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Berlin droht mit Abschalt-Verbot für Kraftwerke

15.09.2012 | 10:38 |   (DiePresse.com)

Im Winter droht in Deutschland eine Versorgungslücke von mehreren hundert Kilowatt. Die Versorgungssicherheit habe oberste Priorität.

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Die deutsche Bundesregierung droht Betreibern, die ihre Gas- oder Kohlekraftwerke in Kürze vom Netz nehmen wollen, mit einem vorübergehenden Abschalt-Verbot. Es gebe für den Winter womöglich eine Lücke von mehreren hundert Megawatt, um eine sichere Versorgung zu garantieren, hieß es in Koalitionskreisen. Da die stetig steigende Ökostrom-Produktion ältere fossile Kraftwerke unrentabel mache, könnten bis zum Winter mehr Anlagen vom Netz gehen als erwartet.

Da es keine Meldepflicht gibt für Abschaltungen, sei die Lage derzeit ungewiss und das Problem womöglich nicht auf freiwilliger Basis zu lösen. Aus dem deutschen Wirtschaftsministerium erfuhr die Deutsche Presse-Agentur, das Ministerium setze auf freiwillige Selbstvereinbarungen der Betreiber. Oberste Priorität habe aber die Versorgungssicherheit in Deutschland. "Vor diesem Hintergrund ist das Bundeswirtschaftsministerium jederzeit in der Lage, durch schnelle gesetzliche Änderungen die Versorgung sicher zu stellen."

Gesetzliche Regelung offen

Möglich wäre eine Ergänzung des Energiewirtschaftsgesetzes, das derzeit ohnehin im Zuge neuer Haftungsregelungen für die Anbindung der Windparks in Nord- und Ostsee überarbeitet wird. Die Betreiber scheinen vor allem auf finanzielle Anreize zu hoffen, damit sie Anlagen am Netz lassen und so zur Entspannung der Lage beitragen.

Wegen der Stilllegung von acht Atomkraftwerken war bereits im vergangenen Winter die Situation angespannt. Die Bundesnetzagentur hatte vor dem Winter Reservekapazitäten mit einer Leistung von 2071 Megawatt in Deutschland und Österreich festgelegt. Diese fossilen Kraftwerke mussten mehrfach in Anspruch genommen werden.

Solar- und Windstrom im Vordergrund

Die hohe Solar- und Windstromproduktion senkt seit Monaten die Einkaufspreise für Strom. Gerade mittags werden daher Kohle- oder Gaskraftwerke verdrängt.

Wind- und Solaranlagen in Deutschland hatten erst am Freitag so viel Strom produziert wie noch nie. Zwischen 13 und 14 Uhr hätten Wind- und Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von 31.500 Megawatt Strom in das deutsche Stromnetz eingespeist, teilte das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) aus Münster mit. "Das ist ein neuer Rekord in Deutschland." Nach den Daten der Leipziger Strombörse sei der Anteil von Wind und Solar auf bis zu 45 Prozent an der gesamten Kraftwerksleistung geklettert.

Weniger Produktionsstunden bei viel Sonne und Wind - das bedeutet auch weniger Ertrag für die Betreiber konventioneller Kraftwerke. Im Winter aber werden gerade solche Kraftwerke gebraucht, weil es dann eine geringere Ökostrom-Produktion gibt und mehr Energie verbraucht wird.

(APA/dpa)

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21 Kommentare

Die deutschen Wärmekraftwerke dürfen nicht abgeschaltet werden, weil sie nicht nur im Winter gebraucht werden!

Wind ist böig. Sinkt die Windgeschwindigkeit auf ein Viertel, so ist sein Energieinhalt aber nicht ein Viertel, sondern nur mehr ein Vierundsechzigstel, also so gut wie nichts!

Deshalb hat die Windstromlieferung in kürzester Zeit enorme Schwankungen, insgesamt liefern Windräder nur wenige Stunden im Monat die volle Leistung aber etwa die halbe Zeit fast nichts. Im Schnitt liefert ein Windrad so viel Strom, als ob es ein Fünftel der Zeit mit Volllast arbeiten würde.

Diese Versorgungslücken müssen, damit das Netz nicht zusammenbricht, augenblicklich von Strom aus Wärmekraftwerken geschlossen werden können, weshalb sie dauernd laufen müssen. Bezahlt bekommen sie aber nur den Strom, den die Windräder gerade nicht liefern.

Das ist der Grund, weshalb Wärmekraftwerke unrentabel werden und die Betreiber, die nicht auf ihre Kosten kommen, mit Abschaltung drohen!

Ein Verbot ist aber keine Lösung, das würde die Stromerzeuger in den Konkurs treiben. Es führt auf lange Sicht kein Weg daran vorbei, dass die Stromkunden letztlich nicht nur den dauernd bereit gehaltenen Strom aus Wärmekraftwerken, sondern zusätzlich auch noch den teuren Windstrom bezahlen müssen!

Billig, nämlich praktisch wertlos, ist Windstrom nur an den Strombörsen, Energieversorger und Stromkunden müssen aber den üppigen Einspeistarif zahlen!

Gast: machmuss verschiebnix
16.09.2012 14:14
0 0

Aha, mehere hundert Kilowatt (!) - das verbraucht ein mittlerer Tischlereibetrieb in 30 Minuten .


Ein paar hunder Fahrraddynamos..

..sollten das Problem lösen. Also einfach nur in die Pedale treten.

Gast: Fenstergucker
16.09.2012 06:46
0 0

Ist doch ein Glück,

daß zwischen kW und MW eh nur drei Nullen liegen, die nix Wert sind.

Gast: Marsmensch
15.09.2012 22:34
0 0

---

Der Strombedarf in Europa und das Geld das dabei verdient werden kann, ist sicherlich auch ein Grund weshalb in A verstärkt jedes Flüsschen und Bach eine Turbine erhalten soll. Der Naturschutz ist das Opferlamm.
Das Problem dabei ist, dass die Flüsse im Winter meistens weniger Wasser führen, weil der Regen als Schnee liegen bleibt.

0 0

Re: ---

Jaja, das böse geldverdienen.

Gast: Zitat: Deutschland eine Versorgungslücke von mehreren hundert Kilowatt...
15.09.2012 20:58
0 0

Ein Taurus-Lokomotive hat 6.700 Kilowatt Dauerleistung....

Mir ist neue das eine einzige Lokomotive einer der besten Stromnetze Weltweit in die Knie zwingen kann ;-)))

ES64U2 Alias Taurus
http://de.wikipedia.org/wiki/Siemens_ES64U2

Gast: So eben wie in Frankreich.
15.09.2012 18:51
1 0

Das Atomstromland in Europa!

Da die Versorgungssicherheit mit Atomstrom durch fehlendes Kühlwasser, überhitze Flußläufe derart unsicher wurde, dürfen Geschäfte seit dem Sommer ab Mitternacht unter anderem die Auslagenbeleuchtung ausschalten.

Im Winter wird durch zugefrorenen Flüsse und Wassermangel dort kaum besser, so das auch heuer wieder Österreich, Deutschland und Frankreich aus der Patsche hilft, und das ganz ohne Atomkraftwerke.

Allerdings unterschiedet sich Österreich beim Thema Öko-Strom gegenüber Frankreich und Deutschland grundlegend, da die großen Energiekonzerne im Unterschied von diesen Ländern selbst sehr massiv mit derartigen Kraftwerken am Markt beteiligt ist, hinzukommt das Österreich sehr große Strommengen durch Speicherkraftwerke speichern kann.

Es wäre aber nicht Österreich wenn es nicht billigen Strom aus Deutschland in die Pumpspeicherkraftwerke steckt um sie dann bei Bedarf um das vielfache des Geldes wieder zu verkaufen, einziges Problem und da sollte es einen grünen Tisch geben, der Neubau von Speicherkraftwerken geht viel zu langsam voran, und das bedeutet für das Land verdammt viel Geld das verloren geht....

Und als Nebenerfolg, das weder Paris, Berlin, Köln und Co hat, Wien kann sich Autakt versorgen, machen die einen Blödsinn bleibt Wien nicht im dunkeln!

Re: Das Atomstromland in Europa!

Woher haben Sie, dass "Österreich sehr große Strommengen durch Speicherkraftwerke speichern kann"? Das Regelarbeitsvermögen aller öst. Pumpspeicherkraftwerke zusammen entspricht 3 Prozent des durchschnittlichen öst. Stromverbrauchs.
Das ist nicht "sehr groß", sondern blutwenig! Wenn ein Netzzusammenbruch droht, kann es kurzzeitig auch mehr sein, aber eine wirkliche Hilfe ist das nicht.

Wie das mit dem langsamen "Neubau von Speicherkraftwerken" ist, haben wir heuer im März erlebt, als die TIWAG angekündigt hat, ein solches Kraftwerk bauen zu wollen. Die Proteste waren so wütend, dass das Vorhaben aufgegeben werden musste. Der Neubau ist also nicht "viel zu langsam", sondern völlig unmöglich!

Den großen Erwartungen an die Pumpspeicherwerke steht die Realität gegenüber, die sagt, dass von dort gar nichts zu erhoffen ist!

Re: Das Atomstromland in Europa!

ich fürchte ihr letzter satz ist wohl leider falsch!

wenn vorallem große stromverbraucher und erzeuger wie frankreich und deutschland fehler machen, so wird das mit ziemlicher sicherheit auch zu einem massiven spannungsabfall im österreichischen stromnetz führen, es sei denn man schafft es rechtzeitig alle verbindungen in die betroffenen länder zu kappen, was aber ziemlich schwierig sein dürfte.

denn tatsache ist wenn in einem netz die spannung plötzlich dramatisch abfällt, wird von einem damit verbundenen netz strom dort hin fließen, und damit wird die spannung beider netze sinken

außerdem sei angemerkt, dass ein großflächiger stromausfall in deutschland oder frankreich massiven volkswirtschaftlichen schaden für österreich nach sich ziehen würde, da produktionsausfälle da sehr schnell in die milliarden gehen, was sich direkt auf den österreichischen außenhandel auswirken würde.

um soetwas zu verhindern müssen wir wohl mit unseren nachbarn viel stärker zusammenarbeiten!

die franzosen sollten meiner meinung nach verstärkt mit gas oder öl heizen, da stromheizungen pure energieverschwendung sind, deutschland sollte mehr und schneller 380kv nord-süd leitungen errichten

österreich hingegen sollte endlich den 380kv ring fertig stellen, und vermutlich die speicherkapazitäten massiv erhöhen, man wird nicht um kraftwerksneubauten herumkommen!

der ausbau kapruns ist begrüßenswert, allerdings wird man wohl noch mehr laufwasser und speicher kraftwerke brauchen!

Antworten Antworten Gast: Der letzte Satz...
16.09.2012 17:04
1 0

Re: Re: Das Atomstromland in Europa!

Nö, das funktionier für Wien, die Feuertaufe bestand die Autaktschaltung und zwar zu einer sehr kritischen Zeit, meines Wissens am Freitag, gegen 17:00! Billig ist der Spaß für Wien dennoch nicht, schließlich muß alles was irgendwie Strom erzeugt hochgefahren werden, dazu zählt auch das "Minikraftwerk" im AKH, das einzige was zu merken war, ein kurzer Leistungsabfall in Form eines flackern bei der Beleuchtung...

Ob's immer funktioniert, keine Ahnung, es kommt ja wenn kein Hund rechnet damit, ironischerweise sind Zeiten wie Sonntag Nachmittag da viel gefährlicher das das nicht geht.

Und wie gesagt es trifft nur Wien, Niederösterreich und Co. lagen schön brav im dunkeln, so wie alles andere auch ;-)))

Re: Re: Re: Das Atomstromland in Europa!

Das Wort "Autaktschaltung" gibt es eigentlich nur in einem Kommentar zum sehr zu empfehlenden "Presse"-Artikel: "Blackout: Was, wenn der Strom ausbleibt?" vom 15. 10. 2011.

Antworten Gast: Garst
15.09.2012 20:35
0 0

Re: Das Atomstromland in Europa!

Tipp: Man würde sie eher ernst nehmen wenn sie DASS und DAS unterscheiden könnten. Ich finde so etwas immer extrem peinlich. Sie nicht?

Antworten Antworten Gast: Dass.
15.09.2012 21:56
0 0

Dass

Dass ihr "S" die Welt rette und von allem Übel erlöse. Und auch von ihnen...

Gast: mmmh
15.09.2012 12:42
0 2

pisa

schau oba, oder es ist den redakteuren / editeuren bei den zeitungen keine zeit und kein geld für ihre arbeit mehr gegeben.
aber das kommt wahrscheinlich vom vielen online lesen.
aber auf der hardcopy macht das posten halt nicht so viel spass!!!
;-)
vielleicht können die pt redakeure einmal einen experten vom strahlenschtz befragen, wieviele störfälle es gar nicht in die medien schaffen...
fahrt doch diese unseligen meiler endlich runter- was braucht ihr noch für unfälle?

Durchlesen nach dem Schreiben....

mitdenken, was da eigentlich steht.... ein Fremdwort.

Im Winter droht in Deutschland eine Versorgungslücke von mehreren hundert Kilowatt

Gegen Einwurf von Barem stelle ich gerne mein Aggregat zur Verfügung!
;-)

2 1

Re: Im Winter droht in Deutschland eine Versorgungslücke von mehreren hundert Kilowatt

Cool ;-)

Aber auch sonst ist der Artikel grober Unfug. Es gibt ja auch noch eine Strombörse. Und wenns dort zu teuer wird, rechnen sich auch die Kraftwerke wieder.

Gast: wasweißdennich
15.09.2012 11:09
2 1

von mehreren hundert Kilowatt.

*ggggggggggggggggg

Gast: Physiklehrling
15.09.2012 10:54
3 0

Einheit ???

Wenn es nur ein paar hundert Kilowatt sind, kann dies ein mittelgroßer Generator wohl ausgleichen

war die APA Aussendung falsch


Hobbyökonom