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Karas: "Verbot von Eigenhandel ist das Entscheidende"

01.10.2012 | 11:42 |   (DiePresse.com)

Die Bankenreform soll beim Eigenhandel der Banken ansetzen, um künftige Krisen zu verhindern, sagt Othmar Karas, Vizepräsident des EU-Parlaments.

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Bei der anstehenden Bankenreform in der EU sei das "Verbot des Eigenhandels das Entscheidende", sagte der Vizepräsident des EU-Parlaments, Othmar Karas. Dies sei auch das wichtigste, was im Liikanen-Bericht über mögliche Reformen zur Struktur des europäischen Bankensektors, der am morgigen Dienstag von EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier präsentiert werden soll, enthalten sein müsste.

"Ich vermute, dass es zwei Varianten in dem Liikanen-Bericht gibt: Das ring-fencing für Handelsaktivitäten und das Verbot des Eigenhandels" der Banken. Beim sogenannten "ring-fencing" werden die Spareinlagen in jeder Bank abgeschirmt, um das Filialgeschäft vom Investmentbanking zu trennen. Karas zeigt sich bei dieser Möglichkeit skeptisch: "Das ring-fencing löst kein Problem, das verhindert keine Krise".

"Eine Risikominimierung"

Dagegen würde das Verbot des Eigenhandels "eine Risikominimierung" für die Kunden bedeuten. "Derzeit werden die Verluste, die eine Bank durch Spekulationen mit Eigenmitteln einfährt, auf die Kunden abgewälzt". Diese strengeren Regeln sollen beispielsweise in den USA bereits ab kommendem Jahr gelten.

Karas betonte, es müsse eine klarere Abgrenzung zwischen Privatkundengeschäft und Investmentbanking formuliert werden. "Die Briten haben inzwischen in beiden Bereichen entsprechende Zäune errichtet, wir haben mit Basel III schon Bedingungen formuliert über strengere Eigenkapitalregeln, Verschuldensquoten und Liquiditätsanforderungen". Dies sei bereits ein wesentlicher Schritt.

Bankenaufsicht über alle 8000 EU-Banken?

Zuversichtlich zeigt sich Karas über die diskutierte gemeinsame Bankenaufsicht durch die EZB. Es müsste jedoch einen neuen Ansatz der Zusammenarbeit der derzeitigen Bankenaufsicht EBA und der EZB geben. Diese Aufgabenteilung sei neu zu ordnen. Wobei Karas davon ausgeht, dass "das nicht in Widerspruch zueinander stehen muss". Der Delegationsleiter der ÖVP-Fraktion im Europaparlament meinte aber, dass es eine offene Frage sei, ob die gemeinsame einheitliche Bankenaufsicht für alle über 8000 Banken in der EU-27 oder nur für die Finanzinstitute der Währungsunion gelten werden.

Es gibt Zweifel innerhalb der Staaten der Eurozone, weil einige Ausnahmen wollen, wie die deutschen Sparkassen", so Karas.

"Troika soll nicht nur rote Karten verteilen"

Insgesamt zeigt sich der Vizepräsident des EU-Parlaments trotz der anhaltenden Krise und einer schwierigeren Wirtschaftslage zuversichtlich über die Zukunft der Eurozone und der EU: "Was die Finanzmarktregulierung betrifft, läuft es gut. Überall dort, wo wir Gemeinschaftsrecht haben, läuft es gut. Die Maßnahmen greifen, auch in jenen Ländern, die (von der Krise, Anm.) betroffen sind".

Karas nannte als Beispiel "Griechenland, die in den letzten drei Jahren zwölf Prozent der BIP-Verschuldung reduziert haben. Vier Prozent jährlich weniger Defizit" sei positiv. Deshalb sollte die Troika "einmal einen Bericht machen über das, was bisher alles geschehen ist und nicht nur darüber, was alles fehlt und nicht nur rote Karten verteilen".

(APA)

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5 Kommentare

jaja

und dann ist alles gut ;-)

seid ihr alle daaa?

Gast: tztztu
01.10.2012 17:04
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Nötig wäre auch eine Mindest-Behaltfrist

- von Aktien und Derivaten, dies würde den Hochfrequenzhandel und so manche Spekulation eindämmen/unantraktiv machen
- aber auch einen Mindestanteil, den jede Investment Bank an von ihr verkauften Produkten behalten muss. Bis jetzt kann nämlich jede Bank Investment Produkte anbieten, die sie dann zu 100% weiterverkauft. Dies bedeutet, dass für die Fehler einer Bank, nur die anderen haften.

Gast: Gluteus Maximus
01.10.2012 15:54
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vollkommener blödsinn den eigenhandel zu verbieten........

jetzt machts endlich diese blöde finanztransaktionssteuer............= umsatzsteuer auf finanzprodukte.........für jede wurstsemmel zahlt man die ust...........:-)

Gast: erstaunliche behauptungen
01.10.2012 15:34
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von jemand der es besser wissen müste ...

na geh othmar , hast nicht aufgepasst, wie du als bankanstellter zwischen 1981 und 1995 gewerkelt hast ??:-)

die verluste, und welch wunder auch die gewinne aus dem eigenhandel gehen selbstverständlich in die gewinn und verlustrechnung der banken und werden natürlich nicht von den kunden getragen ..

also soviel ahnung von buchhaltung sollte, auch wenn es schon jahrzehnte her ist, jeder der mal in einer bank gearbeitet hat, schon haben ....

seids ihr in brüssel wirklich so ahnungslos ?

Gast: NocheinParteiloser
01.10.2012 15:28
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Das Entscheidende ist das Risiko bei der Kreditvergabe!

Solange die Banken Kredite an Hochrisikoschuldner vergeben, solange sind die Banken nicht sicher.

Es braucht auf jeden Fall ausreichende Sicherheiten der Kreditnehmer, welche die Rückzahlung der Kredite fast sicherstellen.

Das Problem ist aber wohl vor allem bei den 10 Billionen an kranken Staatsanleihen in der Eurozone zu sehen. Bei laufenden Staatsausgaben von irren 5 Billionen ist die Rückzahlungsfähigkeit wohl eher mit Null anzusetzen.

Es waren die Politiker, welche die Banken erst aufgeblasen haben und nun am besten Weg sind die Banken zu zerstören.

Das Ablenkungsmanöver "der Eigenhandel ist Schuld" ist wohl eher nur Menschen mit einer sehr kindlichen Reife geeignet!

Hobbyökonom