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Lufthansa: Schlichtung statt Streik

07.09.2012 | 22:28 |   (Die Presse)

Die Streitparteien sitzen wieder am Verhandlungstisch. Der „totale Streik“ der Flugbegleiter verlief glimpflich und wird vorerst nicht fortgesetzt.

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Berlin/APA/Gau Die AUA-Mutter Lufthansa und die Flugbegleiter haben eine Schlichtung vereinbart. Die Streiks werden ausgesetzt, sagte der Chef der Gewerkschaft der Flugbegleiter Ufo, Nicoley Baublies, am Freitag in Frankfurt. Ein Schlichter wird nach Angaben von Baublies noch gesucht. Ins Spiel gebracht wurden der frühere SPD-Chef Franz Müntefering, der frühere Hamburger Bürgermeister Henning Voscherau und der frühere Verfassungsgerichtspräsident Hans-Jürgen Papier. Das Schlichtungsabkommen soll bis zum 12. September unterzeichnet werden.

Im Schlichtungsverfahren geht es nach Angaben von Ufo in erster Linie um Vergütungsfragen. Parallel dazu soll aber über alle anderen strittigen Fragen wie Leiharbeit verhandelt werden. „Damit ist die Ufo sehr zufrieden“, sagte Baublies. Es sei der Gewerkschaft immer um ein Gesamtpaket gegangen. Die Ankündigung der Lufthansa, künftig kein Leihpersonal mehr auf ihren Berlin-Verbindungen einzusetzen, sei ein „wichtiges Signal“ gewesen. Die Schlichtung verglich Baublies mit einer Paar-Therapie: „Da braucht man manchmal einen Therapeuten, der sagt: Jetzt mal runterkommen.“

Die Flugbegleiter hatten in der Vorwoche zunächst für mehrere Stunden die Lufthansa am Standort Frankfurt bestreikt und den Arbeitskampf dann schrittweise ausgedehnt. Am gestrigen Freitag kam es zum größten Streik in der Geschichte der Airline. Sie werde „das ganze Land lahmlegen“, hat die Gewerkschaft UFO martialisch verkündet. Alle Lufthansa-Flughäfen wurden bestreikt: Frankfurt, München, Berlin, Hamburg, Düsseldorf und Stuttgart.

Das befürchtete Chaos blieb aus

Aber das befürchtete Chaos ist ausgeblieben. Denn anders als bei den „Nadelstichen“ der Warnstreiks gab die Gewerkschaft ihre Absicht frühzeitig bekannt. Das erlaubte dem Kranich-Krisenmanagement, 55.000 Passagiere per SMS oder E-Mail über ihren ausfallenden Flug zu informieren.

Die verhinderten Reisenden kamen erst gar nicht zum Flughafen. Sie verwendeten, wie angeboten, ihr Flugticket als Bahnkarte, stiegen aufs Auto um oder blieben einfach zu Hause. Vor allem für die Langstreckenflüge schusterte man einen Sonderflugplan zusammen. Töchter wie Germanwings oder Swiss sprangen ein. Auch Umbuchungen berappte das bestreikte Unternehmen. Rund 800 von 1800 Flügen wurden gestrichen; also weniger als die Hälfte statt der befürchteten zwei Drittel.

Rund 100.000 Reisende waren am Freitag vom Ausstand betroffen. Selbst die Pilotenstreiks aus den Jahren 2001 und 2010 hatten nicht eine derart durchschlagende Wirkung.

Lufthansa-Chef Christoph Franz bezeichnete den Streik als „völlig unverhältnismäßig“. Die Entwicklung sei „quasi aus heiterem Himmel“ nach eineinhalb Jahren Gesprächen gekommen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.09.2012)

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10 Kommentare

hoffentlich lenkt lufthansa ein

sonst gibt es sehr lange streiks, unter Umständen jede Woche.

Gast: Nicht immer weist der größte Zorn aufs größte Unrecht hin!
07.09.2012 23:16
3 6

So schauen gierige Narren aus....

....anstatt dass sie froh sind, dass sie einen Job haben.....die haben die JETZTZEIT noch nicht begriffen, DER GRUND IST JA VERSTÄNDLICH, ABER der Zeitpunkt ist der Falsche...das wäre ungefähr so, als würde ich in einen verunfallten brennenden Wagen zurückklettern, weil ich meine Geldbörse darin vegessen habe!

als würde ich in einen verunfallten brennenden Wagen zurückklettern, weil ich meine Geldbörse darin vegessen habe!

Also bitte, nach eineinhalb Jahren Pseudoverhandlung mußte etwas geschehen!
Wir sollen immer froh sein einen Job zu haben, egal wie schlecht die Bedingungen von unfähigen Managern und gierigen Vorständen gemacht werden? Das ist Schwachsinn!

und was

hat der Streik gebracht ???!?

Re: und was

es wird zwischen dienstgeber und -nehmer verhandelt.
und nicht mehr von oben herab diktiert.

Antworten Antworten Gast: Klaus
08.09.2012 10:17
0 6

Re: Re: und was

ja, in etwa so: cool, jetzt bekommen wir dann die 2% mehr als der Dienstgeber geboten hat ... nur ... leider buchen jetzt die Leute woanders und der Dienstgeber braucht nicht mehr soviele von uns weil auf Grund des Streiks die Leute das Vertrauen verloren haben ... --> Tja, dumm gelaufen. Ein toller Sieg.

weil auf Grund des Streiks die Leute das Vertrauen verloren haben

Das glauben sie doch selber nicht! Sehen sie sich die Alternativen an.
Dieser Großkonzern ist im Griff eines Vorstandes, der die Grundlagen des beruflichen Miteinanders mit Füssen tritt und so nebenbei keine Ahnung hat wo die Probleme liegen, oder sie wegen der Arbeit nicht in Angriff nimmt solange es einfachere Einsparungen gibt.

Ich bin bereit

einen realistischen Ticketpreis zu bezahlen.
Dann täte sich auch das Management leichter.

PS.: Ich fahre nächste Woche mit den ÖBB um 9,- (in Worten "NEUN") € nach Graz.

Waaahnsinn!!!

Gast: Halbwissen
07.09.2012 16:02
4 5

Das Grundübel ist,

das die wenigsten Flugbegleiterinen für den doppelten Gehalt einen anderen Job machen würden.

Und bei den Billigfluglinien arbeiten sie sogar für den halben Lohn. So lange diese Flugbegleiter nicht streiken wird es schwierig.

Gast: Wasserlaeufer
07.09.2012 15:20
0 2

Schluss mit weglaecheln!

All Faces ????? Fight!

Hobbyökonom