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Obama will Spritverbrauch bis 2025 per Gesetz halbieren

29.08.2012 | 19:15 |   (Die Presse)

Kurz vor der Wahl verschärft der US-Präsident die Effizienzvorschriften. Dennoch folgte umgehend Kritik. Nicht nur von Obamas republikanischem Herausforderer

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[Wien/ag./red.] Die USA sind ein Land der Autofahrer. Trotz der jüngsten Ausschläge des Ölpreises nach oben ist in kaum einem anderen westlichen Industrieland Treibstoff an der Zapfsäule so günstig wie zwischen New York und Kalifornien. Das führt dazu, dass der Spritverbrauch ein viel geringeres Gewicht beim Autokauf darstellt als etwa in Europa. Denn während in der EU der Durchschnittsverbrauch von Neuwagen im Vorjahr bei knapp 5,8 Liter je 100 Kilometer gelegen ist, waren es in den USA noch 8,6 Liter pro 100 Kilometer.

Dies will US-Präsident Barack Obama nun gesetzlich ändern. So verabschiedete er am Dienstag ein Gesetz, wodurch die seit 1973 bestehenden Effizienzvorschriften für Neuwagen deutlich verschärft werden. Der durchschnittliche Spritverbrauch für neue Autos muss demnach bis zum Jahr 2025 auf 4,3 Liter je 100 Kilometer sinken. In die Pflicht genommen werden dafür die Autohersteller.

„Diese Standards für den Treibstoffverbrauch sind der wichtigste Schritt, den wir jemals unternommen haben, um unabhängig von ausländischem Öl zu werden“, so Obama in einer Aussendung. Und um Kritikern des Gesetzes den Wind aus den Segeln zu nehmen, rechnet das US-Verkehrsministerium auch gleich vor, dass sich die amerikanischen Familien durch das Gesetz langfristig 1,7 Billionen Dollar (1,4 Billionen Euro) pro Jahr ersparen werden. „Die Nettoersparnis entspricht einem Absenken des Benzinpreises um einen Dollar pro Gallone (3,79 Liter, Anm.)“, heißt es weiter.

Deutsche kritisieren Gesetz

Dennoch folgte umgehend Kritik. Nicht nur von Obamas republikanischem Herausforderer für die Präsidentschaft, Mitt Romney, der bereits angekündigt hat, das Gesetz wieder rückgängig machen zu wollen. Auch die deutschen Autohersteller VW und Daimler kritisieren das Gesetz. „Die Bürden sind nicht gleichmäßig in der Branche verteilt worden“, so VW in einer Stellungnahme.

Konkret geht es darum, dass für Pkw und sogenannte „Light trucks“ (also den in den USA besonders populären Pick-ups und SUVs) unterschiedliche Kriterien gelten. Während bei Ersteren der Verbrauch pro Jahr um fünf Prozent sinken soll, sind es bei den größeren und spritschluckenderen „Light trucks“ nur 3,5 Prozent.

Von der US-Regierung wird diese Bevorzugung damit begründet, dass sonst typische Eigenschaften von SUVs und Pick-ups wie hohe Zuladung und große Anhängelast nicht mehr möglich sind. Laut den beiden deutschen Herstellern ist dies eine ungerechte Bevorzugung der US-Konzerne GM, Ford und Chrysler, die in ihrem Modellportfolio überdurchschnittlich viele Autos haben, die unter die „Light truck“-Regelung fallen.

Ähnlich wie bei der EU-Verordnung über den maximalen CO2-Ausstoß je Kilometer (was einer Verbrauchsmessung mit anderen Werten entspricht), müssen auch in den USA Hersteller Strafen zahlen, wenn der Durchschnittsverbrauch ihrer jährlich produzierten Flotte über dem gesetzlich vorgeschriebenen Schnitt liegt. Bei diesem Punkt gibt es wiederum regelmäßig Kritik von Umweltschützern. Denn die Strafen wurden seit dem Jahr 1983 lediglich um zehn Prozent angehoben. Die Inflation stieg währenddessen jedoch um knapp 120 Prozent.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30. August 2012)

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17 Kommentare

Natürlich ist ein Pickup/SUV die vernünftigere Wahl.

Bei einem potentiellen Zusammenstoß im von schweren SUVs (und Konsorten) durchsetzten US-amerikanischen Verkehrsgewühl sitzt man selbst natürlich auch lieber in einem großen und schweren US-Gefährt als in einem europäischen oder asiatischen "Klein-Wagen" ...

"protect your family"

Antworten Gast: Alternativer Grüner mit Mild-Hybrid-Antrieb
29.08.2012 22:48
0 1

Re: Natürlich ist ein Pickup/SUV die vernünftigere Wahl.

Wohl noch nie etwas vom Mercedes
der Baureihe 221 gehört?

Gast: Gast - Heinrich
29.08.2012 15:41
0 4

Verbrauch Anno 1936-38

Schon in den 30er Jahren gab es Dieselautomobile mit 3,5 l Verbrauch je 100 km

z.B. Mercedes 260 D
Citroen Rosalie 10 CV Diesel,...

Abgesehen von den damals geringen Motorleistungen -

Wo ist da der Fortschritt??

Freundschaft Genossen
Heinrich

Gast: Radio ÖVP
29.08.2012 14:13
1 1

Warum kostet der Liter Sprit in Louisiana nur 77 Cent?


Antworten Gast: 7645
29.08.2012 16:11
1 0

Re: Warum kostet der Liter Sprit in Louisiana nur 77 Cent?

Warum kostet er in Venezuela 0,01 Euro?

Antworten Antworten Gast: Tschetnik
29.08.2012 16:46
1 0

Re: Re: Warum kostet der Liter Sprit in Louisiana nur 77 Cent?

Warum kostet er in Österreich 1.80 Euro?

Antworten Antworten Antworten Gast: MCU
30.08.2012 09:10
0 0

Re: Re: Re: Warum kostet der Liter Sprit in Louisiana nur 77 Cent?

Weil der österr. Staat - wie alle anderen europäischen Staaten - den Hals nicht vollkriegt! Mehr als die Hälfte vom Spritpreis geht ja als Steuer (=Abzocke) in das Staatsbudget.

1 0

2025?

Ein Schritt in die richtige Richtung. Für den Europäischen Standard meiner Meinung nach immer noch zu viel wenn man bedenkt das man einen 140ps Golf schon mit 4l auf 100km bewegen kann. Bei entsprechender Fahrweise natürlich
:) Das Problem ist die übertrieben hohe Leistung mancher Pkw. In einer doku bezeichnete ein Ami einen 220ps Pkw als normal. Wenn ich daran denke dass viele Österreicher wahrscheinlich mit 90 bis 170 ps sehr zufrieden sind (je nach Gewicht des Wagens natürlich) kommt mir das etwas übertrieben vor. Ein familientaugliches Auto mit geschätzten 1,3 Tonnen Gewicht braucht nunmal keinen über 200ps starken V6 Motor. Vielleicht sind die Preise in den USA einfach zu niedrig... Ich weiß es nicht. Kann mir gut vorstellen dass man sich einfach einen stärkeren Motor nimmt wenn sich dieser preislich nicht deutlich vom schwächeren absetzt. Zudem sind die spritpreise verglichen mit Österreich oder anderen europäischen Staaten ein Witz.

Antworten Gast: 2 cents...
29.08.2012 14:20
0 1

Re: 2025?

So kann man das nicht sehen.
Die "PS" der Motoren werden in den USA anderes angegeben (SAE) als hier in Europa (DIN).
Bei uns wird die Leistung gemessen/angegeben, die der Motor an das Getriebe abgibt (inkl. aller sonstigen Verbraucher wie Lichtmaschine oder Auspuffanlage). In den USA wird jedoch direkt am Motor gemessen. Meistens auch mit optimierten Gemischen bzw. Tricks in der Berechnung.
Dadurch kann es leicht passieren, dass ein 70PS Golf (EU) in den USA mit 150PS angegeben werden würde.

Somit kann man leider die Aussage eines Amerikaners in Bezug auf die Leistung deren PKW nicht auf Europa umlegen.

just my 2 cents...

Gast: otto f.krammer
29.08.2012 09:23
1 1

Zukünftig wird der Treibstoffverbrauch an Sonnenkilowattstunden gemessen werden!

Da schneiden alle Biomassekraftstoffe sehr schlecht ab, denn über die Photosynthese gibts nur einen sehr schwachen Wirkungsgrad.

Gast: schwarzseher
29.08.2012 08:48
2 3

trucks

pick- up trucks u. geländewagen werden in den usa hauptsächlich zum arbeiten und ziehen von schweren trailer verwendet. etwas höherer verbrauch ist logisch.

0 1

Re: trucks

Ich war erst letztes Jahr in den USA. Dort habe ich einige Leute kennen gelernt,die diese Riesen spritfresser besitzen und Sie nicht für die gedachten Einsatzmöglichkeiten verwenden. Lediglich einer von ihnen nutzte seinen pick up Truck wofür dieser eigentlich konzipiert wurde. In Canada verhält es sich nach meinem Eindruck leider ähnlich.

Antworten Gast: jessasna11
29.08.2012 11:06
2 1

Re: trucks

Nein.
Einfach rüberfahren und ansehen.
In 90% der Trucks wird in ihrer ganzen Lebensspanne nicht mehr als der übergwichtige Fahrer transportiert. Und als Zugmaschinen kommen noch weniger zum einsatz.

0 0

Re: Re: trucks

Vollkommen richtig. Der Fuhrpark der ländlichen Amerikaner besteht zu 2/3 aus Pickups und großen SUVs, natürlich mit Benzinmotoren, denn Diesel wird in den USA nur für LKWs verwendet.
Das restliche Drittel sind normale Limousinen bzw. Kombis und die stellen auch schon die Untergrenze dar. Denn das ganze Kleinwagensegment fehlt vollständig, das findet man höchstens in den Großstädten.

Antworten Gast: 5674
29.08.2012 11:02
0 0

Re: trucks

Sind Sie dumm oder einfach nur uninformiert?

Antworten Antworten Gast: schwarzseher
29.08.2012 12:15
2 0

Re: Re: trucks

danke. aufgrund der geringen besteuerung von kraftstoff in den usa vollkommen verständlich das kaufverhalten der menschen. ein v8 fahrer mit genuß und guten gewissen.

1 1

Re: trucks

"Nach Daten des Marktforschers Autodata sind in den ersten sieben Monaten des Jahres beinahe so viele sogenannte Light Trucks in den Vereinigten Staaten verkauft worden wie Pkw: 4,0 Millionen zu 4,4 Millionen." ich wusste gar nicht, dass es in den USA Millionen von Trailer gibt...aber Scherz beiseite betrachtet man die Zulassungszahlen, ist das eine schwache Ausrede. Zumal die amerikanische Mama ihre Kinder natürlich im spritsaufenden SUV in die Schule bringt. Nicht umsonst rührt da die Tatsache her, das der Amerikaner durchschnittlich mehr als doppelt so viel Energie verbraucht wie ein Europäer...

Hobbyökonom