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Fiat-Chef: "Italiens Automarkt auf Niveau der 60er Jahre"

18.09.2012 | 10:22 |   (DiePresse.com)

In Italien sanken die Pkw-Neuzulassungen um 20 %. Fiat-Chef Marchionne revidiert seine Investitionspläne für Italien, will aber keine Werke schließen.

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Wie der Herstellerverband ACEA am Dienstag mitteilte, wurden in Europa heuer in den ersten acht Monaten 6,6 Prozent weniger Autos zugelassen. Besonders hart traf es Italien: Das Land verbuchte von Jänner bis August bei den Pkw-Neuzulassungen mit einem Minus von 19,9 Prozent. Das bekam vor allem Fiat zu spüren, beim italienischen Autobauer gingen die Neuzulassungen europaweit um 16,6 Prozent zurück.

Fiat-Chef Sergio Marchionne beschreibt die dramatische Lage auf dem italienischen Automarkt am Dienstag in einem Interview: "In Italien ist die Autoindustrie in ein Marktloch ohne gleichen gefallen. Der Markt ist auf ein Niveau wie in den 60er Jahren gestürzt. Wir haben in einem Schlag 40 Jahre verloren. Vor einem Jahr war das Land pleite. Nur der Eingriff einer glaubwürdigen Persönlichkeit hat Italien aus dem Abgrund retten können. Jetzt will man, dass sich Fiat so ruhig weiter verhält, wie in den Zeiten, als noch die Sonne schien?", fragte Marchionne in der Tageszeitung "La Repubblica".

Verluste in Europa, Gewinne in den USA

Zugleich bestreitet Marchionne Gerüchte, wonach sein Konzern sich aus Italien zurückziehen wolle. "Ich habe niemals die Schließung von Werken vorgeschlagen und niemals behauptet, dass ich weggehen will". Marchionne erklärte jedoch, dass Fiat seine 2010 präsentierten Investitionspläne für Italien revidieren müsse. "In Italien liegt der Automarkt in Agonie. Fiat wird in Italien dank der Gewinnen bleiben, die im Ausland generiert werden. Der italienische Automarkt ist zusammengebrochen. Wenn wir nach den ursprünglichen Plänen investieren würden, wären wir pleite", warnte Marchionne. In Europa habe Fiat Verluste in Höhe von 700 Millionen Euro angesammelt, die der Konzern nur dank der Gewinne in den USA und in den Schwellenländern kompensieren könne.

(APA)

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7 Kommentare
Gast: vito c
18.09.2012 14:18
1 0

mal ehrlich

seien wir mal ehrlich, aber wer braucht denn tatsächlch ein neues auto?

Gast: GastA
18.09.2012 14:02
0 2

planed obsolescence

Von Fiat an die Spitze getrieben. Neuwagen, die schon beim Händler verrostet eintreffen. Passende Verbindung mit einer amerikanischen Automarke.
Vielleicht hat sich etwas gebessert. Nur dumm daß niemand der Erste sein will das zu testen.
Das ist eben der Nachteil bei "planed obsolescence": wenn es Alternativen gibt (japanische, koreanische, deutsche Produkte) dann will sich niemand vernünftiger ein zweites mal anschmieren.

Gast: Tempipassati
18.09.2012 13:24
1 0

Falscher Wechselkurs

Früher kauften die Italiener ihre eigenen Autos, weil sie nach der periodischen Abwertung ihrer Währung billiger waren, als die Prestigekarrossen aus dem Ausland. Nunmehr wurden die Prestigekarossen gekauft, bei denen man aber feststellen kann, es war zum großen Teil auf Pump. Wenn nicht einmal die eigenen Leute mehr Fiat kaufen, was soll Ausländer zum Kauf bewegen? Sie müssen billiger sein. Letztendes gibt das das gleiche Resultat, geringere Löhne im Vergleich mit den effizienteren Staaten. Die Währungsangleichungen stellten eine relativ friedliche Art des Ausgleiches dar, schließlich verdiente man in Lire eventuell sogar mehr.

1 0

Re: Falscher Wechselkurs . . . das ist des Pudels Kern

und das Stimmvieh begreift noch immer nicht, dass der Euro langsam zum Mühlstein für alle wird.

Gast: Maschinenmenschen
18.09.2012 13:13
1 1

"Italiens Automarkt auf Niveau der 60er Jahre"

Die Automobile waren in den 60ern auch erotischer.

Gast: Homo mobili
18.09.2012 12:10
2 1

Modellpalette?

Welches Modell sollte man auch kaufen?
500, Panda, Croma
Mito od Gulietta (159 eingestellt - neuer
Spider kommt ohnehin von Mazda, 4C 2 Jahre
aufgeschoben)
Delta/Y?
Flavia/Thema - Chrysler Kraxn, in Europa
unverkaufbar


Gast: A-Norm
18.09.2012 12:02
1 1

Wen wundert es ?

Mit Autos wie den Fiat Multipla, der weltweit jahrelang als das schiachste Auto gewählt wurde.

Der hat sogar den Audi A2 bei weitem übertroffen. Und der hatte ein Design, als ob es von einem Rumänen stammt.

Mein Vorschlag:
Sich mehr Zeit für die Autoherstellung nehmen und damit viel bessere Autos erzeugen.

Hobbyökonom