Der österreichische Stromkonzern Verbund ist offenbar doch nicht bereit, sich aus dem Wachstumsmarkt Türkei zurückzuziehen, sondern erwägt sogar weitere Investitionen in dem Land: Österreichs führender Stromkonzern könnte dort 2013 gemeinsam mit dem Partner Sabanci ein weiteres Wasserkraft-Ausbauprogramm im Rahmen des EnerjiSA-Joint-Venture fixieren, hieß es aus Konzernkreisen. Voraussetzung dafür sei aber, dass die noch für heuer erwartete weitere Marktliberalisierung attraktive Strompreis-Gestaltungsmöglichkeiten in der Türkei biete. Noch im August gab es aus Insiderkreisen Gerüchte über ein Ende des Türkei-Engagements des Verbundes.
In dem Fall könnte nächstes Jahr über die bereits geplanten - und ausfinanzierten - 5000 Megawatt (MW) Wasserkraft-Leistung hinaus über ein zweites Ausbauprogramm bis zum Jahr 2020 entschieden werden, das die Errichtung von zusätzlichen 2500 bis 5000 MW vorsehen könnte.
Ehrgeiziges Wasserkraft-Programm
Gemeinsam mit der türkischen Sabanci-Gruppe treibt der Verbund im 50:50-Joint-Venture EnerjiSA seit Jahren ein ehrgeiziges Wasserkraft-Programm voran, bei dem in der Vergangenheit vor allem die Partner aufs Tempo gedrückt haben.
Mitte August hatte es geheißen, E.ON verhandle mit dem Verbund über einen möglichen Erwerb von dessen Hälfte-Anteil am Türkei-JV im Abtausch für weitere Wasserkraftwerke am Inn. Analysten-Kreise in Wien hatten sich daraufhin verwundert gezeigt, da der Verbund immer stolz gewesen sei auf sein dortiges wachstumsträchtiges Geschäft. Das Land habe gerade was Größe und Wachstum anbelangt doch als "der Hoffnungsmarkt" für den Konzern gegolten, "insofern käme ein Rückzug ausgerechnet aus der Türkei jetzt eher überraschend", hatte der Experte Mitte August gemeint.
(APA)
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