22.05.2013 13:06 Merkliste 0

Ergo: Lustreisen ins "berüchtigste Hotel der Welt"

30.08.2012 | 10:31 |   (DiePresse.com)

2011 flog eine Lustreise nach Budapest auf. Die war offenbar kein Einzelfall. Der Versicherer gewährte auch Zuschüsse für Reisen in einen Swinger-Club.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Der deutsche Versicherungskonzern Ergo war 2011 durch eine Sex-Party in Budapest mit Prostituierten als Belohnung für Versicherungsvertreter in die Schlagzeilen geraten. Dies sei ein Einzelfall gewesen wurde stets betont. Interne Ermittler haben nun weitere Lustreisen aufgedeckt, wie das "Handelsblatt" berichtet. Demnach weilten die leistungsstärksten freien Vertreter der Ergo-Tochter Hamburg-Mannheimer auf Konzernkosten im Bordell auf Mallorca. Und auch für tagelange Aufenthalte in einem Swinger-Club auf Jamaika (Hedonism II) kam die Firma bis vor kurzem auf. Drei Berichte der Konzern-Revision, die der Zeitung vorliegen, belegen das.

Vor einem Jahr war publik geworden, dass die rund 70 besten Versicherungsvertreter im Jahr 2007 in der Budapester Gellerttherme Orgien mit rund 20 Prostituierten gefeiert hatten. Die Frauen wurden in Firmenfarben bemalt und mit farbigen Bändern ausgestattet. An diesen konnten die Vertreter erkennen, zu welchen Diensten die Prostituierten bereit waren. Die Kosten der Sexparty wurden zudem als Betriebsausgabe von der Steuer abgesetzt.

Falsche Kostenberechnungen
Die Budapest-Affäre war nicht der einzige Skandal, den Ergo im Vorjahr durchzustehen hatte. Einigen Kunden sind Versicherungsverträge mit falschen Kostenberechnungen verkauft worden. Bis zu 12.000 Kunden waren betroffen.

"Das berüchtigste Hotel der Welt"

Zwischen 2009 und 2011 fuhren Geschäftsstellen der Hamburg-Mannheimer in einen Swinger-Club in Jamaika. Die Reise im Jahr 2010 kostete laut Revisionsbericht etwa 75.000 Euro. Der Konzern kam dafür zwar offenbar nicht auf, gibt aber zu, dass es Zuschüsse für die Jamaika-Reisen gegeben habe, wie "Spiegel Online" berichtet. In dem Bericht heißt es auch: "Die Hotelbeschreibung enthielt unseres Ermessens Hinweise auf die Ausrichtung des Hotels."

Was damit gemeint ist, zeigt ein Blick auf die Homepage des Swinger-Clubs: "Seit dem Augenblick als Hedonismus II die Tore öffnete, vor rund fünfundzwanzig Jahren, ist es das berüchtigste Hotel in der Welt für Singles und Paare ab 18 Jahren", wirbt das Hedonism II. Und: "Jeder Gast kommt mit einer unglaublichen Geschichte und mit einem verwegenen Lächeln Heim und träumt schon von nächsten Urlaub im Hedo II."

"Budapest war ein Einzelfall"

Laut Unternehmenssprecher Alexander Becker lassen sich die Ausflüge in den Swinger-Club in Jamaika nicht mit der Lustreise in Budapest vergleichen: "Bei dezentral organisierten Reisen wurde unternehmensseitig nicht die Auswahl von Hotels oder inhaltliche Ausgestaltung der Reise geprüft, sondern die Einhaltung formaler Kriterien für Reisewettbewerbe. Die Entscheidung über die Auswahl des Hotels wurde vom selbstständigen Vermittler getroffen. Budapest war nach unserer Kenntnis ein Einzelfall."

(phu)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

17 Kommentare

Das Firmenmotto

Coito, ERGO sum.

Und was kriegen wir Frauen?

Ein blitzendes Implantatlächeln vom Chef,eine Woche Schönheitsfarm,(als ob wir nicht schön genug für den Saftladen wären).
Die Welt ist ungerecht!!
Werde an Heinisch-Hosek schreiben !

0 0

Re: Und was kriegen wir Frauen?

...die soll gleich mitkommen?

Antworten Antworten Gast: chris.ow
30.08.2012 17:34
0 0

Re: Re: Und was kriegen wir Frauen?

Pfui grauslich!

Antworten Gast: chris.ow.
30.08.2012 14:03
0 0

Re: Und was kriegen wir Frauen?

In welchem Saftladen arbeiten Sie? Ergo?

Gast: wake_up
30.08.2012 13:14
4 0

einfach klasse!!

das leben ist eh ernst genug. das nennt man dann wohl bonus der lust ;-)

und diese scheinheilige gesellschaft die soetwas als skandal auslegt, sind vermutlich jene, die selber regelmäßig ein bordell besuchen.

0 0

Re: einfach klasse!!

Ja, es ist kein Skandal, sondern eher ein Sittenbild unserer Gesellschaft.

Aber da könnte man eben schon neidisch werden, wenn man so etwas liest.
Der Durchschnittsehemann kann davon wohl nur träumen.

1 0

Re: einfach klasse!!

Eigentlich geht das niemanden etwas an. Da werden wohl auch einige Gattinen erstaunt gewesen sein, was ihr Mann auf dem Seminar auf Mallorca wirklich gemacht hat.

Es gibt überhaupt keine Hemmschwelle mehr, die Privatsphäre normaler Bürger zu zerstören. Wenn das jemandem Spaß macht, soll er es tun. Es hat niemanden zu interessieren.

Gast: Security Guy
30.08.2012 11:41
3 0

Super!

Endlich eine Firma mit alternativen Boni für die Mitarbeiter. Nachahmenswert.

0 0

Re: Super!

Es wird wohl bei vielen Firmen sowas geben. Man erfährt es halt von denen, denen ans Bein gepinkelt werden soll.

Re: Super!


Bekommen die weiblichen MitarbeiterInnen etwas Adäquates,oder gibt´s da die gläserne Decke ?

Antworten Antworten Gast: Security Guy
30.08.2012 14:02
0 0

Re: Re: Super!

Fragen Sie bei ERGO. Ich war bei den Reisen leider nicht dabei.

was sie wollen...

Die können tun was sie wollen; Ob die in ein survival camp nach Patagonien fliegen, 5 Wochen Mensurfechten auf der Burg Rechterdeppenstein oder unter dem Motto "Ole, wir fahrn im Puff nach Barcelona!" sämptliche Lusthäuser und Swingerclubs von Berlin bis Tokio besuchen/ aktiv urlauben...! Mir egal. Wenn die Versicherung passt, können die mich auch nackt beraten, wenn das den Service hebt! Und immer das Argument: "Mit meinem Geld!" - Die Mitarbeiter werden auch mit "meinem Geld" bezahlt und was die damit kaufen, können wir ja Gott sei Dank auch nicht sehen (weil es us egal sein soll/ muss).
Also abregen, EinGangLion

P.S.: Man kann da ja auch fragen:"Was mit meinem Abo-Geld vom Spiegel wird so ein Blödsinn recherchiert?"

0 0

Re: was sie wollen...

Der größte Anreiz für einen Mann ist eben die Aussicht auf Sex.

Aber die Kosten bezahlt natürlich der Versicherungsnehmer, das muss klar sein. Aber nicht nur solche Lustreisen, sondern natürlich auch all diese Glaspaläste und Verwaltungsapparate.

Deshalb so wenige Versicherungen wie nur irgendwie notwendig abschließen. Von Lebensversicherungen und anderen Steuersparmodellen jedenfalls die Finger lassen!

Ich hatte einmal bei einem Vermögensberater gearbeitet. Kein weiteres Kommentar.


Antworten Gast: Auch das noch
30.08.2012 11:43
2 0

Re: was sie wollen...

Apropos Tokio: Schon mal gehört, wo japanische Firmen ihre Besten hinschicken. Da ist ERGO ein Waserl dagegen.
Außerdem: Wo ist da der Skandal?

0 0

In's Junglecamp?


Antworten Gast: Auch das noch
30.08.2012 11:42
0 0

Re: was sie wollen...

Apropos Tokio: Schon mal gehört, wo japanische Firmen ihre Besten hinschicken. Da ist ERGO ein Waserl dagegen.

Hobbyökonom