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Pensionskrise wegen Facebook-Flop

16.09.2012 | 18:23 |  Von unserem Korrespondenten HELMUT HETZEL (Die Presse)

In einer Studie warnt das Sozialministerium vor Einbußen bei den Pensionen in Höhe von acht Prozent. Trotz zahlreicher Warnungen haben viele niederländische Pensionsfonds große Mengen von Facebook-Aktien gekauft.

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Den haag. Die Wahlen in den Niederlanden sind geschlagen, die Zeiten der Versprechen und der guten Nachrichten sind vorbei. Und die schlechten Nachrichten ließen nicht lange auf sich warten. Den fast 13 Millionen niederländischen Pensionisten drohen massive Einkommensverluste. Ihre Pensionen könnten in den kommenden zwei Jahren um durchschnittlich 8,2 Prozent sinken. Das geht aus einer geheimen Studie des Haager Ministeriums für Arbeit und Soziales hervor, die von der Zeitung ,,de Volkskrant“ in Auszügen veröffentlicht wurde.

Die Studie ist für Menschen im Ruhestand das reinste Horrorszenario. Sollten die darin angestellten Berechnungen zutreffen, dann wird ein Großteil der niederländischen Pensionisten in den kommenden Jahren erheblich weniger von den Pensionskassen ausbezahlt bekommen, als bisher angenommen.

Ein konkretes Beispiel: Ein jährlicher Pensionsanspruch von bisher 10.000 Euro schrumpft dann auf 9180 Euro zusammen, wie aus dem Worst-Case-Szenario des Haager Arbeitsministeriums hervorgeht. Aber auch wenn dieses Szenario nicht eintreten sollte, müssen mindestens 5,7 Millionen Niederländer damit rechnen, dass ihre Pensionszahlungen in zwei Jahren durchschnittlich um sechs Prozent niedriger ausfallen werden, als bisher prognostiziert.

Hauptgründe für die düsteren Pensionsaussichten sind die lahmende Konjunktur und vor allem die niedrigen Zinsen. Aufgrund dieser sinkt nämlich der Deckungsgrad der großen Pensionsfonds, weil sie für ihr oft in Staatsobligationen angelegtes Vermögen immer weniger Zinsen bekommen. Ihr Vermögen wird also kleiner.

Um die Finanzierungslücke schließen zu können, sind nach Meinung des Haager Arbeitsministeriums Prämienerhöhungen unvermeidlich. So müssten die Pensionsprämien für Arbeitnehmer in den kommenden Jahren um „mindestens 14 Prozent“ steigen, um die Verluste auszugleichen, heißt es in dem Geheimpapier.

Außerdem haben sich einige große niederländische Pensionsfonds und Vermögensverwalter auch beim Börsengang von Facebook verspekuliert.

 

Warnungen ignoriert

Trotz zahlreicher Warnungen von Finanzanalysten haben viele große niederländische Pensionsfonds große Mengen von Facebook-Aktien gekauft. Doch die Titel sind im Vergleich zum Emissionspreis von 38 Euro heute nur noch etwas mehr als die Hälfte wert.

Die Investmentgruppe Robeco, die 250.000 Facebook-Anteile orderte und dafür 9,5 Millionen Euro zahlte, sitzt nun auf dem Paket, das mit 4,76 Millionen Euro nur noch die Hälfte wert ist. Ähnlich ging es auch der Rabobank und der All Pensions Group APG, die auf einem Paket von 330.500 Facebook-Aktien sitzen.

Auf einen Blick

Pensionisten in den Niederlanden drohen massive Einkommensverluste: Weil der Deckungsgrad der großen Pensionsfonds aufgrund der niedrigen Zinsen sinkt, werden Einschnitte bei den Pensionszahlungen unausweichlich sein, heißt es in einer geheimen Studie des Sozialministeriums. Im Schnitt werden die Pensionen um acht Prozent sinken. Nur mit massiven Erhöhungen der Beiträge („mindestens 14 Prozent“) sei das Loch zu stopfen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.09.2012)

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26 Kommentare
 
12
Gast: Plotin
20.09.2012 21:55
2 0

der Reiz heißt Spekulieren, nicht Investieren

. . . die Gier ist die Force des Kapitals. Wo immer große Gewinner gibt's die großen Verlierer.

Solange man Investoren für Miss erfolge nicht haftbar macht, bleibt der Finanzmarkt unkontrollierbar.


Gast: huibuh
17.09.2012 18:06
1 0

Deppenfalle

Das waren also Fachleute für dauerhafte Anlagen!
Wer etwas Hirn hatte, hat mit dem Crash gerechnet und damit Geld verdient.
So wie wir. Zuckerberg hatte sich verzockt.
Ab FB in 10 Jahren noch existiert ist die große Frage!

Gast: Unverhältnismäßig
17.09.2012 17:30
1 0

In Österreich werden Millionen und Milliarden verzockt

und es gibt keine Reaktionen und Konsequenzen für die Verantwortlichen

Die Investmentgruppe Robeco, die 250.000 Facebook-Anteile orderte und dafür 9,5 Millionen Euro zahlte, sitzt nun auf dem Paket, das mit 4,76 Millionen Euro nur noch die Hälfte wert ist.

Ok, macht 4,8Mio. noch nicht realistierten Verlust. Dividiert durch die gegebene Anzahl von Pensionsbeziehern wäre das exakt fast nichts. Ausserdem wird der Fondsmanager das Investment wohl als Dividendenbringer betrachten.

Gast: Een gulle vriendschap
17.09.2012 13:42
0 0

Trotz zahlreicher Warnungen haben viele niederländische Pensionsfonds große Mengen von Facebook-Aktien gekauft.

De trimbanen.

0 0

Ja,ja...die dritte Säule....

... und wieder ein Beweis, daß auch private Pensionsvorsorge nicht funktioniert.
Allerdings gehen nun langsam die Ideen zur Pensionssicherung aus...

Antworten Gast: ach ja
17.09.2012 12:39
1 0

Re: Ja,ja...die dritte Säule....

Wie wäre es mit der Rückkehr zur "alten Methode" des Vorsorgens und das ist für das Vorhandenseins einer ausreichenden Anzahl wohlerzogener Kinder von denen die Altersversorgung garantiert werden kann?

Antworten Antworten Gast: django
17.09.2012 16:50
0 0

Jo, sie kommen ins "Austragshäuserl".

A guats Wassersupperl gibts auch noch.

Gast: *** Mark Poller ***
17.09.2012 10:52
2 0

Ein Verwalter eines Pensionsfonds, der FACEBOOK-Aktien zum Erstausgabekurs zeichnet, ist für unzurechnungsfähig zu erklären und lebenslang einzusperren!


Gast: superquant
17.09.2012 09:04
3 0

"Qualitätszeitung"

Selten so eine dumme Schlagzeile gelesen. Was soll der Blödsinn. Vorallem der Abschnitt Robeo hat 9.5 Mio € in FB. Na und die haben 150 Mrd € Assets under Management. Da sind die 9.5 Mio € FB nicht einmal im Promillebereich.
Schlecht recherchiert, reisserisch. Niveau : Gratiszeitung.

Gast: MuonTec
17.09.2012 08:58
1 0

Die Analysten und ihr Kind

natürlich gab es Analysten die vor dem Kauf von FB-Anteilen gewarnt haben, doch das Gros dieser Spezialisten lies sich aus welchen Gründen auch immer zu illusorischeren Kurszielen hinreissen. Bis heute.
Ohne Berücksichtigung elementarster Informationen, zu Marktsättigung, Rentabilität und Einschätzungen der Möglichkeiten.
Immerhin ist die Zahl von knapp einer Milliarde Nutzer auch beeindruckend, das Potential scheint einem schier unermesslich.
Was man jedoch immer ein wenig "unterschätzt" das man den sozialen Charakter einer Struktur nicht 1:1 in geld umsetzen kann. Deas Gros der Facebooknutzer hat dieses Medium nicht für sich entdeckt um dort Geld zu lassen sondern sich mitzuteilen, auszutauschen und Spass zu haben. Kaum anzunehmen das sich das ändern wird. Eines der wenigen Punkte die bei FB für einen zweistelligen Kurs sprechen sind die 13 Milliarden Sicherheiten die das Unternehmen zu bieten hat und ein Werbevolume von kaum noch zu steigernden 5 Milliarden $. Selbst wenn FB alle Erdenbürger zu seinen Mitgliedern zählen kann.

MT

Gast: Erschiesstmich
17.09.2012 08:54
1 0

...

Die Personen welche für den Kauf von fb Aktien verantwortlich sind sollten einen Kopf kürzer gemacht werden!
Wie unglaublich dumm (oder korrupt) musste man sein um als Vertreter einer Pensionskasse fb Aktien zu kaufen!?!?

Gast: Wähler
17.09.2012 08:30
0 0

Name verpfichtet!

Aus welcher Richtung kommt den dieser Knabe?
Na eben!

Gast: Markus Trullus
17.09.2012 08:06
0 0

Selbstschuss ins Knie

Von dem rede ich seit Jahren; Reiche Leute sind maximal zu 20% in großen Unternehmen im Schnitt beteiligt; Den Löwenanteil machen institutionalisierte Anleger wie Banken, Kassen und Pensionsfonds aus. Das Geld der "kleinen Leute"also, von dir und mir. Wer hier auch noch Geiz-Neidisch mit Steuern zugreifen wie Link und Grün, verschärft den Griff in die Taschen des kleinen Mannes/Freu noch mehr. Gespannt, wie sich diese Populist- Neidhammeln aus der Argumentationsaffaire ziehen!

3 0

Bitte recherchieren - nicht raten

13 Millionen "niederländsiche Pensionisten" bei nicht einmal 17 Millionen Einwohnern?

Gast: Brennstein2
17.09.2012 06:57
1 0

Wohlstand für Alle

Wohlstand für Alle funktionierte nur als die Europäische Industrie die restliche Welt mit Autos TV Computern ecetr. belieferte-heute kommt das Zeug aus Asien. Mit immer neuen Schulden hat man den Leuten vorgegaukelt alles bleibt so. Zur Facebookaktie - wie so vieles in dieser Branche - einfach legaler Betrug.

Facebook Aktie?

Was für Kommissionen müssen da im Spiel gewesen sein, dass erfahrene Börsenberater die Aktie dieses Unternehmens empfohlen haben. Die Fundamentals sind nicht gerade erbauend!

Re: Facebook Aktie?

wer hat die Investments in fb beschlossen? die konkreten natürlichen Personen, würde ich gerne mit Namen und Fotos sehen.

Re: Re: Facebook Aktie?

Alle unsere Bewegungen und Daten werden von den Sicherheitskräften aufgezeichnet und sofort weitergegeben. Aber in diesem Fall greift todsicher sofort der "Datenschutz".

Das betrifft

natürlich nur niederländische Pensionisten!
Glücklicherweise weisen andere Pensionsfonds eine weit bessere Profitabilität auf.
Wachstum? Ja das ist außerhalb der Niederlande ebenfalls ganz hervorragend.
Wenn man über Stagflation liest, kann man in die Zukunft schauen.

Als Denkanstoß. Pensionsdeckung in Österreich?

Gast: Klaus
16.09.2012 23:10
0 0

Altersheim

Ich empfehle dass man die Fondsmanager mal 1 Tag ins Altersheim bringt ... Folgetage wird es für die keine mehr geben.

Da lacht er, der Zuckerbub

Er hat im Gegensatz zu den hirnamputierten Fondsmanagern den Wert der Firma genau eingeschätzt und sich über das Geld der Pensionisten freuen können.

Irgendwann wird auch dem letzten geistigen Gartenzwerg die praktische Unmöglichkeit der privaten Pensionsversicherungen einleuchten, in welche uns die Politikerbaggage in Folge ihrer absoluten Unfähigkeit gedrängt haben.

6 1

Re: Da lacht er, der Zuckerbub

Wie schwachsinnig muss man sein, um Facebook-Aktien zu kaufen? Das war doch von Haus aus klar, dass der Ausgabekurs schon alle optimistischsten Erwartungen vorwegnimmt und in naher Zukunft eher stark sinkt aber kaum steigen konnte.

Gast: machmuss verschiebnix
16.09.2012 21:09
3 1

Die alte Geschichte,

den Sozis rinnt das Geld durch die Finger, und als Ausweg wälzen Sie
ihr eigenes Versagen ab, auf die Aktienverluste.


Gast: Halbwissen
16.09.2012 20:22
6 2

Reisserische Überschrift !

Von den 820 Euro Einkommensverlust im Beispiel gehen maximal 20 Euro auf den facebookverlust. Wahrscheinlich ist der Verlust durch facebook eh nur 1 Euro.

Gast: Physiklehrling
16.09.2012 20:17
8 0

Dimensionen

Wenn der Pensionsfonds Robeco einen (wahrscheinlich noch nicht realisierten) Verlust von 4,7 Mio Euro einfährt, hat dies auf die Pensionen von holländischen Pensionisten eine kaum messbare Auswirkung. Selbst bei einem Facebook Totalverlust ist das Fondsvermögen wohl nur im niedrigen Promillebereich beeinträchtigt. Ich fürchte nur, dass Facebook ein Lehrbeispiel dafür ist, dass hochbezahlte Fondsmanager und Analysten rein gar nichts aus der geplatzen TMT Blase (2000-2003) gelernt haben, und weiter múnter in reine Luftnummern ohne funktionierendes Businessmodel investieren.

 
12

Hobbyökonom