Die deutsche Billig-Supermarktkette Aldi will ab kommender Woche Getränke von Coca-Cola verkaufen. Daneben verhandle Aldi auch mit zahlreichen anderen Herstellern von Markenprodukten über den Verkauf ihrer Produkte, berichtet die "Lebensmittelzeitung" am Freitag ohne Nennung von Quellen. Demnach spricht der Kosmetikkonzern Beiersdorf mit dem Diskonter über eine Listung von Produkten der Marke Nivea. Außerdem gebe es Hinweise, dass Aldi Haarshampoo der Marke El Vital von L'Oréal und Persil-Waschmittel von Henkel verkaufen könnte.
In Österreich setzt die Aldi-Tochter Hofer schon längst nicht mehr nur auf Eigenmarken, sondern schlichtet eine Marke nach der anderen in die Regale. In Deutschland befürchten Experten nun ähnliche Preisschlachten wie in Österreich. Hofer setzte den Preis im Juli von 1,49 Euro Coke pro 1,5 Liter radikal auf 0,99 Euro je Flasche herunter.
Preisschlachten befürchtet
"Die Sorgen sind groß, dass auch hierzulande irgendein Verrückter versuchen wird, den Aldi-Preis zu unterlaufen, so dass die Preisspirale nach unten in Gang gesetzt und allen das Geschäft verdorben wird", zitiert die "Lebensmittelzeitung" einen direkten Aldi-Wettbewerber. Der "Verrückte" könnte Aldis Erzkonkurrent Lidl sein. Doch auch andere Handelsunternehmen dürften den Aldi-Vorstoß, der ebenso in Belgien und den Niederlanden erwartet wird, kaum unbeantwortet lassen, heißt es.
Von Coca Cola wolle Aldi insgesamt sechs verschiedene Getränkemarken anbieten, so die "Lebensmittelzeitung". Darunter seien Coke, Coke light, Fanta und Sprite. Die Flasche Cola mit 1,25 Litern werde voraussichtlich für 99 Cent verkauft. Über den Verkauf von Nivea-Produkten habe Aldi mit dem Hersteller Beiersdorf zwar noch keinen Vertrag abgeschlossen, letztlich gehe es aber nur noch um Details. Beiersdorf-Chef Stefan Heidenreich habe den Verkauf von Nivea-Produkten bei Aldi zur Chefsache erklärt.
Bisher kaum Markenprodukte im Sortiment
Aldi hat bisher nur wenige Markenprodukte im Sortiment. Beim Erzrivalen Lidl ist das Marken-Sortiment deutlich größer. Mit der vermehrten Listung von Markenartikeln könnte Aldi versuchen, seine Stellung im Lebensmitteleinzelhandel auszubauen. Über entsprechende Strategien des Diskonters wurde in den vergangenen Monaten häufiger spekuliert.
Produkte von Nivea könnten für die Billigsupermarktkette besonders nach dem Aus des Drogeriehändlers Schlecker interessant sein. Seit Monaten werben Einzelhandelsketten in Deutschland verstärkt für ihre Drogerieprodukte. Offenbar ist es Ziel der Handelsketten, sich die bisherigen Umsätze Schleckers zu sichern.
(APA)
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