Neues Gesetz: EU wendet sich von Agrosprit ab

11.09.2012 | 18:11 |   (Die Presse)

Brüssel überdenkt seine Pläne. Ab 2020 sollen nur noch maximal fünf Prozent Agrosprit in den Tank.

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Brüssel/Auer. Kehrtwende in Brüssel: Die EU will die Nutzung von Agrotreibstoffen nicht länger fördern, sondern sogar deutlich begrenzen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf einen Gesetzesentwurf. In einem ersten Schritt sollen demnach alle Subventionen für Kraftstoffe aus Getreide komplett eingestellt werden. Ab 2020 würde der Agrospritanteil am gesamten Energieverbrauch des Transportsektors auf fünf Prozent limitiert. Als Grund für die Abkehr werden Studien zitiert, nach denen die Nutzung von Treibstoffen aus Palmöl, Sojabohnen oder Raps das Klima stärker belastet als bisher angenommen.

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Elektroautos statt Agrosprit

Mit diesem Schritt stellt sich die EU indirekt gegen Quoten, die sie den Mitgliedsländern selbst auferlegt hat. Derzeit sind die Staaten verpflichtet, bis 2020 zumindest zehn Prozent des verbrauchten Treibstoffs aus erneuerbaren Energiequellen zu gewinnen. Einen Gutteil dieser Vorgabe wollten sie über eine Beimischung von Agrosprit zu Benzin und Diesel erreichen.

In Österreich sollen erste Tankstellen offiziell ab Anfang Oktober dazu verpflichtet werden, den umstrittenen Agrosprit E10 zu verkaufen. Eine steuerliche Begünstigung für das Gemisch aus zehn Prozent Ethanol und 90 Prozent Superbenzin ist allerdings vom Tisch. Damit dürfte E10 teurer werden als herkömmlicher Treibstoff. In Deutschland ist E10 auch zwei Jahre nach der Einführung noch ein Reinfall. Viele Autofahrer sind immer noch verunsichert, ob ihr Modell den Agrosprit verträgt und greifen lieber zur gewohnten Konkurrenz. Derzeit beträgt der Marktanteil von E10 in Deutschland 20 Prozent.

Für die Länder würde das Gesetz vor allem eines bedeuten: Sie müssten die Öko-Quote im Verkehrssektor anders erreichen. Rückenwind also für die Pläne, hunderttausende Elektroautos auf Europas Straßen zu bringen. Das würde auch den teils starken Ausbau von Ökostromanlagen in Europa rückwirkend rechtfertigen. Denn grün sind auch Elektroautos nur dann, wenn der Strom, der sie antreibt, mit Hilfe von Wasser, Wind oder Sonne produziert wird.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.09.2012)

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16 Kommentare
Gast: gast 66767
18.09.2012 14:07
0

Selbstbetrug!

"Denn grün sind auch Elektroautos nur dann, wenn der Strom, der sie antreibt, mit Hilfe von Wasser, Wind oder Sonne produziert wird."

Also garnicht. Denn der Strom kommt ja aus der Steckdose!

Selbstbetrug, nichts aderes!

na endlich!

schön langsam setzt sich die Wahrheit durch!

1) Essen tankt man nicht
2) CO2 - Einsparung im besten Fall 20% (80% Fremdenergie für Erzeugung und Transport)
3) Ohne Steuerbefreiung Kosten 2 1/2 mal so hoch!

Gast: Andre der Lobbyist
15.09.2012 20:20
0

E10 Lobby

Berlakovic ist Lobbyist der Agrana, wer glaubt da noch ans Selberdenken des Ministers: Wessen Futter ich fress, dessen Lied ich sing....

Andre

Gast: Botaniker
13.09.2012 12:12
0

E10 gefährlicher als gedacht...

Studien hab jetzt ergeben, dass nur ein kleiner Teil von E10 tatsächlich aus Mais usw gemacht wird. Der Rest stammt von Triffids, was das ganze nicht nur umweltschädlich, sondern auch gefährlich macht...

Und wann wird das

Glühbirnen-Verbot aufgehoben?

bis 2020

werden wir aber zu E10 gezwungen, Mr. berlakovic?

Re: bis 2020

Natürlich, denn er ist ja von Raiffeisen gekauft und die haben die Fabrik schon gekauft sowie die Lieferverträgevfür den Rohstoff schon unterschrieben, gell!

Na bitte

die EU funktioniert

Lebensmittel sind nicht fürs Auto da...

Wenn es keine "CO2-Lüge" geben würde, dann hätte man auch nie angefangen aus Lebensmittel (Raps. Mais usw.) "Sprit" herzustellen, während täglich tausende von Menschen - hauptsächlich Kinder - an Hunger sterben.

Schön wäre es, wenn alle Länder das "Kyoto-Protokoll" kippen würden und mit dem auch die "Agenda 21". - Aber das sind wohl der guten Wünsche zuviel.

Für Ernsthafte sei diese Webseite empfohlen.

http://www.klima-ueberraschung.de/

E10

Weg mit dem Dreck!

Gast: Grieg, Liszt & Händel
11.09.2012 18:32
3

Für den Spindelegger

wird es höchste Zeit, den Bauern - und nebenberuflichen - Umweltminister "ad acta" zu legen.
Je früher, desto besser....

Gast: pferdeschwanz
11.09.2012 18:09
5

finanzielle interessen

daß finanziellen interessen bei politikern wichtiger sind als die, dem wohl der bevölkerung zu dienen,ist ja eh schon bekannt...

Gast: Hellboy
11.09.2012 17:44
4

unser Berli,

braucht halt immer a bisser'l länger...

Kein Wunder, dass Berlakovich......

......unbedingt E 10 einführen will.

Nikica Berlaković = ÖVP
ÖVP = Raika
Raika = Agrana
Agrana = grösster Biosprithersteller Österreichs

Noch Fragen?

Re: Kein Wunder, dass Berlakovich......

Ja, was wird er jetzt wohl machen, der Berlakovich?

Antworten Gast: schüsselfekter
11.09.2012 18:22
2

Re: Kein Wunder, dass Berlakovich......

vollkommen richtig. und der eine oder andere groschen wird halt für den lieben kleinen niki abfallen.

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