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Tomáš Sedláček: "Das BIP ist eine dumme Statistik"

29.09.2012 | 18:04 |  von Jakob Zirm (Die Presse)

Laut dem tschechischen Ökonomen ist Wachstum bei gleichzeitiger Verschuldung der Staaten eine Schimäre und Gier keine schlechte Eigenschaft, solange sie nicht ausartet. Ein "Presse"-Interview.

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Sie schreiben in Ihrem Buch über die guten und die schlechten Elemente der Ökonomie. Ist Gier nun gut oder böse?

Tomáš Sedláček: Das ist nicht eindeutig zu beantworten. Gier, im Sinne des Wunsches nach mehr, ist ein Antreiber des Fortschritts, was als gut zu bewerten ist. Gleichzeitig wird Gier in allen Schriften der Menschheitsgeschichte als Beginn des Unterganges beschrieben. Man denke nur an Adam und Eva, wo die Gier nach der einen Frucht die Vertreibung aus dem Paradies bringt. Man sieht also, dass es diese Debatte nicht erst seit der jüngsten Finanzkrise sondern schon seit dem Beginn der Menschheit gibt.

Wem sollen wir aber mehr glauben? Den alten Mythen oder den Ökonomen, die sagen: Aus der Summe der egoistischen Entscheidungen der Individuen ergibt sich für alle ein Vorteil – die berühmte unsichtbare Hand des Marktes.

Die Frage ist, wie wir Egoismus definieren. Bedeutet das, nur für sich persönlich das Beste zu wollen, oder auf das Beste für die eigene Familie, Firma oder Nation zu achten? Ist Letzteres noch Egoismus? In der klassischen Ökonomie gibt es ja nur vordergründig einen Widerspruch zwischen Egoismus und Altruismus. Nehmen wir das Beispiel, das Adam Smith verwendete: Der Fleischer, der sein Fleisch nur deswegen anbietet, um damit ein Geschäft zu machen, durch diese Tätigkeit aber Teil der allgemeinen Nahrungsversorgung wird. Der Fleischer glaubt, egoistisch zu handeln, obwohl die Folgen davon altruistisch sind. Und auch in den alten Schriften spricht kaum jemand von Altruismus. So sagte etwa Jesus: „Liebe deinen Nachbarn wie dich selbst.“ Er sagte nicht: „Liebe ihn mehr.“ Es ist also kein Problem, sich selbst sehr zu lieben, sofern man dies auch bei seinen Nachbarn tut.

War die Kritik nach der Finanzkrise, wonach Gier an allem schuld sei, also falsch, weil die Folgen ohnehin altruistisch sind?

Es geht wie bei allem darum, die Extreme zu vermeiden. So sagte schon Aristoteles, dass aus jeder Tugend ein Laster werden kann, wenn sie übertrieben wird. Selbst übertriebene Mutterliebe kann schädlich werden, oder Liebe sich in Eifersucht verwandeln.

 

Ein bisschen Gier ist also gut, aber es darf nicht zu viel werden.

Genau. Das Gleiche gilt übrigens auch für die Ökonomie. Ein bisschen davon ist gut, aber inzwischen nehmen wir sie zu ernst und zu wichtig. So wird der ganze Zustand Europas nur mehr über den ökonomischen Zustand definiert.

 

In Ihrem Buch vergleichen Sie den Konsum mit Drogen – man brauche immer mehr, um daraus wieder ein positives Gefühl zu beziehen. Sollen wir weniger konsumieren?

Es gibt nicht nur die beiden Optionen mehr oder weniger zu konsumieren. Wir könnten unser Konsumlevel auch konstant halten. Der Wunsch nach immer mehr wird in unserem Wirtschaftssystem geradezu religiös gesehen. Das sieht man auch an der Krise. Wir fühlen uns richtiggehend religiös enttäuscht, weil das System, an das wir glaubten, nicht mehr das erfüllen kann, was wir von ihm wollen – mehr zu konsumieren. Das ist keine Krise des Kapitalismus, sondern eine Krise des Wachstumskapitalismus.

Die Gegner des Kapitalismus empfinden die Krise aber als dessen Niederlage.

Es gibt überhaupt kein Problem mit dem Kapitalismus an sich. Es geht nur um die Frage des Wachsen-Müssens. Und die Philosophie des Nichtwachsens ist auch keine linke Idee. So wollten etwa die Kommunisten laut ihren Fünfjahresplänen wie verrückt wachsen. Nichtwachstum ist hingegen eher eine Idee der Rechten. So sprachen auch Adam Smith und Joseph Schumpeter davon, dass die Wirtschaft einen gleichbleibenden Zustand erreichen könne. Meiner Meinung nach kommen wir nur aus der Krise, wenn wir sagen: Es ist eigentlich gar keine Krise. Bleiben wir doch für ein paar Jahre auf dem Stand, auf dem wir sind.

 

In Ihrem Buch fordern Sie den Wandel von der Wachstumsmaximierung zur Schuldenminimierung. Wie soll das gehen?

Wir haben durch die Verschuldung Stabilität hergegeben, um Wachstum zu kaufen. Und ich glaube, wir müssen nun Wachstum hergeben, um wieder Stabilität zu erlangen. Ich verstehe daher auch die Kritik an Angela Merkel nicht, wenn es heißt, ihre Politik werde das Wachstum senken. Genau darum geht es ja.

Aber gerade Wachstum verbessert doch den Zustand der Menschheit. So musste laut UNO vor 20 Jahren noch jeder zweite Mensch auf der Welt hungern, heute nur mehr jeder vierte. Das war nur durch das globale Wirtschaftswachstum möglich.

Wachstum ist nicht schlecht, wenn es real ist, so wie in den Entwicklungsländern, in denen die Menschen dadurch dem Hunger entkommen. In den USA oder Europa haben wir aber schon seit Jahren kein reales Wachstum mehr. Denn wie kann man sagen, das BIP wächst um zwei Prozent, wenn wir uns gleichzeitig um drei oder vier Prozent des BIPs verschulden? Wir wollen wachsen, glauben aber gleichzeitig, dass wir wachsen müssen. Wenn jemand etwas will, dann ist er ein freier Mann. Wenn er aber etwas muss, dann wird er zu einem Sklaven.

 

Das Problem ist also, dass wir das Wollen und das Müssen miteinander verwechseln?

Ja, das ist das erste Problem. Das zweite ist, dass wir zu genau messen. Wissen Sie, wie stark Ihr Einkommen von 2011 auf 2012 gestiegen ist?

Etwa dreieinhalb Prozent.

Können Sie mir nicht die genaue Zahl sagen? Waren es 3,4 Prozent oder 3,7 Prozent?

 

Da müsste ich nachsehen.

Sehen Sie. Auf persönlicher Ebene sind uns Kommastellen hinter den Prozenten völlig gleichgültig. Wenn es aber um ganze Staaten geht, dann sind wir plötzlich auf die genauen Zahlen fixiert. Da heißt es dann: „Wir haben nur 1,1 Prozent, obwohl wir 1,8 Prozent erwartet haben. Jetzt gehen wir alle unter.“ Eigentlich ist es lächerlich.

In Ihrem Buch schreiben Sie, wären die USA auf dem Lebensstandard von vor 20 Jahren geblieben, müssten ihre Einwohner heute um 30 Prozent weniger arbeiten. Jetzt bedeutet Wachstum aber auch qualitatives Wachstum. So nimmt die Zahl der Autos kaum mehr zu, aber sie werden sicherer. Wäre das Wachstum in diesem Bereich vor 20 Jahren stehen geblieben, wäre auch die Zahl der Unfalltoten auf dem Niveau der 1990er.

Das stimmt. Das wäre der Abtausch. Ich sage ja nicht, dass wir das tun sollen. Ich sage nur, dass wir uns bewusst sein sollten, was der Preis für bessere Autos ist. Nämlich, dass wir ohne sie nur mehr drei Tage die Woche arbeiten müssten.

 

Kann das auf globaler Ebene funktionieren? Wenn die Industrieländer sagen, wir arbeiten weniger und sind glücklich mit dem, was wir haben, dann verlieren wir an Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Ländern wie China. So hat etwa Frankreich seit Einführung der 35-Stunden-Woche deutlich an Konkurrenzfähigkeit verloren.

Wenn wir die Produktivität von Frankreich und den USA vergleichen, dann haben die Franzosen auf Jahresbasis verloren, weil sie längere Urlaube haben und weniger Wochenstunden arbeiten. Wenn wir uns jedoch die Stundenproduktivität ansehen, dann sind Franzosen produktiver als Amerikaner. Wenn die Franzosen arbeiten, sind sie also viel effektiver. Und die Frage ist: Welche Nation ist wohlhabender? Eine mit möglichst hohem BIP mit einer 45-Stunden-Woche und ohne Urlaub oder eine mit einem etwas kleineren BIP und dafür mehr Zeit für Dinge abseits der Arbeit. Nehmen wir ein Beispiel aus der Populärkultur: „Herr der Ringe“. Das BIP des von Orcs bewohnten Mordor ist sicher höher als jenes des von Elfen bewohnten Rivendell. Aber wo würden Sie lieber wohnen? Das ist natürlich ein Extrembeispiel, aber im Grunde trifft es die Diskussion, die wir führen müssen.

Wir brauchen also etwas anderes als das BIP, um den Reichtum einer Nation zu bewerten?

Ja. Das BIP ist eine extrem dumme Statistik. Wenn wir in Tschechien alle Bäume umschneiden und verarbeiten, dann geht unser BIP nach oben. Wenn man die Kinder in Fabriken statt in die Schule schickt, geht das BIP nach oben. Aber warum müssen wir überhaupt zählen? Wir sagen ja auch nicht: Heuer bin ich um 13,2 Prozent glücklicher als vor einem Jahr.

Sie meinen also, wir sollten wirklich aufhören, den Zustand der Nationen durch das BIP oder eine andere Zahl zu bewerten?

Ich habe kein grundsätzliches Problem damit, etwas zu zählen. Das Problem mit dem BIP und der Ökonomie im Allgemeinen ist jedoch: Es gibt sehr viele Dinge in unserem Leben, die für uns einen Wert haben. Gegenstände, die wir besitzen, Freundschaften, die Beziehung zu unserer Familie oder der Blick auf eine schöne Blume oder ein schönes Bild. Aber nur ein paar davon haben eine Nummer. Und wir wissen das. Das heißt, auch ein ökonomischer Glücklichkeitsindex, so komplex er auch berechnet sein mag, wird nie alle wichtigen Werte in unserem Leben umfassen können. Im Mittelalter stritten Gelehrte jahrelang darüber, wie viele Engel auf einer Nadelspitze Platz haben. Heute lachen wir über solche Diskussionen. Damals wurde das Thema sehr ernst genommen. So wie wir heute das BIP sehr ernst nehmen.

Der Berater Havels

Tomáš Sedláček ist einer der bedeutendsten jungen Ökonomen der Gegenwart. Die Karriere des 1977 geborenen Tschechen begann früh. So wurde er 2001 nur wenige Wochen nach seiner Promotion zum ökonomischen Berater des damaligen tschechischen Präsidenten Václav Havel. Der Grund dafür sei gewesen, dass Havel keine Berater wollte, die ihre wissenschaftliche Ausbildung noch während der Zeit des Kommunismus erhalten hatten, verriet Sedláček der „Presse am Sonntag“. In dieser Funktion erhielt er mit Mitte zwanzig die Aufgabe, das Steuersystem zu reformieren.

Internationale Bekanntheit erlangte Sedláček 2009 durch sein Buch „Die Ökonomie von Gut und Böse“, das sich auch hierzulande wochenlang in den Bestsellerlisten hielt. Darin stellt er die Ökonomie als Teil der menschlichen Kulturgeschichte anhand von Beispielen, beginnend mit dem Gilgamesch-Epos und dem Alten Testament über die Klassiker der Ökonomie wie Adam Smith bis hin zu Filmen wie „Matrix“ oder „Fight Club“, dar. Er kritisiert darin vor allem den auf Schulden aufgebauten Zwang zum Wachstum der modernen Industriegesellschaften.
Inzwischen arbeitet Sedláček als Chefvolkswirt der tschechischen Handelsbank (ČSOB) und ist Mitglied des nationalen Wirtschaftsrates, der die Regierung berät. Zudem unterrichtet er an der Prager Universität Wirtschaftsgeschichte und -philosophie. Er hält heute, Sonntag, auf der Globart Academy in Krems ab 10 Uhr einen Vortrag.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.09.2012)

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126 Kommentare
 
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Gast: Marsmensch
30.09.2012 19:58
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Geldschöpfung ganz einfach mit dem PC

Die ganze Sache mit der Geldschöpfung ist so richtig in Schwung gekommen mit dem Computer der das Geld verwaltet. Der Computer druckt kein Geld, der schiebt nur das Geld von einem Computerprogramm zum anderen, somit werden keine Geldkoffer mehr benötigt, um "Geld" zu transferieren. Bei Bedarf schöpft er Geld in dem er einfach in ein leeres Computerfeld so einfach mal z.B. 100000 reinschreibt und diesen Betrag zum nächsten Computer „transferiert“

Sedláček: "wir sind richtig religiös enttäuscht, weil das System nicht mehr erfüllen kann, was wir von ihm wollen – Ständig mehr konsumieren."

Warum fallen mir dazu spontan AK und Gewerkschaften ein?
Mehr Gehalt, mehr Urlaub, mehr Pendlerpauschale, gratis Kindergarten, gratis Studium.....

Gast: Ökonom, Univ.Doz.
30.09.2012 16:14
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Gerade die neoliberalen Ökonomen - Hajek, Friedman etc. - liegen ja völlig falsch


Ihre banale Marktideologie, der gänzlich freie Markt würde alles bestens regeln, ist schlichter Unfug und eine Behautung, die auch noch niemls bestätigt wurde.
Dass ungeregelte Märkte häufig zum Schaden vieler Beteiligter entarten, hat sich schon oft bestätigt.


Antworten Gast: Hanibal L.
01.10.2012 08:43
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Re: Gerade die neoliberalen Ökonomen - Hajek, Friedman etc. - liegen ja völlig falsch

Was hier entartet ist,ist der Keynes'sche "New Deal" Konsum-Sozialismus. Dort wo der Staat die Wirtschaft plant und zuviel lenkt, passiert es dass Investitionen Fehlgelenkt werden, "Blasen" entstehen und platzen.
Daß, wie auch gerade in den USA und Europa, wo vor lauter Intervention durch die FED/EZB alles nur verschlimmert wird, sich alles auf einen Grossen "Bang" zuspitzt, wird zeigen , dass die Auswirkungen dann umso groesser sein werden.

Da der "Markt" am Ende Fehler immer bereinigt, wird auch das Hinauszögern und Akkumulieren von kleinen Krisen eben dann in einer grossen und schmerzhafteren abgetragen.

Oft sind eben noch so banal aussehende Gesetze die am schwersten zu ergründenden. Marktgesetze funktionieren seit Menschgedenken und ob Marx, Keynes oder Hayek recht haben ist nebensächlich, der Markt wird früher oder später die Antwort geben.

Antworten Gast: yamo
01.10.2012 08:04
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Re: Gerade die neoliberalen Ökonomen - Hajek, Friedman etc. - liegen ja völlig falsch

Man braucht ja nur den idealen Markt mit dem real existierenden Markt vergleichen, dann sieht man sofort dass die beiden wenig Gemeinsamkeiten haben.

Eine über Werbung hinaus gehende Informationstransparenz bspw. gibt es real nur in dem Maße wie staatlich erzuwungene Informationsangaben mit den Produkten mitgeliefert werden müssen.

Stimmt ...

leider wurde und wird noch immer der neo-"liberale" bzw. neo-klassischem Unsinn nicht nur aber gerade von konservativen Politikern wie eine Religion angebetet und paradoxerweise in Europa sogar mehr als in den USA.
In den USA wird zwar ständig von small government und anderen neo-klassischen Götzen geredet, dann aber doch fleißig mit Bail-Outs, massiven Staatsinvestitionen (vor allem Rüstung) und anderem Keynesianismus pur betrieben.

Antworten Antworten Gast: maxxximus
30.09.2012 19:10
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Re: Stimmt ...

leider liegt genau da das problem - fehlerinterpretation. auf effizienten, freien märkten dürfte es keine großkonzerne geben die absolute marktmacht haben und es dürfte auch keine bailouts geben, da damit etwas mit allgemeinmitteln gerettet wird, das der markt abgelehnt hat, für die verhinderung solcher ineffizienzen wäre der staat mittels gesetzen zuständig - da sind sich heute so ziemlich alle ökonomen einig. maximierung des monetären gewinns als oberste maxime wird auch heute nicht mehr gelehrt - es geht vielmehr um nutzenmaximierung der gesamtbevölkerung und um die gewünschte verteilung der gesamten ressourcen. und bei keynes gehts um stimuli - nicht um schuldenmaximierung

Des Pudels Kern

Ursächlich für unseren "Wachstumszwang" ist in der Tat nicht der Kapitalismus, sondern ganz im Gegenteil das Verlangen des Staates ständig auf Schulden zu wachsen und Versprechungen zu machen, die auf unrealistischen ewigen Wachstum basieren (wie unser Sozialsystem).

Kein privater Geschäftsmann könnte "wirtschaften" wie der Staat, der ohne sein Gewaltmonopol längst Konkurs angemeldet hätte. Die freie Marktwirtschaft würde solches gemeinschaftsschädliches Verhalten bestrafen. Leider sind wir von freien Märkten weit entfernt.

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Re: Des Pudels Kern

Naja, der Wachstumszwang ist nur entstanden, weil viele Leute immer mehr Zinsen für ihr Geld haben wollen. Warum hat man nicht gegen Ende der 70Jahre, als man sah, es geht nicht mehr bergauf, den Leitzins nahe 0% gesenkt, damit die Leute das Geld wieder ausgeben?
Fehlannahme des Kapitalismus: Finanzkapital muss immer wachsen unabhängig von den Konjunkturkurz und Langzyklen und der Globalisierung.
Aller Rentenfonds- und Pensionskassenmodelle basierten auf diesem Irrtum:

http://blog.area23.at/2012/09/wrong-paradigm-of-capitalism.html

Antworten Gast: Seriöse Antwort
30.09.2012 17:43
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Re: Des Pudels Kern

Der entscheidende Irrtum:
Ein Staat soll auch gar nicht wie ein privates Unternehmen wirtschaften!
Das Ziel muß Steuerung und Ausgleich sein und nicht, wie ein privates Unternehmen, Gewinnstreben.

Antworten Gast: gast55
30.09.2012 16:18
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Re: Des Pudels Kern

wieder so ein wunderwuzi, der zinseszinsformel Kn=K0*(1+p/100)^n und exponentialgleichung nicht kapiert hat

rechne mal aus, ein job befristet auf ein jahr, du bekommst die erste woche 0,01€ also 1 cent, und dann wird jede woche immer, also zuerst 1 cent, dann 2 cent, dann 4 cent, dann 8 cent usw, was kommt am ende in der 52 woche raus??

übrigens die unternehmen haben wesentlich mehr schulden angehäuft als der staat, für diese belastungen aus zinsen tilgung und zinseszinsen zahlten die konsumenten in österreich fast 60 mrd € im jahr, also einmal der bundeshaushalt

die gesamtverschuldung österreichs (bund, länder, gemeinden, privathaushalte, unternehmen) beträgt mehr als 1000 mrd €, die des staates liegt bei gut 200 mrd €

Antworten Gast: Aber geh.
30.09.2012 15:58
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Re: Des Pudels Kern


Wieso schöpft denn der Staat das Geld nicht selber, und leiht es von den Banken?


Antworten Antworten Gast: kurze Antwort
30.09.2012 17:40
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Re: Re: Des Pudels Kern

Gute Frage, aber der Staat darf selbst kein Geld schöpfen. Dies aus gutem Grund, denn sonst gäbe es sehr bald eine deftige Inflation mit 20, 50 oder bald über 100 Prozent. Der Staat würde dann jedes Defizit mit Gelddrucken beantworten und so etwa unbeliebte Steuererhöhungen vermeiden.

Antworten Antworten Antworten Gast: Aber geh.
30.09.2012 18:23
1 0

Re: Re: Re: Des Pudels Kern


Wenn der Gesetzgeber nicht in der Lage ist, für staatsgeschöpftes Geld die Rahmenbedingungen zu schaffen, lässt er gleich lieber die Banken schalten und walten? So ist es eh, genau genommen.


Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: maxxximus
30.09.2012 19:35
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Re: Re: Re: Re: Des Pudels Kern

die ezb wäre eigentlich der schatzmeister und sollte als oberstes interesse die geldwertstabilität haben. um eine stabile währung zu sichern und nicht mittels geldmengenausweitungen den staat zu finanzieren - der dies bis jetzt noch jedes mal zu ungunsten der gesamten bevölkerung missbraucht hat.

dass die geldpolitische steuerung nichts bei der regierung (leider seit kurzem ezb) aber auch nichts bei privatwirtschaftlichen interessensgemeinschaften (fed) zu suchen hat bedarf wohl keiner weiteren erklärung

am anfang jeder hyperinflation die ich erforscht habe stand die geldmengenausweitung um staatsschulden zu bedienen

Antworten Antworten Gast: gast55
30.09.2012 17:23
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Re: Re: Des Pudels Kern

weil wir so gescheide nichtkorrupte politiker haben

Re: Des Pudels Kern

schuld an der unbefriedigenden Situation sind die staatlichen Eingriffe in den natürlichen Ablauf der Wirtschaft. Unsere sozialistische Marktwirtschaft mit ihren falsch gesetzen Incentives, der ausufernden Sozialstaat und die überbordende Verschuldung der Staaten und Kummunen ist Ursache des Problems.

Antworten Antworten Gast: gast55
30.09.2012 17:15
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Re: Re: Des Pudels Kern

wohl eher krimineller

sollte der staat also alle regeln abschaffen, also keine umweltauflagen, jeder kann in gewässern fischen, wie er will, schadstoffe einleiten wie er will, unternehmer behandeln wie er will, arbeitnehmer behandeln wie er will,
keine steuern zahlen, oder nur wie er will, keine justz, keine polizei, keine landesverteidigung, keine bildung, keine kultur, keine wasserversorgung, ach ne die wäre dann über nestle privatisiert

das wäre dann so wie im wilden westen oder anarchie, so was wünschen sich doch nur kriminelle, die auf nichts und niemanden rücksicht nehmen wollen

glauben sie also ernsthaft, dass eine gesellschaft ohne regeln und auflagen und kontrolle besser funktioniert, wo gesetzlose machen können was sie wollen

Antworten Antworten Antworten Gast: maxxximus
30.09.2012 19:40
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Re: Re: Re: Des Pudels Kern

genau was sie ansprechen sind die aufgaben des staats: rechtssicherheit, umverteilung, internaliseren von externalitäten (kosten für umweltschutz auf den verursacher überwälzen),etc - dabei sollte er aber nicht mehr ausgeben als er einnimmt.

wenn die regierung beispielsweise die sozialleistungen erhöht, sollte das der stimmbürger sofort an einer steuererhöhung oder an einer kürzung einer anderen leistung bemerken - die regierungen verwenden jedoch schulden um ausgabenerhöhungen vor den bürgern zu verstecken um bei der nächsten wahl trotz misswirtschaft wieder gewählt zu werden - aber irgendwann müssen wir die zeche trotzdem zahlen und genau das ist der fehler im system

Antworten Antworten Gast: gast55
30.09.2012 16:23
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Re: Re: Des Pudels Kern

wir haben keinen sozialstaat, sondern eine kapitalistische lobbykratie mit angeschlossener oligarchie

Antworten Antworten Gast: gast55
30.09.2012 16:22
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Re: Re: Des Pudels Kern

geh lern rechnen bevor du so was von dir gibst

ein sozialhilfeempfänger kostet die gesellschaft im jahr keine 6000€

ein milliardär kostet die gesellschaft derzeit in 5 jahren 1 mrd €, denn dem seine zinsen und zinseszinsen bezahlt die allgemeinheit, der lebt nicht von seiner milliarde, sondern von den zinsen und zinseszinsen, in 10 jahren kostet er uns dann 3 mrd und in 15 jahren 7 mrd und in 20 jahren sind es schon 15 mrd € die die gesellschaft für einen jetzt einfachen milliardär zahlen muss

Antworten Antworten Antworten Gast: maxxximus
30.09.2012 19:17
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Re: Re: Re: Des Pudels Kern

im moment enteignen staat und ezb genau diese bösen milliardäre (und jeden anderen der über geldvermögen und nicht-indexiertes arbeitseinkommen verfügt) über den negativen realzins um sich selbst zu entschulden.

aber keine sorge, bis jetzt hats noch in jeder "geld-enteignungsphase" trotzdem ordentlichen klassenkampf gegeben - die regierungen dieser erde sind das problem, sie sind ineffizient, bauen staatsschulden auf statt ab um die nächste wahl zu gewinnen und sind nicht bereit das volk darüber aufzuklären.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: gast55
30.09.2012 19:58
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Re: Re: Re: Re: Des Pudels Kern

sag mal träumst du?? wie heißt das mittelchen??

ein milliardär macht derzeit 15% im jahr, das sind 150.000.000€ und du willst mir, uns weiß machen, dass durch die inflation so viel geld bei einer person verloren geht??

durch die rettungspakete, werden die vermögen der milliardäre und vermögenden gerettet

enteignet werden die bürger, die jetzt diese schundpapiere am hals haben, nach dem die ezb das zeugs aufkauft

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Re: Re: Re: Des Pudels Kern

Was für ein ausgemachter Unsinn !!!

Wenn der Milliardär seine Milliarde im Keller aufbewahrt, zahlt niemand Zinsen, wird sie rentabel investiert, dann werden die Zinsen von der Investition bezahlt!

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: gast55
30.09.2012 17:40
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Re: Re: Re: Re: Des Pudels Kern

die zinsen werden also von den investitionen bezahlt?? entschuldigung ich muss lachen - da dank mal nochmal nach

das ist so wie beim abfangjägerkauf, da nimmt der staat ja angeblich auch mehr ein, als die dinger gekostet haben, die investition rechnet sich also von selbst ;-)

die investition kommt vom milliardär, der dann zinsen dafür bekommt

die tilgungskosten zinsen und zinseszinsen für den kredit bezahlt dann das unternehmen und das rechnet diese kosten, die dem unternehmen entstehen dann in die preise ein und die preise werden dann höher, die dann die konsumenten dafür bezahlen müssen

mein gott was es für unwissende menschen in dem land gibt, da war die schulbildung komplett für die fisch

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: gast55
30.09.2012 17:32
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Re: Re: Re: Re: Des Pudels Kern

bitte ein beispiel für einen milliardär, welcher sein geld im keller stapelt?

kein milliardär lebt von dem angestammten kapital, sondern von den kapitalerträgen und die bezahlt die allgemeinheit, genau so wie die sozialhilfebeiträge für den sozialhilfeempfänger

im übrigen zahlt ein milliardär nichts in pensionskasse, in die sozialkasse wie krankenversicherung, arbeitslosenversicherung usw

 
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