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Europas Waffenhersteller planen Mega-Fusion

12.09.2012 | 22:04 |   (Die Presse)

Die europäischen Konzerne BAE und EADS beraten über eine Fusion. Die Machtverhältnisse in der Rüstungsindustrie könnten sich bald verschieben.

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[London/Wien/Ag./Red.] Der Rüstungsindustrie steht offenbar eine Großfusion bevor: Der größte europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS (Mutter des europäischen Flugzeugherstellers Airbus) verhandelt mit dem britischen Konkurrenten BAE Systems über eine Fusion, wie die beiden Konzerne am Mittwochabend bestätigten. Sollte es tatsächlich zu einem Zusammenschluss kommen, würde das die Machtverhältnisse in der Rüstungsindustrie, aber auch unter den Flugzeugbauern verschieben: Der Umsatz von EADS würde jenen des US-Konkurrenten Boeing deutlich übersteigen. EADS erlöste 2011 49 Mrd. Euro, Boeing umgerechnet 54 Mrd. Euro. BAE Systems erwirtschaftete 24,3 Mrd. Euro.

„Der Zusammenschluss würde einen internationalen Luftfahrt-, Rüstungs- und Sicherheits-Konzern von Weltrang mit bedeutenden Herstellungs- und Technologiezentren in Frankreich, Deutschland, Spanien, Großbritannien und den USA hervorbringen", teilte BAE Systems am Mittwoch mit. EADS und BAE Systems arbeiten bereits seit längerer Zeit zusammen und sind derzeit Partner in einer Reihe von Projekten wie dem Kampfflugzeug Eurofighter. Zieht man die Umsatzzahlen aus dem Jahr 2011 heran, würde es das gemeinsame Unternehmen auf einen Umsatz von über 70 Mrd. Euro bringen und 220.000 Mitarbeiter weltweit beschäftigen. Der Plan ist wie folgt: Die BAE Systems-Aktionäre würden an einem gemeinsamen Unternehmen mit 40 Prozent, EADS-Aktionäre zu 60 Prozent beteiligt. Beide Parteien müssten bis Oktober eine Vereinbarung ankündigen oder erklären, dass sie eine solche nicht mehr verfolgen.

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Zwei Börsentitel, ein Unternehmen

Der Zusammenschluss würde in Form einer „Dual-Listed Company" erfolgen: Das heißt, dass beide Unternehmen zwar durch einen Interessensausgleich und weitere Vereinbarungen als Gruppe operieren. Es würde auch eine einheitliche Leitungs- und Aufsichtsstruktur mit identischen Leitungs- und Aufsichtsratsmitgliedern geschaffen. Gleichzeitig würden die beiden Firmen jedoch an ihren jeweiligen Börsenplätzen zugelassen bleiben. Die deutsch-französische EADS notiert an der Börse in Paris, BAE Systems an der in London. BAE Systems ist nach Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters derzeit 13,4 Mrd. Euro an der Börse wert. EADS bringt es auf einen Börsenwert von 23,3 Mrd. Euro - zusammen beträgt die Marktkapitalisierung 36,6 Mrd. Euro.

EADS bestätigt die Fusionsgespräche zwar, versucht aber, die Euphorie in Zaum zu halten: Es könne keine Gewissheit bestehen, dass die Gespräche letztendlich zu einer Transaktion führen werden, so das Unternehmen. Darüber hinaus müsse der EADS-Verwaltungsrat noch zustimmen. Die Aktionäre der beiden Rüstungsfirmen reagierten höchst unterschiedlich auf die Fusions-Meldung: Während das Papier von BAE Systems an der Börse in Paris um fast elf Prozent auf umgerechnet 4,5 Euro zulegte, schloss die Aktie von EADS um mehr als fünf Prozent tiefer bei 28 Euro.

EADS ist mit seiner Tochter Airbus einer der weltweit führenden Luft- und Raumfahrt-Konzerne: Airbus ist neben Boeing der größte Hersteller von Verkehrsflugzeugen. So baut EADS etwa in Hamburg das erfolgreiche Flugzeug-Modell A320. US-Konkurrent Boeing fühlte sich bemüßigt, in einer ersten Stellungnahme mitzuteilen, dass die geplante Fusion das eigene Unternehmen nicht bedrohe. Einem Ranking der Zeitschrift „Defense News" zufolge ist der weltweit größte Rüstungskonzern das US-Unternehmen Lockheed Martin.
Dahinter folgt Boeing, auf Platz drei BAE Systems. Erst auf Platz sieben wird EADS gereiht, obwohl das Unternehmen doppelt so viel Umsatz erwirtschaftet wie BAE. BAE erwirtschaftet jedoch 95 Prozent seines Umsatzes mit Kriegsgerät, EADS nur ein Viertel.
BAE Systems baut Tornado-Kampfjets und ist Mitglied des Eurofighter-Konsortiums. Weil viele Länder ihre Verteidigungs-Ausgaben gekürzt haben, stellte der britische Rüstungshersteller im Frühjahr ein schwaches Jahr in Aussicht. EADS zählt wie BAE Systems auch im Rüstungsbereich zu den weltgrößten Unternehmen. Sie sind beide in vielen Ländern der Welt als Rüstungs-Lieferanten tätig, darunter die USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Spanien, Saudi-Arabien und Australien.

Fusion ist schon einmal geplatzt

EADS und BAE Systems arbeiten bereits seit längerem in verschiedensten Konstellationen zusammen. Neben der gemeinsamen Entwicklung des Kampfjets Eurofighter sind beide Firmen auch als Aktionäre am Raketenbauer MBDA beteiligt. BAE Systems war auch schon einmal mit 20 Prozent an Airbus beteiligt. Die Briten verkauften ihre Anteile am Flugzeughersteller im Jahr 2006.

Letztlich sind auch die Fusionspläne nicht ganz neu: So hatte der damalige EADS-Chef Rainer Hertrich im Jahr 2000 erklärt, dass es dafür keine wirtschaftliche Begründung gebe. Weitere Gespräche schloss EADS jedoch schon damals nicht aus. Nun scheint man sich wieder nähergekommen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.09.2012)

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12 Kommentare
Gast: DasGewissen
13.09.2012 16:14
1 0

Kein Wort von der unfassbaren Korruption

Die korruptesten Konzerne der Welt, insbesondere BAE, erwägen einen Zusammenschluss.

Es ist erschreckend dass in diesem Artikel nur "geile" Kennzahlen von Umsätzen gebracht werden, nicht aber

-in wievielen Korruptionsfälllen BAE von der britischen Regierung rausgeboxt wurde (davon profitierte übrigens auch Graf Ali sonst säße er längst im Häfn)
-wieviele zig Milliarden Euro diese Konzerne den Steuerzahlern in ganz Europa gestohlen haben
-Wie oft sie in die Aufrechterhaltung von korrupten Regimen in Afrika involviert waren, nur um Waffendeals und damit "Arbeitsplätze im eigenen Land (UK) zu sichern" - und damit verantwortlich für tausende tote sind

Welch verschachtelte Korruptionssysteme diese Konzerne entwickelt haben und damit ganze Staaten - in Europa - unterminiert haben

DIESE KONZERNE SIND EINE SCHANDE FÜR DIE MENSCHHEIT UND GEHÖREN NICHT FUSIONIERT SONDERN ZERSCHLAGEN!

Wer es nicht glaubt liest nach: Waffenhandel, Andrew Feinstein, Hoffmann und Campe

Gast: plebs potus
13.09.2012 14:59
1 0

Wie wärs wenn die zuerst die verschwundenen Milliarden aus dem BAE/EADS Bilanzfälschungsskandal anno 2003/2004 (ca.)

mal zurückzahlen. Man erinnere sich. Peter Hartz war seitdem nicht mehr aufzufinden und die deutschen Arbeitslosen kommen seitdem zu uns. Der Skandal betraf alle Zulieferfirmen und witzigerweise bekamen gleichzeitig in ganz Europa Politiker immense Provisionen, während die Sozialsysteme ausgeblutet werden um dieses Kriegsspiel weiter zu finanzieren bis uns wieder ein Bankencrash in den Krieg schickt. Diese Firma gehört zerschlagen

1 1

Neues Korruptionsschlachtschiff sticht in See.

Da wird sich der Alfons aber freuen,
dass sein Arbeitgeber größer wird.

Gast: Fred Goldstein
12.09.2012 22:37
1 0

Woohoo

Endlich wieder einmal an einer Börse ein wenig Geld gemacht. Wurde langsam Zeit!

2 1

eads

wow kaum.ist.der.esm.durch wird schon gewaltig aufgeruestet.werden sie auch muessen!

Gast: X15TN
12.09.2012 19:41
2 0

Falschinformation

BAE Systems stellt nicht den Tornado Kampfjet her. Und hat ihn auch nie hergestellt. Die Tornado Produktion endete bevor es BAE Systems überhaupt gab. BAE Systems entstand 1999 durch die Fusion von British Aerospace (das war der Tornado Hersteller) und „Marconi Electronic Systems“.

Re: Falschinformation

richtigstellung ihrer fehlinformation

BAE Systems enstand 1977 als die British Aircraft Corporation mit der Hawker Siddeley und Scottish Aviation zur British Aerospace Corporation verschmolz. es hat sich nur der name geändert die firma blieb die gleiche! da der tornado bis 1999 gebaut wurde stimmt der artikel!

Antworten Antworten Gast: X15TN
13.09.2012 15:09
0 0

Re: Re: Falschinformation

Sie verwechseln BAe (British Aerospace) mit BAE Stystems!
BAE Systems entstand 1999 aus der Fusion von British Aerospace (BAe) und Marconi Electronic Systems.

EADS der Rüstungskonzern?

BAE ja, die machen 95 % mit Waffen, aber EADS gerade mal 28 %.

Antworten Gast: machmuss verschiebnix
12.09.2012 20:05
1 5

Re: EADS der Rüstungskonzern?


"..gerade mal" 28% zuviel .

Wer Waffen verkaufen will, braucht Kriege. Die USA können sich "ihre" Kriege
aussuchen, aber was würde "die Welt" dazu sagen, wenn ein EU-Land anfinge, seine
Bomben überall runter zu hauen ?!?

Hingegen sind (die meisten) Aribus-Flieger zivile Geräte. Aber auch da ist das
Ende der Fahnenstange schnell erreicht !

Außerdem, wenn die Brits irgendwo die Finger mit drin haben, dann siehe ehem.
deutsche Beteiligungen. die wieder aufgelöst wurden, weil die Deutschen zahlen
mußten und die Brits weiterhin das Sagen hatten.

Oder siehe EU-Blockade-Politik !!!

Ergo: entweder ganz kaufen und die Brits raushauen, oder Finger davon lassen.

1 0

Re: Re: EADS der Rüstungskonzern?

da kennt sich ja wer aus!

Antworten Antworten Antworten Gast: machmuss verschiebnix
13.09.2012 18:38
0 0

Re: Re: Re: EADS der Rüstungskonzern?


Wollen Sie mir das Gegenteil beweisen ?
Dann nennen Sie mir einen einzigen Verhandlungs-Punkt
seit die Brits bei der EU sind, wo sich diese Kerle nicht
"abgeputz" und die Rosinen rausgeholt haben !!!

Den möcht ich sehen, der das mit roten Stricherl ungeschehen
machen kann !


Hobbyökonom