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Sturmgewehr & Co.: Der Handel mit Kleinwaffen boomt

28.08.2012 | 11:31 |   (DiePresse.com)

Der weltweite Handel hat sich seit 2006 mehr als verdoppelt. Österreich zählt laut aktueller Studie zu den fünf größten Hauptexporteuren von Kleinwaffen.

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Der weltweite Handel mit Kleinwaffen hat sich seit 2006 auf mindestens 8,5 Milliarden US-Dollar pro Jahr mehr als verdoppelt. Damals wurde das Handelsvolumen auf vier Milliarden Dollar geschätzt. Das geht aus dem Kleinwaffen-Report "Small Arms Survey 2012" hervor, der am Montag in Genf veröffentlicht wurde. Für die Entwicklung gibt es mehrere Gründe. Vor allem Privatpersonen in den USA haben mehr Geld für Klein- und Leichtwaffen sowie Munition ausgegeben. Zudem haben Regierungen für ihre in Irak und Afghanistan stationierten Streitkräfte umfangreiche Mengen an Waffen und Munition gekauft. Etwa die Hälfte der 8,5 Milliarden Dollar entfällt übrigens auf Munition.

Aber auch bessere Informationen und differenziertere Forschungsmethoden haben zur deutlichen Korrektur der Schätzung beigetragen. Viele Waffen tauchten vorher nicht in der Statistik auf. Dennoch bleiben weiterhin große Teile des legalen Handels undurchsichtig, wie Eric Berman, Managing Director des Small Arms Survey sagt. "Während die staatliche Transparenz bei Kleinwaffentransfers nach und von Europa und Nordamerika relativ solide war, hinkt sie in Afrika, Asien und dem Mittleren Osten hinterher", so Berman. Vor allem von Russland und China wünscht er sich mehr Transparenz.

Österreich zählt zu Hauptexporteuren

Es zeigt sich auch, dass der legale Handel von Klein- und Leichtwaffen hoch konzentriert ist. Das heißt, er findet nur in einer Handvoll Ländern statt. 2009 zählten laut Bericht die folgenden Staaten laut Zolldaten zu den Hauptexporteuren (jährliche Exporte von mindestens 100 Millionen US-Dollar, in absteigender Reihenfolge):

  • USA
  • Italien
  • Deutschland
  • Brasilien
  • Österreich
  • Japan
  • Schweiz
  • Russland
  • Frankreich
  • Südkorea
  • Belgien
  • Spanien

Die USA liefern als weltweite Nummer eins Klein- und Leichtwaffen sowie Munition im Wert von rund 706 Millionen Dollar ins Ausland. Im Vergleich dazu: Österreich exportiert laut Small Arms Survey im Umfang von mindestens 249 Millionen Dollar - vor allem Revolver, Pistolen, Sport- und Jagdgewehre sowie Munition für diese Waffen.

Klein- und Leichtwaffen
Kleinwaffen können von einer Person getragen und bedient werden. Dazu zählen laut UN Comtrade Pistolen, Revolver, Sturm- und Jagdgewehre.

Leichtwaffen sind demnach z.B. tragbare Raketenwerfer, Maschinengewehre und Panzerfäuste.

Hauptimporteure waren 2009 (jährliche Importe von mindestens 100 Millionen US-Dollar, in absteigender Reihenfolge) die USA, Großbritannien, Saudi-Arabien, Australien, Kanada, Deutschland und Frankreich.

Unabhängiges Forschungsprojekt

Das "Small Arms Survey" ist ein unabhängiges Forschungsprojekt am Genfer "Graduate Institute of International and Development Studies" und wurde 1999 ins Leben gerufen. Es wird von der UNO unterstützt.

(phu)

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15 Kommentare

Die Small Arms Survey als unabhängig zu bezeichnen ist aber mutig...

Das ist praktisch der Club der Leute, die den privaten Waffenbesitz verbieten wollen, weil sie Bürgerrechte hassen. Deswegen projizieren sie irgendwelche sozialen Probleme auf Gegenstände.

Waffen sind eine der wenigen Branchen, in denen das innovations- und erfolgreichenfeindliche Österreich noch konkurrenzfähig ist. Da reißen uns ein paar kluge Köpfe wieder einmal raus...

Gast: Katja Triebel
28.08.2012 22:20
3 0

Die Produktion ist inflationsbereinigt um bis zu 30% zurückgegangen.

Der unabhängige Report des Small Arms Survey, das von dem angeblichen "Kleinwaffenproblem" lebt, erweitert die Datenbasis und vergißt die Inflation.

Von den 8,5 Mrd. Dollar sind 1,77 Mrd. Zubehör, welches vorher nicht betrachtet wurde. (entspricht 41,6% Erhöhung).

Vergessen wurden pro Jahr ca. 2-5% Preissteigerung. (entspricht 10-25% für fünf Jahre).

Vergessen wurde der hypermäßige Preisanstieg bei der Munition, deren Komponentenpreise (Blei, Zink, Kupfer) sich währen dieser Zeit (2006-2011) auf das 3000-fache gesteigert hatten, wodurch sich deren Preise in einem Jahr um 30% steigerten.

50% der Exporte betreffen Munition, die einen über 40% Anstieg im Preis verzeichnete.

Fast man alle Variablen zusammen, kommt man auf einen inflationsbereinigten Rückgang.

Soviel zur "Unabhängigkeit" eines Instituts, dass nur Waffenkontrollbefürworter in seinen Autoren-Reihen hat, jedoch keinen einzigen Waffenbefürworter schreiben lässt und wissenschafliche Daten auf seine ganz eigene Art und Weise interpretiert.

Dass man die erhobenen Daten auch anders interpretieren kann, steht u.a. hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Waffenexport#Aktuelle_Waffenexporte" target="_blank">http://de.wikipedia.org/wiki/Waffenexport#Aktuelle_Waffenexporte

1 1

Falls das Heer in AT jetzt abgeschafft wird,

oder ein Mini-Milizheer kommt, werden wir uns eben zivil besser bewaffnen müssen.

Antworten Gast: Pedro
31.08.2012 20:04
2 0

Re: Falls das Heer in AT jetzt abgeschafft wird,

1,5 Millionen Österreicher sind Waffenbesitzer!

Wir sind jetzt schon eines der wehrhaftesten Völker der Welt und haben mehr Waffen in Privathaushalten wie sehr viele US Staaten! Ok, die Schweiz hat noch mehr.

Und trotzdem passiert nur sehr wenig.

Unabhängig??

So wurde glaube ich noch nie eine Lobbying Gruppe bezeichnet? :-)

Mal im ernst diese Gruppe redet die ganze Zeit von Kriegsgebieten, sie will aber in wirklichkeit den legalen privat besitz verbieten, kurz gesagt sie will dem Bürger die Waffen nehmen und ihn so wehrlos machen. Die größten gefahr für den Mensche geht immer noch von Staaten mit Waffen aus und nich von ander Bürger mit Waffen. Siehe: Hitler, Stalin, Pol pot, Mao usw.

Antworten Gast: Kibietz
28.08.2012 20:01
3 0

Re: Unabhängig??

Treffender kann mans kaum sagen.

Doch haben unsere Politiker nicht allen Grund Waffen in privaten Besitz zu fürchten? Bei der Politik die sie machen?

sehr gut !

die ausgaben in diesem staat müssen schliesslich bezahlt werden.

250 Mio ist net schlecht...weiter so !

Antworten Gast: Bärenfalle...
28.08.2012 16:37
3 1

Re: sehr gut !

Da kann man nur beipflichten und hinzufügen:

Eine der wenigen Produktionssparten in denen Österreich mit dem internationalem Wettbewerb mithalten kann, sowohl bei Innovation als auch Qualität.


Antworten Antworten Gast: Hammvieh
28.08.2012 19:21
0 0

Re: Re: sehr gut !

Was freilich nicht das Verdienst politischer Arbeitsplatzbeschaffungs- und Unternehmungsansiedelungsmassnahmen ist, sondern die Politik arbeitet im Gegenteil an der Ermordung dieser Betriebe.

Antworten Antworten Antworten Gast: Pedro
31.08.2012 20:05
1 0

Re: Re: Re: sehr gut !

Das interessante ist ja, dass mittlerweile sogar die ÖVP diesen Betrieben und dem Verkauf in Öst. in den Rücken fällt.

Aber 1,5 Millionen Waffenbesitzer, tausende Arbeitnehmer und Unsummen an Steuergelder sind ja anscheinend gerade in der größten Wirtschaftskrise seit Ewigkeiten anscheinend nicht gefragt.

so ists fein

"neutral" zu sein...

0 0

Re: so ists fein

Jeder Haushalt sollte Leichtwaffen für den Notfall besitzen.

Re: so ists fein

Quatsch! Denk an die österr. Arbeitsplätze und die Wertschöpfung für unser Land ! Wenn wir's nicht verkaufen, so kaufen sie's anderswo, das ist eine Tatsache, leider...

Re: Re: so ists fein

sag ich ja: doppelmoral vom feinsten, geld stinkt nicht und wenn andere mit unseren waffen töten geht uns das ja nix an. noch a krügerl?

Antworten Antworten Antworten Gast: Pedro
31.08.2012 20:16
2 0

Re: Re: Re: so ists fein

Waffen sind doch nicht das Problem. Wenn die sich töten wollen, dann tun die das halt anders, wenn sie keine Pistolen etc. mehr kriegen.

Und Waffen werden nicht nur für Krieg benutzt. Es gibt ja auch noch Jäger, Sportschützen, ... Der Großteil der Privatwaffen ist zb. in Öst. Häusern um für den Notfall (Notwehr!!) vorzusorgen. Immerhin 1,5 Millionen Österreicher haben mind. 1 Waffe. In mehr als 1/4 der Öst. Haushalten ist mind. 1 Waffe.

Ich bin am Land großgeworden und hier ist das Zeug absolut normal. Hier weiß jeder dass man in ein Haus nicht einbricht (wenn die Leute zu Hause sind) denn das könnte sonst die letzte Straftat sein.

Und genau wegen diesem Risiko sind wir in Öst. relativ verschont von dem Problem der Einbrüche während die Bewohner schlafen.

England hat das Volk entwaffnet. Allerdings nur das normale Volk, die Kriminellen haben weiterhin welche, mit dem Problem, dass die nun ungehindert die Häuser ausräumen können, während die Bewohner zu Hause sind.

Waffen haben also nicht nur schlechte Seiten. Sie sind gut für den Selbstschutz, aus generalpräventiver Sicht um Einbrüche während die Bewohner zu Hause sind zu verhindern, für Sport (Biathlon, ...), für Jäger, ...

Das Thema Waffen ist nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint.

Hobbyökonom