Reisende dürften am Freitag in Deutschland auf eine harte Geduldsprobe gestellt werden: Die Flugbegleiter bei der Lufthansa werden erstmals bundesweit streiken. Die Lufthansa hat bereits etwa 1000 der 1800 Verbindungen vom Flugplan gestrichen. Rund 100.000 Passagiere dürften Schätzungen zufolge betroffen sein.
Andere Airlines und die Bahn stellen sich auf einen großen Ansturm ein. In Zügen und auf den Autobahnen dürfte es eng werden. Die Deutsche Bahn rechnet mit tausenden zusätzlichen Fahrgästen. Eine Einigung in dem seit Monaten schwelenden Tarifkonflikt ist bisher nicht in Sicht.
Streik ist "unverhältnismäßig"
Der Lufthansa-Vorstandsvorsitzende Christoph Franz hat den Streik der Flugbegleiter als "völlig unverhältnismäßig" kritisiert. "Wir haben das (...) nicht in diesem Umfang so erwartet", sagte Franz am Donnerstag im "heute journal" des ZDF. Die Entwicklung sei "quasi aus heiterem Himmel" nach eineinhalb Jahren Gesprächen gekommen. Die Lufthansa sei weiter zu Gesprächen bereit. "Wir sitzen im Verhandlungsraum", sagte Franz. Auf den Streik am Freitag habe sich die Gesellschaft mit einem verlässlichen Sonderflugplan vorbereitet.
Das Unternehmen hat nahezu 1000 der 1800 geplanten Verbindungen für diesen Freitag gestrichen. Damit trifft die Gewerkschaft Ufo die Lufthansa unerwartet hart. Eine Annäherung ist in dem Tarifstreit nicht in Sicht.
Franz sagte, es gehe auch um die Wettbewerbsfähigkeit "in einem beinharten Wettbewerb". Das Umfeld habe sich in den vergangenen Jahren mit den Billigfliegern, den Staatsgesellschaften vom Persischen Golf und den hohen Ölpreisen dramatisch verändert. "Wir müssen das Unternehmen zukunftsfähig aufstellen", sagte Franz. Sonst komme es zu einem Schrumpfungsprozess.
(APA)
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