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Japan droht die Zahlungsunfähigkeit

07.09.2012 | 11:12 |   (DiePresse.com)

Schon in wenigen Wochen könnte die Staatskasse leer sein. Die Regierung muss bereits eingeplante Ausgaben in Höhe von 50 Milliarden Euro streichen. Universitäten und Provinzen müssen mit weniger Geld auskommen.

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Das hoch verschuldete Japan ist in gewaltige Finanzierungsschwierigkeiten geraten. Die Regierung kündigte am Donnerstag an, kurzfristig Ausgaben in Höhe von voraussichtlich 5 Billionen Yen (50 Milliarden Euro) bis November zu kürzen, da sonst die Zahlungsunfähigkeit drohe. Grund für die akuten Probleme ist ein Streit zwischen Regierung und Opposition: Letztere weigert sich, einem Gesetz der Demokratischen Partei von Premier Yoshihiko Noda zuzustimmen, das die Regierung zur Ausgabe neuer Staatsanleihen ermächtigt. So sollen eine Parlamentsauflösung und Neuwahlen erzwungen werden. Sollten sich die Parteien nicht schnell auf einen Kompromiss einigen, könne es zu weiteren für die Bürger schmerzhaften Einschnitten kommen.

Der Staatshaushalt wird seit langem zu fast der Hälfte über neue Schulden finanziert. Daher droht schon in wenigen Wochen die Staatskasse auszutrocknen. Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg muss die Regierung die Notbremse ziehen und einen Teil der eingeplanten Ausgaben streichen. Unter anderem werden den Provinzregierungen nun Steuerzuwendungen gekürzt und Universitäten Zuschüsse gestrichen.

Sozialhilfe könnte gekürzt werden

Aber auch mit diesen Streichungen drohe der Regierung Ende November das Geld auszugehen, warnte Finanzminister Jun Azumi. Die Regierung werde notfalls auch an die Sozialhilfeausgaben gehen müssen.

Beobachter rechnen jedenfalls damit, dass es auf einer außerordentlichen Parlamentssitzung zu einer Zustimmung durch die Opposition kommen dürfte. Die Opposition verlangt von dem Premier, dass er ein konkretes Datum für vorgezogene Neuwahlen nennt. Noda hatte der Opposition kürzlich für deren Zustimmung zur Anhebung der Verbrauchssteuer baldige Neuwahlen zum Parlament versprochen.

Japan ist das Industrieland mit der weltweit höchsten Staatsverschuldung. Im Jahr 2011 betrug diese rund 230 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Allerdings ist das Land hauptsächlich bei seinen Bürgern verschuldet.

(APA/dpa/Red.)

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38 Kommentare
 
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Man muß aber auch berücksichtigen

daß der Tsunami auch die Wirtschaft ganz schön angeschlagen hat.

Japan wird es schaffen-sie haben dem Rest der Welt eines voraus-sie sind glühende Patrioten.
Sie kaufen z.B. den wesentlich teureren Reis made in Japan, obwohl der am Weltmarkt wesentlich billiger wäre. Und sie kaufen offensichtlich im großen Stil Staatsanleihen.

Das ist der große Unterschied zur europäischen Mentalität-hier zählt nur der persönliche Erfolg.

Antworten Gast: Halbwissen
08.09.2012 09:53
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Re: Man muß aber auch berücksichtigen

Österreicher kaufen doch ebenfalls Obst und Gemüse ( und natürlich den Wein hätte ich fast vergessen / wichtigst ) vom Bauer !

Die japanischen Pensionsfonds werden doch gezwungen die Papierln zu kaufen.

Re: Man muß aber auch berücksichtigen

es ist genau das, was ich den profi-suderanten immer vorwerfe:
wenn sie nicht bloß obergscheit wären sondern auch ein bisserl moral und anstand hätten, dann hätte weder österreich noch irgendein anderes land in europa ein finanzierungs- oder sonstiges problem.

persönliche bereicherer, die ihr treiben aus der sicheren deckung eines sozialstaats heraus betreiben, ohne sich an dessen erhalt zu beteiligen.

wie war das vor wenigen Wochen?

Anleger flüchten aus dem Euro in den Yen!
tja ohne Worte, hab's ja damals schon geschrieben. Von einem Schrottpapier zum nächsten

Gast: diebankerglobalisierung
07.09.2012 22:09
2 1

der wallstreet und zocker-heuschreckenkapitalismus ruiniert nicht nur europas länder- sondern auch japan- und fast alle länder. die politik kann nun nur mehr schönfärben(eurochaos) und zuschauen wie es den arbeitenden und alten menschen auf der ganzen welt an den kragen geht


Gast: Musashi
07.09.2012 21:11
4 0

Japaner

Die packen das! Haben schon schlimmeres durchgemacht und sind noch stärker daraus hervorgegangen. Das liegt an ihrer Mentalität. (Wir Österreicher hatten so etwas auch einmal...)

Antworten Gast: Hans im Glück
07.09.2012 21:50
4 0

ISLAND hat es auch geschafft...

Sie haben ihre Währung abgewertet.
Sie haben Banker hinter Gitter gebracht.
Sie haben Banken pleite gehen lassen.
Sie haben sozial schwache unterstützt.

Sie haben jetzt ein Wirtschaftswachstum von über 4%.

Sie haben eine sinkende Arbeitslosigkeit.
Sie haben dem IWF gezeigt wo der Pfeffer wächst.

Plötzlich sind mir die Isländer sympathisch.

0 0

Re: ISLAND hat es auch geschafft...

korrekt, nur das wirtschaftswachstum beträgt 2,5 %

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Warum sagen´s nicht YEN-KRISE dazu ?


Gast: Niedersachse
07.09.2012 20:07
1 1

Der Beginn des Endes mit Schrecken

Ja, Japan implodiert,, denn nun ist sie da, die Stunde der Wahrheit.
Die Regierung hat sich anders als EU und USA bei der eigenen Bevölkerung verschuldet und das mit einem Mehrfachen des europäischen Schuldenbergs.
Wenn ich Ministerpräsident wäre, würde ich jetzt schwitzen, denn selbst das sanfteste Gemüt versteht beim Geld keinen Spaß. Das wird ein Sturm auf die Bastille.

USA und EU haben sich mächtige Feinde im Äußeren gemacht, in China zum Bleistift. Die Gelddruckerei hat schlußendlich die Fallhöhe optimiert, damit es richtig scheppert. Aus der Nummer kommt keiner raus.

Summa sumarum eine positive Nachricht.

1 0

ja!

ein eu beitritt geht noch!

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Und warum sind sie nicht schon auf Ramschniveau?


"Und wenn Du glaubst, es geht nicht mehr,

kommt von irgendwo ein Lichtlein her". Diesen Satz müsste man, bildlich gedacht, invertieren. Der Euro scheint gerettet, siehe da, der Zusammenbruch kommt von...Japan.

Gast: verbessarun
07.09.2012 15:36
2 3

Bitte sagt das nicht an unsere SPÖVP weiter.

Sonst überweisen die auch nach Japan monatlich Milliarden, die wir gar nicht haben (Notfall! Letzte Rettung! Jetzt aber wirklich letzte Rettung! Jetzt allerletzte Rettung! Ok, jetzt Dauerrettung...).

Das Problem ist,

dass die Japaner kulturell bedingt, dermaßen starr an überlieferten gesellschaftlichen Traditionen und Ritualen festhalten, dass sie auch die eigene Ausrottung bewußt ins Auge fassen, bevor sie sie aufgeben würden.

3 0

Komisch

Und die haben gar keine EU und keinen Euro!

Antworten Gast: Halbwissen
07.09.2012 21:00
0 0

Re: Komisch

Aber eine eigene Notenbank !

Darum ist dies eine Nullmeldung.

0 0

Re: Re: Komisch

EZB?

Antworten Antworten Antworten Gast: Halbwissen
08.09.2012 09:49
0 0

Re: Re: Re: Komisch

Die EZB druckt doch nur Geld wenn die letzte Pastion, also Deutschland, fällt !

Die Südländer hätten schon viel früher Hilfe gebraucht. Ich befürchte das es jetzt zu spät ist.
Wenn Jugendliche 4 bis 5 Jahre keine Arbeit finden dann können Sie sie vergessen. Die sind dann zerstört.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Halbwissen
08.09.2012 15:52
0 0

Re: Re: Re: Re: Komisch

Bastion natürlich !

Das Bild ist göttlich!

Vielen Dank!

Die Schuldenmacher werden wieder eines neuen belehrt

Wie oft muss man bei den Posts lesen, dass die Japaner so super sind, weil sie mit 250%-Verschuldung so super leben?

Aber ohne Leistungsreserven kein Polster in der Krise.

Es wird auch hier wieder aufgezeigt, dass ständiges sinnloses Schuldenmachen irgendwann ein schnelles Ende hat und dann werden mehr Zukunft zerstört als notwendig sind.

Hätte Japan schon früher:
- bei den Privilegien gespart
- endlich mal seinen Haushalt bereinigt
- sich von der Atom-Energie verabschiedet (ist für einen Staat sehr, sehr teuer)
würden sie die jetzigen Diskussion nicht führen.

Aber nein, man hat die Wähler gekauft, und ja nichts geändert. Und wer bezahlts? Nicht die Privilegienritter sondern jene, dies nötig haben.

Zu Europa:
Hier haben wir das gleiche Problem. Unsere Poliker geben zu viel Geld aus, die Merkel ist der Trampel, der Euro Schuld und die EZB die Retterin in der Not.
Was für eine verkehrte Welt?
Besser wäre das Beispiel der Schweden und Letten: Hirn einschalten, kürzen wo Privilegien bestehen
(ÖBB/Beamten-Pensionen, Lehrer), den Markt die Industrie bereinigen lassen und Förderungen streichen, unabhängiger von Energieimporte werden, auf eigene Stärken konzentrieren, Forschung unterstützen (gute Forschungsumgebungen müssen nicht viel Geld kosten), von Service-Staat auf Regulierungsstaat umstellen, von Alt auf Jung umverteilen.
Die Effekte sind relativ schnell da und bringen viel. Aber das ist eine andere Geschichte.

Re: Die Schuldenmacher werden wieder eines neuen belehrt

irgendwie schlagen sie alles vor - planwirtschaftlichen Wirtschaftsliberalismus gewürzt mit Verwaltungsreform - die eierlegende Wollmilchsau gibt es halt nicht

Re: Re: Die Schuldenmacher werden wieder eines neuen belehrt

Kurze verspätete Frage:
Was ist hier planwirtschaftlich?

Der Regulierungsstaat? Naja, der ist eigentlich die Lösung des Marktversagens, was eindeutig ein neoklassisches Konzept ist.

Es muß halt sein, dass Betriebe alle Externalitäten einpreisen und nicht nur ihre eigenen Kosten. Ansonsten würden Atomkraftwerksbetreiber ihre Sicherheitsaufgaben vernachlässigen und Banken extrem und bis zum Zusammenbruch spekulieren. Moral Hazard tut sein übriges.

Mit Planwirtschaft, hat das gar nichts zu tun.
Im Gegenteil, der Servicestaat (auch die meisten amerikanische Bundesstaaten sind so organisiert) ist viel "planwirtschaftlicher" als ein Regulierungsstaat.
Leider übernimmt der österreichische Staat nur teilweise seine Regulierungsaufgaben und daher haben wir halt ein paar Problemchen mit Banken (zB die RZB).

Komisch

Die Japaner sind top ausgebildet, haben eine extrem niedrige Ausländerquote, arbeiten bis zum Umfallen, exportieren viel Technologie - und sind dennoch pleite.

Das System des Kapitalismus muss überdacht werden.

Re: Komisch

Das Problem ist nicht der Kapitalismus, der hat das System bis jetzt finanziert.

Das Problem sind
- die staatlichen Betriebe (zB Post, dagegen ist die ÖBB im Verhältnis ein Schnäppchen),
- die Privilegien einiger sozialer Kasten
- die absolut schlechte Energiepolitik (extrem hohe Produktionskosten, die dann vom Staat nach unten gedrückt werden)
- die "Enteignung" der Pensionsersparnisse durch den Staat, damit er seine Schulden bedienen kann.
- Verbandelung Interessensvertretungen <--> Politik
- eine nicht unabhängige Nationalbank, die vom Staat getrieben ist

Das Grundübel ist der japanische Staat, der für wenige extrem viel Geld ausgegeben hat, und das japanische Wahlvolk, dass dieses Vorgehen nie hinterfragt hat.

Dafür kann der Kapitalismus und der Yen nichts, gar nichts.

 
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Hobbyökonom