rigoros abschöpfen

In D bekommen die Sozialhilfeempfänger mit "Hartz IV" monatlich 350 Euro. Die Masse der Unterschicht hat vergleichsweise wenig Kaufkraft.
Die Mittelschicht sind meist unprätentiöse Centfuchser, die lieber schaffe-schaffe Häuslbaun und Vermögen akkumulieren statt ihr Geld mit Konsumausgaben zu vergeuden. Die Superreichen zahlen als Steuerflüchtlinge sowieso kaum Steuern. Die sog. Preiselastizität ist daher in D viel geringer als im verschwendungssüchtigen Ö, wo das Volk viel spendabler ist und viel leichtfertiger als die sparsamen Alemannen mit dem Geld umgeht.

Unsere "Armen" werden hingegen mit 750 Euro monatlich und vielen Sozialleistungen plus kostenloser Gemeindewohnung verwöhnt. Daher hat die leichtfertig-splendable, hochstaplerische Masse in Ö viel mehr disponibles Geld für jede Menge Schnickschnack=Konsumausgaben zur Verfügung. Die splendablen Österreicher reagieren viel weniger preissensibel als die sparsamen Alemannen.

Das wissen die Konzerne. Daher wird bei uns unverschämt groß abgecasht.

Ö ist die Bonanza der Konsumgüterbranche in Europa, weshalb mit einer fixkostenintensiven hohen Filialdichte die Käufer zum Geldausgeben verführt werden.

Im Endeffekt profitieren die gerissenen Konzerne und ihre Shareholder-Milliardäre vom hohen Sozialausgabenniveau in Ö, welches die verarmende Mittelschicht durch noch höhere Abgaben, Kostenüberwälzungen und Leistungskürzungen bereitwillig finanzieren darf.

Die Konzernherren lieben daher SPÖVP.
Und erzählen uns gerne Märchen.

Gast: gladiator18
28.08.2012 18:47
0 0

Österreich=Schweiz (aber mit Schundlöhnen)= DUMMLAND:)

....also schnell auswandern, bevor am Walserberg und in Simbach wieder die Grenzhütteln stehen.....:):):)

Gast: Peter aus dem Norden
28.08.2012 15:25
1 1

Einkommensstruktur

mich wundert ja schon seit Jahren warum in Deutschland alles billiger ist aber die Leute mehr verdienen als Hierzulande ! Die Steuerquote kommt ja beim Bruttoeinkommen bekanntlich noch nicht zum tragen....

"wir haben in Österreich eine um sechs Prozent höhere Steuerquote"

Mit anderen Worten: "die Regierung kassiert an den höheren Preisen schön mit."

Gast: General Schnitzelsemmel
28.08.2012 14:13
2 1

Es wird zb Fisch von den Küsten Afrikas in die Niederlande transportiert und dort billiger verkauft als in der Nordsee gefangener,

und dann versucht uns der einzureden der Transport über die Alpen wäre ein Hindernis?

Re: Es wird zb Fisch von den Küsten Afrikas in die Niederlande transportiert und dort billiger verkauft als in der Nordsee gefangener,

naja, die schiffe müssen die alpen notgedrungen irgendwie umgehen. kasperl.

Antworten Antworten Gast: Gast2
28.08.2012 21:41
2 0

Re: Re: Es wird zb Fisch von den Küsten Afrikas in die Niederlande transportiert und dort billiger verkauft als in der Nordsee gefangener,

Umschwimmen. Wenn schon.

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Steuerquote

Die Steuerquote wird bei den Preisvergleichen viel zu gerne übersehen. Es geht ja nicht nur um die Mehrwertsteuer, die in D niedriger ist, sondern auch um Lohnsteuern, Gewerbesteuern und all die Gebühren und Abgaben, die in Ö einfach höher sind als in D. Dass die Unternehmen das nicht schlucken, sondern weitergeben, ist logisch. Für die im Vergleich relativ höheren Preise dürfen wir uns bei der ach so kompetent wirtschaftenden Politik bedanken. Die 20 Cent, die ein Duschgel in Ö mehr kostet als in D, fließen zum größten Teil ins Staatsbudget.

Gast: BetterCallSaul
28.08.2012 11:26
6 3

Dasselbe Haargel

von Schwarzkopf, gleiche Packungsgröße:

DM in Ö: 3,8 Eur
DM in D: 1,6 Eur

So hoch können die Alpen garnicht sein...

Gast: nur ein Bürger Österreichs
28.08.2012 11:08
3 2

Managersprache

Was sollte dieser Großkotz denn anderes von sich geben, hängen doch seine Boni und Erfolgsprovisionen von den bei uns überteuerten Preisen ab. Noch dazu verdienen die meisten Österreicher im Schnitt auch noch weniger als die Deutschen Bürger.
Danke für dieser Erklärung!

Dieselbe Zahnpasta beim dm

absolut identisch, gleiche Füllmenge, keine Aktion:

EKZ München Perlach: 29ct

SCS: 69ct

Man bekommt so einen Hass auf diese Konzerne das man nur mehr bei irgendeinem Diskonter das allerbilligste kauft, es ist eh überall dasselbe drin und die höheren Preise zahlen wir weil man es mit uns einfach machen kann.

Gast: NPT
28.08.2012 10:23
5 1

:(

Selten einen so kompromierten Unsinn gelesen!

Gast: 23
28.08.2012 09:49
3 0

2

....Preise müßten in Deutschland teurer sein...die haben ja das Meer herum....

Re: 2

unsere Alpen sind Schuld, ist doch eh klar.

Ich verstehe ja nicht viel von BWL

aber, wenn ich in Österreich dreimal so viel Filialen (pro Einwohner) hab, wie in D, dann darf ich mich nicht wundern, wenn ich pro Filiale nur 1/3 des Umsatzes mache...

Re: Ich verstehe ja nicht viel von BWL

stronach liebt wähler wie Sie!

Re: Re: Ich verstehe ja nicht viel von BWL

Da ich diesen Typen nie und nimmer wählen würde, fasse ich Ihre Aussage NICHT als Kompliment auf!

Unwissenheit schützt.....

....vor Zahlen nicht!
vor Zahlen nicht.

Der Sozialstaat kostet und muss bezahlt werden! 14 Gehälter bei max. 10,5 Monaten Arbeitsleistung, 14 X Sozialabgaben an die Krankenkassen obwohl man nur 12 Monate max. die Möglichkeit hat, krank zu sein (138%) werden vom Arbeitgeber u.Arbeitnehmer gemeinsam abgeführt, sowie Strassenmaut, Fremdenverkehrsabgabe, Grundbesitzabgabe und Hygieneartikelsteuer, machen neben der Mehrwertsteuer den Unterschied aus! Nicht zu vergessen die höheren Stromkosten. Wenn der Herr DM Manager so geantwortet hätte, wäre vieles klarer gewesen, aber er ist halt auch nur ein Angestellter....... daher die Preisunterschiede bei Nivea etc....

Antworten Gast: skeptischer mitbürger
28.08.2012 10:35
6 0

Re: Unwissenheit schützt.....

Und vlt. sollte man auch beachten, dass das nominale BIP/Kopf in Österreich um 14% höher liegt als in Deutschland (in Kaufkraftparitäten um 10%)... ziehen sie mal in die Schweiz, da zahlen sich nochmal 40-100% mehr als hierzulande. Wo die Leute mehr verdienen, sind die Produkte auch teurer - irgendwie logisch, oder? Die Firmen müssen neben höheren Strom-, Treibstoff-, Grundstückskosten und co. auch höhere Personalkosten bestreiten.

Antworten Gast: DieLeutSindJaSoDeppert
28.08.2012 10:31
1 3

Re: Unwissenheit schützt..... vor Zahlen nicht

jaja... weil 14 Monate zahlen und 12 Monate krank sein 138% der Beträge sind (14/12*100 = 117%, um bei der Wahrheit zu bleiben).

Und schon mal dran gedacht, dass ein Sozialstaat nicht NUR Nachteile hat?

Re: Re: Unwissenheit schützt..... vor Zahlen nicht

wohl schwer von Begriff,daher nochmal
14 Monate werden bezahlt, das Jahr hat aber nur 12 Monate!
1 Monat = Urlaub und 14 Tage ist der Durchschnitt in Krankenstand. Sie sind offensichtlich länger imKrankenstand, daher geht bei Ihnen die Rechnung nicht auf!
wohl 6 Jahre Volksschule und als 9 Jahr einen Tanzkurs absolviert?

Gast: gast:1
28.08.2012 09:41
5 0

privat-Meinung

mir ist der DM erheblich sympathischer als alle anderen:

der Müller ist ein Ramschladen - von Düften bis DVDs hat der alles mögliche im Programm.

Der Bipa will wohl keine männlichen Kunden, so wie die werbe-technisch auftreten..

und der Schlecker ist Vergangenheit und war eh nie eine ernsthafte Option für mich.

Steuern

Und wir haben in Österreich eine um sechs "Prozent höhere Steuerquote, die sich letztendlich in den Verbraucherpreisen niederschlägt."

Das sollte man Spindelmann als Maistrich vor die Haustüre malen. Steuern kommen IMMER zurück zum Konsumenten - ganz egal, wie peinlich-polemisch die Politiker immer davon sprechen, dass sie ja den "kleinen Mann" entlasten und den "großen, bösen Unternehmer" belasten wollen: letztlich zahlens erst recht alle Konsumenten gemeinsam.

Und das ist natürlich auch völlig logisch und nachvollziehbar. Der Unternehmer muss die Steuer-Unkosten ja irgendwie wieder wettmachen.

 
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Hobbyökonom