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US-Notenbank treibt Rohstoffpreise

14.09.2012 | 18:49 |   (Die Presse)

Weil die Zentralbank Fed den Geldhahn aufdreht, steigen die Preise auf den Rohstoffmärkten. Öl ist so teuer wie seit Mai nicht mehr, Gold ist als Inflationsschutz gefragt.

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Wien/Ag./Red. Die Bekanntmachung der US-Notenbank Fed, jeden Monat künftig 40 Mrd. Dollar an Immobilienpapieren aufzukaufen, bis sich die Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt substanziell erhellen, hat am gestrigen Freitag für Euphorie auf den Finanzmärkten gesorgt. Mit den Maßnahmen will die Zentralbank den Häusermarkt stützen und das langfristige Zinsniveau senken. Doch nicht nur die Börsen, auch die Rohstoffpreise wurden von den Nachrichten aus den USA angeschoben. Schon im Vorfeld hatten Hedgefonds und Großanleger in Erwartung einer Welle billigen Geldes ihre Spekulationen auf steigende Rohstoffpreise deutlich ausgebaut.

„Die Aussicht auf faktisch unbegrenzte Liquidität dürfte die Anleger nun in Sachwerte flüchten lassen, wozu neben Aktien auch Rohstoffe zählen“, wie die Analysten der Commerzbank sagen.

Ein Fass (159 Liter) der Nordseesorte Brent stieg am Freitag um 1,5 Prozent auf knapp 118 Dollar – und damit auf ein Hoch, wie es zuletzt im Mai erreicht worden war. Auch die US-Sorte WTI kletterte zwischenzeitlich über die seit viereinhalb Monaten nicht erreichte Marke von hundert Dollar.

Angeschoben werden die Ölpreise nicht nur von der Ankündigung der Fed, sondern auch durch die Unruhen im Nahen Osten und in Nordafrika. Sie nähren die Sorge, dass es in der Region zu Lieferausfällen kommen kann. „Die Pläne für die Stimulierung der Wirtschaft in Europa und den USA in Kombination mit den Unruhen treiben den Markt kräftig voran“, sagt Michael Lynch von Strategic Energy & Economic Research. „Eine großartige Zeit, um Geld in Rohöl zu stecken.“ Die Commerzbank geht davon aus, dass sich der Preisanstieg fortsetzen wird, obwohl der Ölmarkt reichlich versorgt sei.

Nicht nur die Fed, auch die Europäische Zentralbank hat in der vergangenen Woche angekündigt, Staatsanleihen angeschlagener Länder in unbegrenztem Umfang kaufen zu wollen. Schon im ersten Quartal dieses Jahres hatte die Geldschwemme die Rohstoffpreisen befeuert.

 

Gold teuer wie seit Februar nicht

Zwischenzeitlich waren die Preise auf den Märkten aber deutlich gefallen. Die Schuldenkrise in der Eurozone, wie auch globale Konjunktursorgen haben dazu geführt, dass Öl wieder billiger wurde. Lahmt die Wirtschaft, sinkt die Nachfrage, das wiederum hat Auswirkungen auf den Preis.

Nicht nur Öl, sondern auch Kupfer verteuerte sich um rund vier Prozent auf über 8380 Dollar pro Tonne.

Aus Angst vor einer Inflation griffen Anleger auch vermehrt zu Gold. Eine Unze kostete 1774 Dollar und war damit so teuer wie zuletzt Ende Februar. Steigt die Geldmenge, so steigt auch der Goldpreis, wie eine Studie des World Gold Council besagt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.09.2012)

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