Wien/Ag/Auer. Auch wenn es manche Österreicher anders sehen, das Leben hierzulande ist teurer, als man denkt. Nach der Studie „Preise und Löhne“ der Schweizer Großbank UBS landet Wien unter den zwanzig teuersten Metropolen der Welt (Rang 17). Die Daten basieren auf einem Warenkorb aus 122 Gütern und Dienstleistungen. In Summe wurden Löhne und Kaufkraft in 72 Großstädten weltweit verglichen. Am kostspieligsten ist das Leben demnach in Oslo, Zürich und Kopenhagen. Rechnet man auch die Mieten hinzu, steigen die Lebenshaltungskosten vor allem in New York, Hongkong und Dubai. In Wien zeigt sich der gegenteilige Effekt. Die Mieten drücken das Preisniveau im internationalen Vergleich sogar.
Die höchsten Bruttolöhne zahlen Unternehmen in Zürich, Genf und Kopenhagen. Wien liegt beim Bruttolohn ebenfalls auf dem 17. Platz und erreicht 61,2 Prozent des Lohnniveaus von Zürich. Zieht man Steuern und Abgaben ab, ändert sich das Bild im Vergleich zur Schweizer Metropole deutlich: Auf den Konten der heimischen Arbeitnehmer landen nur noch 53,5 Prozent des Nettolohns ihrer Kollegen aus Zürich. Am schlechtesten bezahlt werden Arbeiter in Delhi und Mumbai, wo nur rund sechs Prozent eines Zürcher Durchschnittslohns bezahlt werden.
Das schlägt sich auch in der Kaufkraft nieder. In Zürich ist der Lohn mit Abstand am meisten wert. Um sich ein iPhone 4S leisten zu können, müssen Züricher im Schnitt nur 22 Stunden arbeiten. In Wien dauert das mit 45,5 Stunden mehr als doppelt so lange. In Mexiko-City arbeiten die Menschen durchschnittlich 220 Stunden ausschließlich für das auch nicht mehr brandneue Smartphone. Deutlich schneller ist der erste Hunger gestillt. Ein Kilo Brot gibt es für Mexikaner schon nach 25 Minuten. Nach der doppelten Zeit können sie sich einen Big Mac leisten. In Österreich reicht eine knappe Viertelstunde für den Fast-Food-Snack.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.09.2012)
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