21.05.2013 06:58 Merkliste 0

Serbien: Zucker und Speiseöl werden knapp

19.09.2012 | 13:30 |   (DiePresse.com)

Dort wo sonst Öl und Zucker stehen, gibt es derzeit nur leere Regale. Die Regierung stellt Reserven bereit, Hamsterkäufe werden befürchtet.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Die Menschen in Serbien können sich dieser Tage kaum der Erinnerung an die 1990er Jahre erwehren. Zwölf Jahre nach dem Sturz des Regimes von Slobodan Milosevic sind sogar in führenden ausländischen Handelsketten jene Regale leer, in denen normalerweise Speiseöl und Zucker zu finden sind. Beim vertrauten Gemüsehändler um die Ecke konnte man die Ware noch finden, natürlich zu einem wesentlich höheren Preis. Es gibt bereits Gerüchte, dass bald auch Milch zur Mangelware werden könnte.

Eine Lösung ist nicht in Sicht. Und auch eine plausible Erklärung für die Lebensmittelknappheit konnte das Handelsministerium noch nicht geben. Angeblich Probleme soll es demnach bei den Lieferanten geben. Schuld wurde inoffiziell auch den Produzenten des Nationalgerichts Ajvar - in Öl eingerührter Paprika - im Süden des Landes angelastet, für die die ersten Septemberwochen alljährlich die Hochsaison darstellen und die größere Ölmengen verbrauchen.

Staatliche Warenreserven bereitgestellt

Um die Situation zu entspannen, sollen aus den staatlichen Warenreserven 5000 Tonnen Speiseöl und ebenso hohe Zuckermengen bereitgestellt werden, verkündeten die Behörden. Wegen der Ungewissheit, wie lange die Vorräte zu festgelegten, niedrigeren Preisen zu kaufen sind, werden Hamsterkäufe befürchtet.

Der Staat will angesichts der seit Jahren sinkenden Kaufkraft die Preissteigerungen für Grundnahrungsmittel verhindern. Der Durchschnittslohn liegt derzeit bei etwa 300 Euro, die Inflation bei zehn Prozent. Für Oktober wurden in den meisten städtischen Heizwerken bereits Preissteigerungen angekündigt. Auch die Mehrwertsteuer wird per Regierungsentscheidung von derzeit 18 auf 20 Prozent steigen.Die nationale Währung, der Dinar, holte am heutigen Mittwoch unterdessen gegenüber dem Euro um 0,7 Prozent auf. Ein kleiner Trost für jene Bürger, die ihre an Euro geknüpften Wohnungs- und Verbraucherkredite allmonatlich zu bedienen haben. Allerdings verlor der Dinar seit Jahresbeginn bereits zwölf Prozent an Wert gegenüber dem Euro.

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

8 Kommentare

unabhängig und grosstaatliche träume

aber pleite wie eine kirchenmaus

dummheit hann man nicht kaufen.

Gast: Rade
19.09.2012 17:13
0 0

Milch soll teurer werden?

Ich war jetzt ende August für 2 1/2 Wochen in Serbien und war schockiert über die Lebensmittelpreise. Milch kostete im Laden zwischen 75 und 85 Dinar. Das sind umgerechnet zwischen 65 und 72 Cent, also deutlich teurer als in Deutschland (gester erst 45 Cent bezahlt). Im gegenzug bekommt der Bauer aber nur 20 Dinar für seine Milch, also nichtmal die Hälfte dessen was der deutsche Bauer bekommt. Da sowohl Steuern, Spritpreise als auch Löhne wesentlich in Serbien wesentlich niedriger als in Deutschland sind fragt man sich schon woher diese riesige Differenz herkommt. Man ist geneigt an mafiöse strukturen zu glauben.
Die Bevölkerung tut mir dort echt leid, hoffe das es hier nie soweit kommt.

Gast: Sarkast 2
19.09.2012 17:01
4 0

Staflation

Zur Inflation kommt noch eine sinkende Wirtschaftsleistung. Das stärkt die Nationalisten, die nächste Wahl wirds zeigen.
Und wir sind vor 1914.

Gast: Liberty Force
19.09.2012 15:36
6 0

Das selbe Spiel wie immer, es heißt INLFATION:

1) Eine Regierung, die sich ihre Defizite von der Notenbank finanzieren lässt --> Inflation
2) Die Teuerungsraten steigen allmählich
3) Die Teuerungsraten steigen immer stärker, die Leute werden unruhig, die Regierung beschwichtigt- es handle sich um vorübergehendes Phänomen
4) Die Preise steigen so hoch, dass sich viele Leute Lebensmittel oder Heizen nicht mehr leisten können- jetzt verhängt die Regierung Preiskontrollen und lässt sich als Wohltäter feiern, obwohl sie doch Schuld an der Misere ist
5) Die betroffenen Waren verschwinden aus dem Verkehr, da niemand seine Produkte unter Wert verkaufen will; ein Schwarzmarkt entsteht
6) Die Versorgung bricht zusammen, die Wirtschaft auch
7) Am Ende versucht jeder, alles Geld, das er erhält, so schnell wie möglich loszuwerden --> Hyperinflation!

serbien

was soll man von einem Staat erwarten, der mafiöse Strukturen zulässt, ja sogar fördert und von ihnen profitiert?

0 0

Re: serbien

Sie haben vergessen Österreich mit einzu beziehen

"...die Inflation bei zehn Prozent."

Ein würdiger EU-Beitrittskandidat!

Antworten Gast: ach ja
19.09.2012 16:23
2 0

Re: "...die Inflation bei zehn Prozent."

... und wer träumt noch davon, dass das auch in absehbarer Zeit bei uns nicht so sein wird?

Heute Serbien, morgen Österreich und die gesamte EU!

Hobbyökonom