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Tomáš Sedláček: "Das BIP ist eine dumme Statistik"

29.09.2012 | 18:04 |  von Jakob Zirm (Die Presse)

Laut dem tschechischen Ökonomen ist Wachstum bei gleichzeitiger Verschuldung der Staaten eine Schimäre und Gier keine schlechte Eigenschaft, solange sie nicht ausartet. Ein "Presse"-Interview.

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Sie schreiben in Ihrem Buch über die guten und die schlechten Elemente der Ökonomie. Ist Gier nun gut oder böse?

Tomáš Sedláček: Das ist nicht eindeutig zu beantworten. Gier, im Sinne des Wunsches nach mehr, ist ein Antreiber des Fortschritts, was als gut zu bewerten ist. Gleichzeitig wird Gier in allen Schriften der Menschheitsgeschichte als Beginn des Unterganges beschrieben. Man denke nur an Adam und Eva, wo die Gier nach der einen Frucht die Vertreibung aus dem Paradies bringt. Man sieht also, dass es diese Debatte nicht erst seit der jüngsten Finanzkrise sondern schon seit dem Beginn der Menschheit gibt.

Wem sollen wir aber mehr glauben? Den alten Mythen oder den Ökonomen, die sagen: Aus der Summe der egoistischen Entscheidungen der Individuen ergibt sich für alle ein Vorteil – die berühmte unsichtbare Hand des Marktes.

Die Frage ist, wie wir Egoismus definieren. Bedeutet das, nur für sich persönlich das Beste zu wollen, oder auf das Beste für die eigene Familie, Firma oder Nation zu achten? Ist Letzteres noch Egoismus? In der klassischen Ökonomie gibt es ja nur vordergründig einen Widerspruch zwischen Egoismus und Altruismus. Nehmen wir das Beispiel, das Adam Smith verwendete: Der Fleischer, der sein Fleisch nur deswegen anbietet, um damit ein Geschäft zu machen, durch diese Tätigkeit aber Teil der allgemeinen Nahrungsversorgung wird. Der Fleischer glaubt, egoistisch zu handeln, obwohl die Folgen davon altruistisch sind. Und auch in den alten Schriften spricht kaum jemand von Altruismus. So sagte etwa Jesus: „Liebe deinen Nachbarn wie dich selbst.“ Er sagte nicht: „Liebe ihn mehr.“ Es ist also kein Problem, sich selbst sehr zu lieben, sofern man dies auch bei seinen Nachbarn tut.

War die Kritik nach der Finanzkrise, wonach Gier an allem schuld sei, also falsch, weil die Folgen ohnehin altruistisch sind?

Es geht wie bei allem darum, die Extreme zu vermeiden. So sagte schon Aristoteles, dass aus jeder Tugend ein Laster werden kann, wenn sie übertrieben wird. Selbst übertriebene Mutterliebe kann schädlich werden, oder Liebe sich in Eifersucht verwandeln.

 

Ein bisschen Gier ist also gut, aber es darf nicht zu viel werden.

Genau. Das Gleiche gilt übrigens auch für die Ökonomie. Ein bisschen davon ist gut, aber inzwischen nehmen wir sie zu ernst und zu wichtig. So wird der ganze Zustand Europas nur mehr über den ökonomischen Zustand definiert.

 

In Ihrem Buch vergleichen Sie den Konsum mit Drogen – man brauche immer mehr, um daraus wieder ein positives Gefühl zu beziehen. Sollen wir weniger konsumieren?

Es gibt nicht nur die beiden Optionen mehr oder weniger zu konsumieren. Wir könnten unser Konsumlevel auch konstant halten. Der Wunsch nach immer mehr wird in unserem Wirtschaftssystem geradezu religiös gesehen. Das sieht man auch an der Krise. Wir fühlen uns richtiggehend religiös enttäuscht, weil das System, an das wir glaubten, nicht mehr das erfüllen kann, was wir von ihm wollen – mehr zu konsumieren. Das ist keine Krise des Kapitalismus, sondern eine Krise des Wachstumskapitalismus.

Die Gegner des Kapitalismus empfinden die Krise aber als dessen Niederlage.

Es gibt überhaupt kein Problem mit dem Kapitalismus an sich. Es geht nur um die Frage des Wachsen-Müssens. Und die Philosophie des Nichtwachsens ist auch keine linke Idee. So wollten etwa die Kommunisten laut ihren Fünfjahresplänen wie verrückt wachsen. Nichtwachstum ist hingegen eher eine Idee der Rechten. So sprachen auch Adam Smith und Joseph Schumpeter davon, dass die Wirtschaft einen gleichbleibenden Zustand erreichen könne. Meiner Meinung nach kommen wir nur aus der Krise, wenn wir sagen: Es ist eigentlich gar keine Krise. Bleiben wir doch für ein paar Jahre auf dem Stand, auf dem wir sind.

 

In Ihrem Buch fordern Sie den Wandel von der Wachstumsmaximierung zur Schuldenminimierung. Wie soll das gehen?

Wir haben durch die Verschuldung Stabilität hergegeben, um Wachstum zu kaufen. Und ich glaube, wir müssen nun Wachstum hergeben, um wieder Stabilität zu erlangen. Ich verstehe daher auch die Kritik an Angela Merkel nicht, wenn es heißt, ihre Politik werde das Wachstum senken. Genau darum geht es ja.

Aber gerade Wachstum verbessert doch den Zustand der Menschheit. So musste laut UNO vor 20 Jahren noch jeder zweite Mensch auf der Welt hungern, heute nur mehr jeder vierte. Das war nur durch das globale Wirtschaftswachstum möglich.

Wachstum ist nicht schlecht, wenn es real ist, so wie in den Entwicklungsländern, in denen die Menschen dadurch dem Hunger entkommen. In den USA oder Europa haben wir aber schon seit Jahren kein reales Wachstum mehr. Denn wie kann man sagen, das BIP wächst um zwei Prozent, wenn wir uns gleichzeitig um drei oder vier Prozent des BIPs verschulden? Wir wollen wachsen, glauben aber gleichzeitig, dass wir wachsen müssen. Wenn jemand etwas will, dann ist er ein freier Mann. Wenn er aber etwas muss, dann wird er zu einem Sklaven.

 

Das Problem ist also, dass wir das Wollen und das Müssen miteinander verwechseln?

Ja, das ist das erste Problem. Das zweite ist, dass wir zu genau messen. Wissen Sie, wie stark Ihr Einkommen von 2011 auf 2012 gestiegen ist?

Etwa dreieinhalb Prozent.

Können Sie mir nicht die genaue Zahl sagen? Waren es 3,4 Prozent oder 3,7 Prozent?

 

Da müsste ich nachsehen.

Sehen Sie. Auf persönlicher Ebene sind uns Kommastellen hinter den Prozenten völlig gleichgültig. Wenn es aber um ganze Staaten geht, dann sind wir plötzlich auf die genauen Zahlen fixiert. Da heißt es dann: „Wir haben nur 1,1 Prozent, obwohl wir 1,8 Prozent erwartet haben. Jetzt gehen wir alle unter.“ Eigentlich ist es lächerlich.

In Ihrem Buch schreiben Sie, wären die USA auf dem Lebensstandard von vor 20 Jahren geblieben, müssten ihre Einwohner heute um 30 Prozent weniger arbeiten. Jetzt bedeutet Wachstum aber auch qualitatives Wachstum. So nimmt die Zahl der Autos kaum mehr zu, aber sie werden sicherer. Wäre das Wachstum in diesem Bereich vor 20 Jahren stehen geblieben, wäre auch die Zahl der Unfalltoten auf dem Niveau der 1990er.

Das stimmt. Das wäre der Abtausch. Ich sage ja nicht, dass wir das tun sollen. Ich sage nur, dass wir uns bewusst sein sollten, was der Preis für bessere Autos ist. Nämlich, dass wir ohne sie nur mehr drei Tage die Woche arbeiten müssten.

 

Kann das auf globaler Ebene funktionieren? Wenn die Industrieländer sagen, wir arbeiten weniger und sind glücklich mit dem, was wir haben, dann verlieren wir an Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Ländern wie China. So hat etwa Frankreich seit Einführung der 35-Stunden-Woche deutlich an Konkurrenzfähigkeit verloren.

Wenn wir die Produktivität von Frankreich und den USA vergleichen, dann haben die Franzosen auf Jahresbasis verloren, weil sie längere Urlaube haben und weniger Wochenstunden arbeiten. Wenn wir uns jedoch die Stundenproduktivität ansehen, dann sind Franzosen produktiver als Amerikaner. Wenn die Franzosen arbeiten, sind sie also viel effektiver. Und die Frage ist: Welche Nation ist wohlhabender? Eine mit möglichst hohem BIP mit einer 45-Stunden-Woche und ohne Urlaub oder eine mit einem etwas kleineren BIP und dafür mehr Zeit für Dinge abseits der Arbeit. Nehmen wir ein Beispiel aus der Populärkultur: „Herr der Ringe“. Das BIP des von Orcs bewohnten Mordor ist sicher höher als jenes des von Elfen bewohnten Rivendell. Aber wo würden Sie lieber wohnen? Das ist natürlich ein Extrembeispiel, aber im Grunde trifft es die Diskussion, die wir führen müssen.

Wir brauchen also etwas anderes als das BIP, um den Reichtum einer Nation zu bewerten?

Ja. Das BIP ist eine extrem dumme Statistik. Wenn wir in Tschechien alle Bäume umschneiden und verarbeiten, dann geht unser BIP nach oben. Wenn man die Kinder in Fabriken statt in die Schule schickt, geht das BIP nach oben. Aber warum müssen wir überhaupt zählen? Wir sagen ja auch nicht: Heuer bin ich um 13,2 Prozent glücklicher als vor einem Jahr.

Sie meinen also, wir sollten wirklich aufhören, den Zustand der Nationen durch das BIP oder eine andere Zahl zu bewerten?

Ich habe kein grundsätzliches Problem damit, etwas zu zählen. Das Problem mit dem BIP und der Ökonomie im Allgemeinen ist jedoch: Es gibt sehr viele Dinge in unserem Leben, die für uns einen Wert haben. Gegenstände, die wir besitzen, Freundschaften, die Beziehung zu unserer Familie oder der Blick auf eine schöne Blume oder ein schönes Bild. Aber nur ein paar davon haben eine Nummer. Und wir wissen das. Das heißt, auch ein ökonomischer Glücklichkeitsindex, so komplex er auch berechnet sein mag, wird nie alle wichtigen Werte in unserem Leben umfassen können. Im Mittelalter stritten Gelehrte jahrelang darüber, wie viele Engel auf einer Nadelspitze Platz haben. Heute lachen wir über solche Diskussionen. Damals wurde das Thema sehr ernst genommen. So wie wir heute das BIP sehr ernst nehmen.

Der Berater Havels

Tomáš Sedláček ist einer der bedeutendsten jungen Ökonomen der Gegenwart. Die Karriere des 1977 geborenen Tschechen begann früh. So wurde er 2001 nur wenige Wochen nach seiner Promotion zum ökonomischen Berater des damaligen tschechischen Präsidenten Václav Havel. Der Grund dafür sei gewesen, dass Havel keine Berater wollte, die ihre wissenschaftliche Ausbildung noch während der Zeit des Kommunismus erhalten hatten, verriet Sedláček der „Presse am Sonntag“. In dieser Funktion erhielt er mit Mitte zwanzig die Aufgabe, das Steuersystem zu reformieren.

Internationale Bekanntheit erlangte Sedláček 2009 durch sein Buch „Die Ökonomie von Gut und Böse“, das sich auch hierzulande wochenlang in den Bestsellerlisten hielt. Darin stellt er die Ökonomie als Teil der menschlichen Kulturgeschichte anhand von Beispielen, beginnend mit dem Gilgamesch-Epos und dem Alten Testament über die Klassiker der Ökonomie wie Adam Smith bis hin zu Filmen wie „Matrix“ oder „Fight Club“, dar. Er kritisiert darin vor allem den auf Schulden aufgebauten Zwang zum Wachstum der modernen Industriegesellschaften.
Inzwischen arbeitet Sedláček als Chefvolkswirt der tschechischen Handelsbank (ČSOB) und ist Mitglied des nationalen Wirtschaftsrates, der die Regierung berät. Zudem unterrichtet er an der Prager Universität Wirtschaftsgeschichte und -philosophie. Er hält heute, Sonntag, auf der Globart Academy in Krems ab 10 Uhr einen Vortrag.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.09.2012)

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126 Kommentare
Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: gast55
30.09.2012 17:32
1 0

Re: Re: Re: Re: Des Pudels Kern

bitte ein beispiel für einen milliardär, welcher sein geld im keller stapelt?

kein milliardär lebt von dem angestammten kapital, sondern von den kapitalerträgen und die bezahlt die allgemeinheit, genau so wie die sozialhilfebeiträge für den sozialhilfeempfänger

im übrigen zahlt ein milliardär nichts in pensionskasse, in die sozialkasse wie krankenversicherung, arbeitslosenversicherung usw

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: gast55
30.09.2012 17:26
1 0

Re: Re: Re: Re: Des Pudels Kern

eilmeldung!!

geld wächst neuerdings auf den bäumen

in den flüssen fließt nicht wasser, sondern milch und honig

traumhaft der satz
"..dann werden die Zinsen von der Investition bezahlt! "

den satz muss man sich auf der zunge zergehen lassen, noch fragen, warum es so zugeht auf unserer welt?? wohl jetzt nimmer

wenn man dich fragen wüde, dann zählst du sicher zur elite in dem land, sowohl geistig als auch finanziell

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: maxxximus
30.09.2012 19:21
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Des Pudels Kern

wenn die zinsen nicht aus den erträgen der investition bezahlt werden können, war die investition ein flop!

vielleicht sollte man sich einmal darüber gedanken machen, ob der staat überhaupt permanent negativ bilanzieren soll.

denn langfristig bezahlen wir alle für die "wahlzuckerl" der regierungen - keine regierung traut sich steuern zu erhöhen oder ausgaben zu kürzen, denn es ist für den stimmbürger viel angenehmer wenn man ihm nichts wegnimmt (egal ob den bösen reichen oder den supertollen sozialhilfeempfängern) sondern sich noch etwas geld ausborgt, doch leider stößt man genau damit irgendwann an seine grenzen

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: gast55
30.09.2012 20:29
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Des Pudels Kern

wenn man alle gleich behandeln würde, also alle müssen in die diversen systeme prozentual einzahlen, dann würde es kein problem geben, derzeit zahlen aber viele nicht in pensionskasse, arbeitslosenkasse, krankenkasse usw ein, beziehen aber daraus geldansprüche

derzeit zahlen nur arbeitnehmer ein, unternehmer sind vielfach freigestellt bzw nur geringfügig beteiligt

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: gast55
30.09.2012 20:02
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Des Pudels Kern

sag mal gehts noch??

wer zahlt die erträge?? der konsument über den preis des produktes und nicht die investition, wie soll eine investition etwas bezahlen??

bei manchen ist echt hopfen und malz verloren

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: gast55
30.09.2012 17:21
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Re: Re: Re: Re: Des Pudels Kern

die zinsen werden also von den investitionen bezahlt?? entschuldigung ich muss lachen - da dank mal nochmal nach

das ist so wie beim abfangjägerkauf, da nimmt der staat ja angeblich auch mehr ein, als die dinger gekostet haben, die investition rechnet sich also von selbst ;-)

die investition kommt vom milliardär, der dann zinsen dafür bekommt

die tilgungskosten zinsen und zinseszinsen für den kredit bezahlt dann das unternehmen und das rechnet diese kosten, die dem unternehmen entstehen dann in die preise ein und die preise werden dann höher, die dann die konsumenten dafür bezahlen müssen

mein gott was es für unwissende menschen in dem land gibt, da war die schulbildung komplett für die fisch

0 1

Re: Re: Re: Re: Re: Des Pudels Kern

Sie können Ihren Schmarrn ja hundertemale schreiben, er bleibt nur wirres Zeug!

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: gast55
30.09.2012 19:18
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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Des Pudels Kern

geh bitte erkläre es uns, wie es ist

sollte doch kein problem sein, für so einen wunderwuzi

wenn man nicht mehr weiter weiß, wird einfach denunziert

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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Des Pudels Kern

Allein Ihre Feststellung oben
"wie soll eine investition etwas bezahlen??"
zeigt, dass Sie nicht einmal wissen was eine Investition ist und welchen Zweck sie haben soll !

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: gast87
30.09.2012 17:19
0 0

Re: Re: Re: Re: Des Pudels Kern

Sie zeigen wieder allen, dass sie das Schuldgeldsystem und exponentielles Wachstum nicht verstanden haben. Schuldenausweitung=
Geldmengenausweitung. Gratulation , dass sie es nicht einmal schaffen die Profiteure in diesem System auszumachen.

Ende des Wachstums

Mir scheinen die Alten immer gieriger zu werden! Es fallen mir die immer grösseren Autos mit immer älteren Herren und Damen, sowie Kreuzfahrtschiffe voll mit Senioren auf. Senioren die durch das Auftürmen von Defiziten, Umweltschäden, CO2 Verbrauch, Atommüll und Verbrauch von limitierten fossilen Rohstoffen einen enormen Vorteil hatten. Jetzt für die nachkommenden Generationen nicht einmal bereit sind ein wenig Verzicht und Hilfe anzubieten von Schuldbewusstsein gar nicht zu sprechen. Hier wird ein Konflikt zwischen Jung und Alt bzw. Arm und Reich entstehen! Den Jungen wird gar keine Alternative mehr bleiben...

2 0

Ludwig von Mises: Kapitalbildung und die Lehre vom Wachstum

"Man kann die Beliebtheit, deren sich die Wachstumsforschung heute erfreut, nur verstehen, wenn man sie als eine neue Phase in dem Kampfe gegen Sparen und Kapitalbildung und in der Empfehlung des „spending“ als Allheilmittel erkannt hat."

"Lange kann es so nicht bleiben. Auf die Dauer wird alles, was über Wachstum vorgebracht wurde, den wahren Tatbestand nicht zu verhüllen vermögen. Man wird neu lernen müssen, daß alle Ziele, denen die Wirtschaftspolitik zustrebt, nur durch fortschreitende Vermehrung der zur Verfügung stehenden Kapitalgüter erreicht werden können."

http://docs.mises.de/Mises/Mises_Kapitalbildung_Wachstum.pdf


Gast: NocheinParteiloser
30.09.2012 13:23
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Wohin verschwindet das BIP in Österreich?

Das Bruttoinlandsprodukt (Abkürzung: BIP) gibt den Gesamtwert aller Güter (Waren und Dienstleistungen) an, die innerhalb eines Jahres innerhalb der Landesgrenzen einer Volkswirtschaft hergestellt wurden und dem Endverbrauch dienen.

Für Österreich wird ein BIP von ca. 300.710 Mio. Euro (2011) ausgewiesen, also 35.630.- Euro pro Einwohner, bzw. ca. 83.000.- EUR pro Haushalt.

Die offiziellen Daten zum realen Konsum pro Einwohner zeigen von 1995 bis 2011 eine Steigerung von 15,9%.

Die offiziellen Daten zum realen BIP pro Einwohner zeigen von 1995 bis 2011 eine Steigerung von 26,9%.

Das offizielle BIP ist also dem Konsum (trotz stark gefallener Sparquote!) um satte 14% davongelaufen. Da geht es immerhin um 42.000 Mio. Euro (2011), welches dann 11.600.- Euro pro Haushalt entspricht.

Es stellt sich schon die Fragen:

1) Wohin sind diese 11.600.- EUR pro Haushalt verschwunden?

2) Wenn es sich um die volkswirtschaftliche Leistung des gesamten Landes beim BIP handelt, warum kommt diese Leistung dann der Bevölkerung nicht zu Gute?

3) Ist diese Leistung vielleicht gar nicht vorhanden?

4) Wie kann aufbauend auf einer nicht vorhandenen Leistung Schulden machen?

5) Wie kann man mit einem nicht vorhandenen Wohlstand vom reichen Österreich sprechen?

Antworten Gast: Vernunftwende
30.09.2012 20:38
0 0

Re: Wohin verschwindet das BIP in Österreich?

Leicht erklärt. In DE zum Beispiel liegt der Anteil der Lohneinkommen am volkswirtschaftlichen Gesamteinkommen mittlerweile unter 50(!) %. Das bedeutet der Rest dient zur Befriedigung von Verzinsungsinteressen von Kapitaleigentümern.

Es geht hier nicht um eine Neiddebatte. Es ist schlicht ein Systemproblem weil in einem Land wo die Löhne = Massenkaufkraft stetig sinkt niemand investiert und immer mehr auf Pump konsumiert wird.

Antworten Gast: Ätschbätsch.
30.09.2012 14:18
0 1

Re: Wohin verschwindet das BIP in Österreich?


http://de.wikipedia.org/wiki/Geldsch%C3%B6pfung

Zitat
Unter den derzeit üblichen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen kann nur eine verschuldete Gesellschaft über werthaltiges Geld verfügen. Bis auf wenige Ausnahmen wie bei umlaufgesichertem Geld - ist in der gängigen Sichtweise der Banken alles Geld von vornherein mit Zins belastet. Das Zahlen von Zinsen an die Geld erzeugenden Banken ist demnach die Voraussetzung für das Vorhandensein von Geld. Banken erzeugen bei der Kreditvergabe stets zusätzliches Geld, das vorher nicht vorhanden war und können durch Ankauf werthaltiger Aktiva Geld erzeugen. Dass sie vom Kreditnehmer für das von ihnen erzeugte Kreditgeld die Zahlung von Zinsen verlangen, führt dennoch nicht dazu, dass die Banken durch Kreditvergabe am Ende des Prozesses über das zurückgezahlte Geld und die gezahlten Zinsen verfügen, weil das Geld mit Rückzahlung des Kredits wieder vernichtet wird. Dieser scheinbare Widerspruch gründet in der Geldmengendefinition.
###################

Am besten die Hütchenspieler fragen, wo unser Geld hin verschwindet.

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Re: Re: Wohin verschwindet das BIP in Österreich?

"Banken erzeugen bei der Kreditvergabe stets zusätzliches Geld, das vorher nicht vorhanden war..."

Das haben Sie hier sehr nett zitiert, aber scheinbar nicht verstanden!
Die wohl wichtigste Position im Aktivgeschäft der Banken ist die Kreditvergabe.
Gelder, die durch verschiedene Positionen der Passivseite (z.B. Spareinlagen oder Kontokorrentkonten, aber auch das Eigenkapital) eingenommen werden, können auf der Aktivseite wieder ausgegeben und entsprechend verzinst werden. Über das Passivgeschäft werden die Mittel zur Finanzierung der Aktivgeschäfte beschafft. Ganz sicher wird aber durch Kreditvergabe kein Geld "erzeugt, das vorher nicht vorhanden war"!
Denn durch das Hereinnehmen von Einlagen wird das Geld der Geldmenge entzogen, Geld wird "vernichtet". Durch die Vergabe von Krediten wird das Geld der Geldmenge wieder zugeführt, "geschöpft".

Antworten Antworten Antworten Gast: Ätschbätsch.
30.09.2012 18:12
0 1

Re: Re: Re: Wohin verschwindet das BIP in Österreich?


Lieber Herr Fritz,

das Aufwachen wird schmerzhaft, aber es kommt.

Die Einlagen zählen zur Mindestreserve, die die Bank vorhalten muss.
Mit 1% Mindestreserve darf 99% Geld geschöpft werden.

Ich weiß, der Kopf weigert sich, das zu begreifen.

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Re: Re: Re: Re: Wohin verschwindet das BIP in Österreich?

Ich wusste, dass Sie das nicht begriffen haben!

100 % Einlagen = 1 % Mindestreserve = 99 % Kreditvolumen !!!

Mit 100 % Einlagen darf 99 % Geld geschöpft werden!

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: gast55
30.09.2012 19:32
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Wohin verschwindet das BIP in Österreich?

fritz überlege mal

"100 % Einlagen = 1 % Mindestreserve = 99 % Kreditvolumen !!!" soll das wirklich stimmen??

100 = 1 = 99???

bei mir gilt noch immer 100 = 1+99

"Mit 100 % Einlagen darf 99 % Geld geschöpft werden! " auch das kann nicht stimmen, denn so würde die bank ja kein geld schöpfen, sie würde so nur das eingezahlte geld als kredite weitergeben, und von den gesamten einlagen 1% zurückhalten, dem ist aber nicht so, die bank ist derzeit ein schneeballsystem

jedem außer dir ist klar, dass die banken große probleme hätten, würden morgen alle menschen ihr geld von der bank abheben


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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Wohin verschwindet das BIP in Österreich?

"100 % Einlagen = 1 % Mindestreserve = 99 % Kreditvolumen !!!" soll das wirklich stimmen??"

JA !!!


Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Ätschbätsch.
30.09.2012 19:18
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Wohin verschwindet das BIP in Österreich?

Sie verstehen es nicht.

Zitat Giralgeldschöpfung

Europa [Bearbeiten]
Bei der EZB beträgt der Mindestreservesatz derzeit 1%.[3] Es kann also theoretisch maximal die 100-fache Menge an Giralgeld im gesamten Bankensystem geschöpft werden. Im November 2011 (bei dem damaligen Mindestreservesatz von noch 2%) waren in der Eurozone 893 Milliarden Euro Bargeld im Umlauf, während die Geldmenge M3 9.775 Milliarden Euro betrug
-----------------------------

Das Giralgeld, dass die Banken schöpfen, ist etwas anderes als Bargeld, Bargeld darf nur die EZB schöpfen.

Die Bank darf für 1 Euro, den sie ihr anvertrauen, 99 Euro Kredit vergeben, Geld, das sie nicht hat.



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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Wohin verschwindet das BIP in Österreich?

"Im November 2011 (bei dem damaligen Mindestreservesatz von noch 2%) waren in der Eurozone 893 Milliarden Euro Bargeld im Umlauf, während die Geldmenge M3 9.775 Milliarden Euro betrug"

Bevor Sie sich unter dem Namen "Ätschbätsch" oder gast 55 in einen Blödsinn hineinreden und sich weiter blamieren, informieren Sie sich zuerst über die Mindestreservepflicht, über die Mindestreservevorschriften des Eurosystems und welche Verbindlichkeiten für die Berechnung des Mindestreserve-Solls herangezogen werden.

Die hat nämlich weder mit dem EURO-Bargeldumlauf, noch mit der Geldmenge auch nur das Geringste zu tun, wie Sie das da oben so behaupten!


Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: gast55
30.09.2012 19:36
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Wohin verschwindet das BIP in Österreich?

das ist für den fritz zu hoch

mathe ist nicht ganz das seine, was das fritzlein nicht lernt, lernt fritz erst recht nicht mehr

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Ätschbätsch.
30.09.2012 21:38
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Wohin verschwindet das BIP in Österreich?


Lieber gast 55, ich bemühe mich.
Wenn's ein Fritz versteht, kommt die Stampede der Hammelherde. :-)

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Ätschbätsch.
30.09.2012 18:31
0 0

Re: Re: Re: Re: Wohin verschwindet das BIP in Österreich?

Noch etwas, Hr. Fritz

http://de.wikipedia.org/wiki/Zahlungsmittel
Zitat
Ein wichtiger Unterschied besteht zwischen gesetzlichem Zahlungsmittel und Giroguthaben — letztere sind lediglich ein Zahlungsanspruch des Kunden gegenüber der jeweiligen Bank. Giroguthaben kann im Geschäftsbankensystem ein Vielfaches des real existierenden echten Geldes betragen. Die Schaffung des echten Geldes (Bargeld) ist allein der Zentralbank vorbehalten, die z. B. in den USA, Deutschland und der Eurozone nicht unmittelbar der Regierung untersteht, aber ein rechtliches Monopol zur Ausgabe von Bargeld hat und die Einhaltung der Mindestreservepflicht zwangsweise durchsetzt.
##########

Merke: nur Bares ist Wahres!

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Re: Re: Re: Re: Re: Wohin verschwindet das BIP in Österreich?

JA UND ?

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: gast55
30.09.2012 19:37
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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Wohin verschwindet das BIP in Österreich?

ja und?

diese frage sagt viel über deinen geisteszustand aus

Nullwachstum?

Der Hauptgrund für den Wachstumswahn ist doch unser Geldsystem. In unserem Zinseszinssystem muss immer neues Geld geschaffen werden - und das geht per Definition nur über Schulden. Solange Geld ohne Realwirtschaft=Arbeit (das geht auch passiv über Investitionen) Zinsen abwirft, kann es nur so weitergehen wie bisher. Bis zum Crash - wenn wir die Zinsen mit unserer (begrenzten) Arbeitskraft ganz einfach nicht mehr bedienen können. Alternativ muss es eine saftige Inflation geben, die Kapitaleigentümer enteignet und die Zinsen am Ende wieder bezahlbar macht (bevor das Spiel üblicherweise wieder von vorne beginnt).

Also wie war das mit dem Nullwachstum noch Mal?

2 1

Zinsen sind notwendig:

Wenn Ihnen der Wirt eine Halbe erst nach einer dreiviertel Stunde bringt -- sind Sie dann noch bereit Trinkgeld zu zahlen ? Sie haben auf ein Gut in der Gegenwart verzichten müssen - und verlangen zu recht für diesen Verzicht eine Entschädigung. Jeder Verzicht auf ein Gut in der Gegenwart erfordert eine Prämie.. Denken sie mal nach! Wenn es diese Präferenz für die Gegenwart nicht gäbe - dann wären 2 Bier, die sie in 1000 Jahren bekommen mehr wert als 1 Bier in der Gegenwart.

Was Sie sonst so schreiben, ist so ein hanebüchener Unsinn...

Re: Zinsen sind notwendig:

Solange es sich lohnt, Geld zu horten, haben Sie natürlich recht.

Antworten Antworten Gast: gast55
30.09.2012 19:50
0 0

Re: Zinsen sind notwendig:

mit deinen ansätzen sind seit mehreren tausend jahren alle hochkulturen untergegangen

man sollte aus der geschichte lernen können, das zeichnet einen intelligenten menschen aus

wenn 100 menschen mit dem kopf gegen eine 20cm dicke stahlwand rennen um sie zu durchbrechen sich dabei aber den kopf einschlagen rennen sie dann auch mit dem kopf gegen die wand, weil sie glauben, jetzt haben es schon so viele probiert, irgendwann muss es doch funktionieren, oder wollen sie nicht doch eine andere möglichkeit ausprobieren??

Antworten Antworten Gast: gast87
30.09.2012 17:24
0 4

Re: Zinsen sind notwendig:

Aber nur weil du's nicht verstehst. Neoliberale Dogmen, die nur zu gerne Bretter vor die Köpfe der Menschen schlagen. Zinslose Geldsysteme können sehr wohl funktionieren, da müsste man nur einmal über den Tellerrand einen Blick wagen. Kapitalismus JA, aber nicht in dieser Form.

1 1

Re: Re: Zinsen sind notwendig:

"Zinslose Geldsysteme können sehr wohl funktionieren,..."

Verraten Sie uns doch Ihre Erkenntnisse!

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: gast55
30.09.2012 19:42
1 1

Re: Re: Re: Zinsen sind notwendig:

es ist nur eine frage der anreize, die man schafft, denn wenn man eine progressive geldumlaufsteuer auf das horten von geld erheben würde, so würden die menschen sehr wohl investieren, denn sonst verlieren sie jeglichen anspruch am gehorteten geld

derzeit wird das horten von geld massiv belohnt und gefördert, und der staat muss über massive staatsverschuldung geld ins system pumpen, damit der geldkreislauf noch halbwegs funktioniert, das ist nicht in ordnung, schadet fast allen außer ein paar kapitalisten

0 1

Re: Re: Re: Re: Zinsen sind notwendig:

Wieder ein kompletter Unsinn !!!
Wie schon gewohnt !

1 0

Re: Re: Zinsen sind notwendig:

Mit welcher Motivation soll bitte jemand einem anderen Geld borgen, ohne dafür Zinsen zu bekommen und nur das Risiko zu haben, das Geld nie wieder zurück zu bekommen?

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: gast55
30.09.2012 19:45
0 1

Re: Re: Re: Zinsen sind notwendig:

ganz einfach

eine progressive steuer auf das gehortete geld, je mehr geld gespart wird, desto höher der steuersatz auf das gehortete geld

wer sein lebtag sein geld anspart, verliert es, er braucht es ja eh nicht, weil sonst würde er es ja nicht sein lebtag nutzlos herumliegen lassen

derzeit muss der staat über massive verschuldung geld ins system pumpen

3 0

Re: Nullwachstum?

pfff, immer wieder der gleiche Blödsinn.

Die bösen Zinsenzinsen treiben den Geldruck nicht an. Das sind zum einen die Hochfinanz (nix antisemitisch) und zun anderen die Sozialisten. Beide wollens leichtes Geld und von Leistung anderer Leben. Im Endeffekt ist es ein Zusammenspiel von Macht und Dekadenz.

Der Zins und Zinseszin ist kein künstliches Konstrukt, sondern ein stinknormaler vereinbarter Preis für ge/verliehenes Kapital und Risiko.

Antworten Antworten Gast: gast55
30.09.2012 20:38
0 0

Re: Re: Nullwachstum?

milliardäre wollen über zinsen und zinseszinsen an leichtes geld kommen und von der leistung anderer leben. im endeffekt ist es ein zusammenspiel von macht und dekadenz.

was schafft eine quandt, die klaten z.b oder die flick, die horten oder die schaeffler??

nichts die leben von den erfindungen und der leistung von anderen menschen

eines ist aber klar, von dem zins und zinseszins profitierst du nicht, aber du glaubst, dass du davon profitierst aus gier

wenn man dieses system theoretisch durchspielt (real geht das nicht, weil es davor kollabiert) hat am schluss einer alles und alle anderen nichts

Antworten Antworten Gast: yamo
30.09.2012 13:57
2 2

Re: Re: Nullwachstum?

Welches Risiko? Systemrelevante Banken sind risikolos, genauso wie Staatsanleihen risikolos sind. Risiko als Zinsbegründung fällt damit weg.

1 0

Re: Re: Re: Nullwachstum?

Das Risiko ist in jedem Fall höher, als wenn man das Geld nicht herborgt.

Re: Re: Re: Nullwachstum?

"Preis für ge/verliehenes Kapital UND Risiko"

Der Verleiher des Kapitals kann in der Zeit nicht selbst über das Kapital verfügen. Jeder Mensch hat eine Zeitpräferenz für die Gegenwart gegenüber der Zukunft (100€ heute sind mehr wert als 100€ morgen, eine Unze Gold heute ist uns lieber als eine Unze Gold in 5 Jahren).

Wie hoch diese Zeitpräferenz ist, beeinflusst den Zinssatz. Der Marktzins ist der Gleichgewichtspreis für verliehenes Geld und bildet sich aus aggregierter Nachfrage und aggregiertem Angebot an Kredit.

Zinsen sind kein Konzept, dass nur in einer Geldwirtschaft relevant ist. Auch im Tauschhandel können Zinsen verlangt werden (und wurden Zinsen verlangt).

Zinsen sind nichts weiter als eine Leihgebühr und der Zinseszinseffekt ist nicht ursächlich am Wachstumszwang, sondern der Wunsch des Staates ständig auf Verschuldung zu wachsen.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: yamo
30.09.2012 21:02
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Re: Re: Re: Re: Nullwachstum?

"Der Verleiher des Kapitals kann in der Zeit nicht selbst über das Kapital verfügen" -- wenn er es bräuchte, würde er es nicht verleihen. Er braucht es nicht, es ist also kein Verzicht für ihn. Dieses Argument mit dem Verzicht ist und war schon immer Humbug.

Was wirklich Sache ist: Geld ist knapp für den der es bräuchte, und wer es hat der kann dann einen Preis verlangen für's herleihen, je nach Geldmarktlage mehr oder weniger. Angebot und Nachfrage, nicht Verzicht und Kompensation!

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: gast55
30.09.2012 20:10
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Re: Re: Re: Re: Nullwachstum?

was muss man eigentlich schlucken um so was zu schreiben??

"Zinsen sind nichts weiter als eine Leihgebühr und der Zinseszinseffekt ist nicht ursächlich am Wachstumszwang, sondern der Wunsch des Staates ständig auf Verschuldung zu wachsen. "

zinsen sind ein leihgebühr für nichts und zinseszinsen sind ursächlich, dass alles immer weiter wachsen muss

würde jeder sein geld horten und niemand was kaufen, dann wäre das geld unnütz, nur wer konsumiert schafft arbeitsplätze, wer nur investiert schafft auch keine arbeitsplätze, weil investitionen bringen keinen absatz, und nicht verkaufte produkte führen zur pleite des unternehmens

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: gast55
30.09.2012 16:26
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Re: Re: Re: Re: Nullwachstum?

realist7 solltest dich eher fantast7 oder unwissend1 nennen, würde eher passen

sag mal wo hast denn deine grandiosen theorien her, wo lernt man diesen unsinn??

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Geld entsteht aus Kredit.
30.09.2012 15:39
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Re: Re: Re: Re: Nullwachstum?


Geld entsteht aus Kredit, es war vorher nicht da. Die Verleiher können dieses Geld erschaffen, weil ihnen der Gesetzgeber die Erlaubnis dazu gibt.

Für dieses aus dem Nichts erschaffene Geld werden Zinsen verlangt.

Antworten Gast: gast55
30.09.2012 12:58
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Re: Nullwachstum?

genau so ist es, aber bis zum nächsten crash sind die meisten, die ihn erlebt haben oft schon tot - daher lernen die menschen nichts daraus

ca. alle 70 jahre kommt es in dem system zum zusammenbruch

2015 - 1945 (krieg) - 1930 - ca. 1860- ca. 1810 da hat es immer geldkrisen gegeben

alle großen kulturen sind aufgrund des geldsystems in kombination mit dem zinseszinssystems untergegangen

die reichen sind wie drogenabhängige, der alkoholiker braucht morgens eine flasche schnaps, damit er nicht mehr zittert, der milliardär braucht jeden tag ein zigmillionen usd geschäft um ruhig zu werden

Dass dem BIP zu viel Bedeutung beigemessen wird, stimmt. "Nichtwachstum" ist Blödsinn!

Dass wir heute weniger lang arbeiten müssen, um das Gleiche zu erzeugen wie vor 20 Jahren, das ist einfach Wachstum! Ohne Wachstum müssten wir noch genau so lange arbeiten wie damals!
Wie sollte man die Menschen dazu bringen, heute noch in den lebensgefährlichen Autos der 1990er Jahre zu fahren, wenn man weiß, dass man auch sicherere Autos bauen kann?

Das BIP ist die Geldsumme, die am Markt umgesetzt wurde und sonst nichts! Für eine Geldsumme gibt es auch keine "Grenzen des Wachstums" (das berühmte Buch beschäftigt sich auch gar nicht mit dem Wirtschaftswachstum, sondern mit dem Materialverbrauch).
Wenn man alles Mögliche in das BiIP hineininterpretiert, muss man natürlich enttäuscht werden.
Wahr bleibt, dass sich die, die weniger Mangel leiden wohler fühlen als die Unterversorgten. Das stimmt meist auch für das BIP, ist aber keine notwendige Eigenschaft.

Auch ist es einfach eine Erfahrungstatsache, dass weniger Wachstum zu Arbeitslosigkeit führt, die das Wohlbefinden der Menschen schwer beeinträchtigt. Deshalb ist es Unsinn, auf Wachstum zu verzichten!

Gast: NocheinParteiloser
30.09.2012 12:34
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Da passt doch überhaupt nichts mehr zusammen!

Wenn man eine Zeitreihe mit dem realen Entwicklungen zum BIP pro Einwohner, dem Konsum pro Einwohner und dem Nettoeinkommen pro unselbs. Beschäftigten im Median entwickelt, dann kann man erkennen, dass gar nichts mehr passt, vielleicht noch nie gepasst hat.

2005 wurde als 100% genommen.

BIP Ew / Kon. Ew / Nettoeink.
1997:..85,3% / 91,9% / 100,8%
1998:..87,1% / 90,8% / 100,6%
1999:..90.3% / 92,8% / 101,7%
2000:..93,2% / 94,4% / 102,5%
2001:..96,3% / 96,6% / 100,7%
2002:..96,7% / 97,4% / 100,1%
2003:..97,9% / 98,0% / 99,7%
2004:..98,1% / 98,6% / 99,3%
2005:..100,0% / 100,0% / 100,0%
2006:..103,2% / 101,3% / 100,3%
2007:..106,6% / 101,8% / 100,9%
2008:..107,6% / 102,2% / 99,9%
2009:..103,2% / 101,5% / 102,5%
2010:..105,2% / 103,5% / 100,9%
2011:..108,1% / 103,7% / k.D.

Das BIP (gesamte Volkswirtschaftliche Leistung?)pro Einwohner soll also um reale 22,8% gestiegen sein?

Der Konsum pro Einwohner soll also um reale 11,8% gestiegen sein?

Das Median Einkommen soll also um reale 0,1% gestiegen sein?

Das kann nur Unsinn sein!

Re: Da passt doch überhaupt nichts mehr zusammen!

Warum sollte das Unsinn sein? Ein Wachstum von knapp 1,5 % pro Jahr ist ja ohnehin dürftig und eine Zunahme des Konsums um jährlich 0,8 % noch dürftiger!
Wenn man von der offiziellen Inflationsrate die vielen langlebigen Konsumgüter, deren Neuanschaffung problemlos hinausgeschoben werden kann, herausrechnet, so ergibt sich eine "gefühlte" Inflation, die in diesen Jahren sogar zu einer Verringerung des Konsums pro Einwohner geführt hat. Wieso soll das falsch sein?

Antworten Gast: NocheinParteiloser
30.09.2012 13:22
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Zusätzlich schöne Zeitreihen!

2005 wurde wieder als 100% genommen, VPI als Basis für die Berechnung der realen Daten herangezogen, alles pro Einwohner betrachtet, Nettoeinkommen der unselbst. Beschäftigten im Median.

Nettoeink./ USt. Ew / Lohnst. Ew.
1997:..100,8% / 93,5% / 91,5%
1998:..100,6% / 95,2% / 95,7%
1999:..101,7% / 100,3% / 100,7%
2000:..102,5% / 98,6% / 98,5%
2001:..100,7% / 98,0% / 100,7%
2002:..101,1% / 99,7% / 103,2%
2003:..99,7% / 97,5% / 105,9%
2004:..99,3% / 98,6% / 103,1%
2005:..100,0% / 100,0% / 100,0%
2006:..100,3% / 99,5% / 105,1%
2007:..100,9% / 103,1% / 109,4%
2008:..99,9% / 104,1% / 115%
2009:..102,5% / 104,4% / 106,5%
2010:..100,9% / 104,8% / 108,3%
2011:......k. D. / 104,3% / 110,4%

Die Nettoeinkommen sind also im Median real um 0,1% gestiegen.

Die Umsatzsteuer pro Einwohner aber um 11,5% gestiegen, der Staat kassiert also voll ab.

Die Lohnsteuer pro Einwohner ist gleich um gewaltige 20,6% pro Einwohner gestiegen, der Staat kassiert bei dieser Steuer also auch gewaltig ab.

Es ist eine Staatlichkeit, welche die eigenen Bürger nur noch ausraubt. Der Kapitalismus, das Finanzwesen und die bemühten Menschen der Realwirtschaft haben damit gar nichts zu tun.

Auch wenn die Daten mit Sicherheit Unsicherheiten haben, die Ursache für die schweren gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Disbalancen ist sehr eindeutig!

Hobbyökonom