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Audi setzt auf Autos mit "Windantrieb"

18.09.2012 | 16:53 |   (Die Presse)

Der deutsche Autohersteller Audi errichtet zurzeit eine Versuchsanlage, in der aus überschüssigem Windstrom synthetisches Gas erzeugt wird. Dieses Synthetikgas soll Autos CO2-neutral antreiben.

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Wien/jaz. Die Suche nach dem umweltfreundlichen Antrieb der Zukunft ist das bestimmende Thema der Autoindustrie. Und schnell werden hierbei favorisierte Technologien auch wieder zu Flops erklärt. So macht zurzeit nicht nur die „Teller oder Tank“-Diskussion die einst bejubelten Agrartreibstoffe zu Buhmännern, auch lange erwartete Elektroautos wie der „Volt“ von GM mutieren aufgrund fehlender Nachfrage zu Ladenhütern.

Der deutsche Autohersteller Audi setzt daher auf eine Technologie, die bereits vor rund fünf Jahren in der Branche groß diskutiert wurde, um die es seither aber relativ still geworden ist – das Erdgasauto. Ende nächsten Jahres soll mit dem A3 TCNG das erste ab Werk mit einem Erdgasantrieb ausgestattete Fahrzeug auf den Markt kommen. So weit, so unspektakulär. Das Besondere bei Audi ist jedoch, dass die VW-Tochter sich auch um die Produktion des Treibstoffes bemüht – und zurzeit eine Pilotanlage errichtet, in der aus überschüssigem Windstrom synthetisches Gas erzeugt werden soll.
„Wir wollen kein Strom- oder Gasanbieter werden. Aber wir sehen uns in der Pflicht, die Technologie voranzutreiben“, sagt dazu Heinz Peter Hollerweger, Entwicklungsleiter für Gesamtfahrzeuge bei Audi anlässlich einer Veranstaltung des heimischen Gas-Branchenverbands ÖVGW. Daher investiert der Konzern zusammen mit dem 2007 in Salzburg gegründeten Unternehmen Solarfuel 70 Mio. Euro in das Projekt.

Vom Windrad in den Gasspeicher

Dabei wird mittels Elektrolyse Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten. Der Wasserstoff wird danach mit CO2 zu künstlichem Methan (CH4) „verschmolzen“. Das dafür notwendige Kohlendioxid kann zuvor aus den Abgasen von Kraftwerken oder aus der Atmosphäre gewonnen werden. Da die beim Verbrennen im Auto emittierte Menge des klimaverändernden Gases genau gleich ausfällt, ist das synthetische Erdgas CO2-neutral.

„Wir wollen dabei auch niemandem Ökostrom wegnehmen, sondern jenen Strom verbrauchen, der als Überschuss anfällt“, so Hollerweger. Denn schon heute gibt es Zeiten, zu denen Windkraftanlagen abgeschaltet werden müssen, da das Netz ansonsten überlastet wäre. In den nächsten Jahrzehnten werde in Deutschland allein dieser Überschuss auf den dreifachen Jahresverbrauch Österreichs ansteigen. Das Synthetikgas wird von der Gasbranche daher auch als möglicher Langfristspeicher für die volatile Ökostromproduktion gesehen.

Wie überall gibt es aber auch hier einen Pferdefuß: So gehen bei der Umwandlung 40 Prozent der Energie verloren. Und da das Verfahren aufwendig ist, kostet die Kilowattstunde zwischen sieben und neun Cent. Importiertes fossiles Gas aus Russland kommt hingegen zurzeit auf rund drei Cent.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.09.2012)

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3 Kommentare
Gast: mmmh
19.09.2012 05:58
2 0

wurscht

wirkungsgrade hin oder her,
natürlich rechnet sich singuläre innovation nicht im aktuellen szenario. aber wenn jetzt nur gerechnet und nicht gehandelt wird, werden sich neue technologien auch in 10 jahren nicht rechnen.
auch wird man sich daran gewöhnen müssen, dass es keine einzige lösung, sondern viel mehr ein konzert verschiedener energielösungen geben wird.
wer effiziente schnittstellen entwickelt wird sich auch in zukunft mehr als eine goldene nase verdienen!

Wenn das so weitergeht ...

... werden wir eines Tages noch Schiffe mit Windantrieb erleben.


Gast: otto f.krammer
18.09.2012 20:22
0 0

Der wirtschaftlichste Windantrieb erfolgt elektrisch!

Denn dies hat den höchsten Wirkungsgrad.
Windstrom kann mit einem Wirkungsgrad von etwa 30% eingesammelt werden. Davon kommen über den Lithiumakku an die 20% auf die Straße.
Dies funkt mittels Windstromgas bei weitem nicht.

Hobbyökonom