Die hohe Staatsverschuldung in den USA bremst nach Ansicht von Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble die globale Konjunktur. "Vor den Wahlen in den USA besteht eine große Unsicherheit über den künftigen Kurs der amerikanischen Politik bei der Bewältigung der viel zu hohen amerikanischen Staatsverschuldung", sagte Schäuble am Dienstag im Bundestag. "Daran muss man gelegentlich erinnern. Die Weltwirtschaft weiß das und ist dadurch belastet." Schäuble räumte ein, dass "natürlich auch die Unsicherheit im Euroraum belastet". Investoren hielten sich deshalb zurück.
Schäuble erinnerte daran, dass Deutschland vor einigen Jahren noch als kranker Mann Europas galt und heute deutlich besser da stehe. Er begründete dies mit erfolgreichen Arbeitsmarktreformen und schmerzhaften Restrukturierungen bei Unternehmen. "Deutschland ist ein ganzes Stück schockresistenter geworden." Die Arbeitslosenquote sei so niedrig wie seit der Wiedervereinigung nicht und die Beschäftigung so hoch wie nie zuvor. Deshalb treffe die nun nachlassende Dynamik der Weltwirtschaft die deutschen Unternehmen weniger stark als in vergangenen Jahren. Dennoch könne es zu einem starken Anstieg der Arbeitslosigkeit kommen, sagte Schäuble mit Blick auf die Prognose der OECD, dass die deutsche Wirtschaft im dritten und vierten Quartal schrumpfen dürfte.
Die deutsche Regierung geht davon aus, dass die deutsche Wirtschaft 2012 um 0,7 Prozent wächst und 2013 um 1,6 Prozent. Schäuble sagte, diese vorsichtige Prognose sei "gut nach unten abgesichert".
(APA/Reuters)
WirtschaftswachstumDas Plus und Minus der EU-Länder im ersten Quartal
KreativDie Welt der Werbung
Cash-KaiserDiese Firmen horten am meisten Bargeld
''Plagiarius''Dreisteste Fälschungen ausgezeichnet
UrlaubÖsterreicher im EU-Ranking voran