Immer heißere und trockenere Sommer werden in Deutschland bis zum Jahr 2055 zu einem Rückgang der Stromproduktion aus Wasserkraft sowie von Kraftwerken führen, die mit Flusswasser gekühlt werden. Der Klimawandel könnte zudem regional erhebliche Auswirkungen für die Land- und Forstwirtschaft in Deutschland haben, wie sich aus einer am Montag in Berlin vorgestellten Großstudie des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) ergibt.
Den Prognosen zufolge sind von der Trockenheit im Sommer auch Atom- und Kohlekraftwerke betroffen, die mit Flusswasser kühlen. Sinkende Wasserstände und steigende -temperaturen werden laut Studie in diesen Kraftwerken zu "häufigeren Einschränkungen" führen. Die Stromerzeugung aus Wasserkraftanlagen werde gegenüber heute gar um 12,3 Prozent sinken.
Windkraft kann nicht ausgleichen
Zwar könne bei der Winderzeugung in vielen Regionen mit einer leichten Zunahme der Auslastung gegenüber heute gerechnet werden, heißt es in der Untersuchung weiter. Weil sie aber vor allem im Winterhalbjahr auftritt, könnten die Defizite der Wasserkraft sowie mit Wasser kühlenden Atom- und Kohlemeiler im Sommer nicht ausglichen werden.
Die Wissenschaftler errechneten zudem Szenarien zum Wasserhaushalt für die unterschiedlichsten Regionen Deutschlands. Demnach werden große Gebiete Ostdeutschlands noch trockener. Dies gilt vor allem für das Leipziger Becken, im Oderbruch oder Sachsen-Anhalt. Dort werde in manchen Gebieten im Jahresmittel um bis zu 30 Zentimeter weniger Regen fallen als heute.
Fichten und Kiefern profitieren
Steigende Temperaturen und die Düngung der Pflanzen durch das Treibhausgas CO2 lassen Bäume zwar früher austreiben und länger wachsen. Dem stünden allerdings Schäden durch Trockenstress und wachsende Waldbrandgefahren gegenüber, die etwa in Brandenburg um 16 Prozent zunehmen werde. Profiteure des Klimawandels unter den Bäumen sind demnach Fichten und Kiefern, während vor allem Buchen im Nordosten gefährdet sind.
Die Wissenschaftler wollen die umfassenden regionalen Prognosen leicht verständlich zum ersten 1. Dezember ins Internet stellen. Landwirte sollen dann mit einem Mausklick Informationen zu Temperatur- und Regenänderungen jeweils für ihre Felder abrufen können, um mögliche Ernterisiken mit dem Anbau anderer Feldfrüchte minimieren zu können.
(APA/AFP)
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