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"Fast insolvent. Egal": Neckermann nimmt Abschied

02.10.2012 | 16:34 |   (DiePresse.com)

Nach 62 Jahren ist Schluss: Neckermann hat sein Geschäft Ende September eingestellt und verabschiedet sich auf der Homepage launig von den Kunden.

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Der insolvente Versandhändler Neckermann verabschiedet sich auf seiner Internetseite mit launigen Worten von der Kundschaft: "Das Radio für alle. Der Fernseher für alle. Wir haben es möglich gemacht", hieß es am Dienstag auf der Neckermann-Website neckermann.de. "Dann die Waschmaschine für alle. Das Moped für alle. Die Schweinehälfte für alle. Und fast insolvent. Egal." Die Verfasser der Abschiedsbotschaft verweisen damit auf die wechselvolle Geschichte des Unternehmens. Ziel ist wohl auch zu betonen, dass Neckermann wie nur wenige andere Unternehmen als Symbol für den wachsenden Wohlstand der Nachkriegsjahrzehnte in Deutschland stand.

"Dann kam der Club-Urlaub für alle. Das Fertighaus für alle. Und wieder fast insolvent. Na und", heißt es weiter auf der Neckermann-Website. "Dann der 24-Stunden-Blitz-Lieferservice. Das maßgeschneiderte Hemd für alle. Der erste Online-Shop für alle." Neckermann habe "vieles möglich gemacht. 62 Jahre lang." Die auf schwarzem Grund geschriebenen Zeilen enden mit den Worten: "Vielen Dank an alle."

Geschäft mit Ende September eingestellt

Neckermann hatte Ende September sein Geschäft eingestellt. Nur Bestellungen, die bis zum 30. September 2012 erfasst wurden, werden "möglichst noch im Oktober ausgeliefert, sofern die Ware noch verfügbar ist".

Das Unternehmen wird nun abgewickelt. Der Versandhändler hatte im Juli Antrag auf Insolvenz gestellt, weil der US-Investor Sun Capital Partners als Eigentümer einen Sanierungsplan für das Unternehmen nicht mittragen und dafür kein Geld geben wollte. Mit dem Aus für Neckermann wird zum 1. Oktober ein Großteil der rund 2000 Beschäftigten arbeitslos. Neckermann wurde 1950 in Frankfurt am Main gegründet. Dem Versandhändler war letztlich der Übergang ins Internet-Zeitalter nicht gelungen.

(APA/AFP)

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5 Kommentare
1 0

Und wieder war ein amerikanischer Eigentümer


der Totengräber eines europäischen Traditionsunternehmens.
Wie schon bei Saab, demnächst bei Opel

Gast: mistertsnet
02.10.2012 18:02
0 1

Ich werde den N. nicht vermissen.

Versandhäuser halte ich sowieso für unnötig - ich will meine Sachen gleich haben. Außerdem kann ich bei einem Versandhaus keine Kleidung anprobieren - im Geschäft schon.

Re: Ich werde den N. nicht vermissen.

Naja, Arbeitsplätze hat's dort halt schon gegeben - drum Schade um den Neckermann

Gast: Pips
02.10.2012 17:29
4 0

Die

Leute haben Rückgrad. Wie einst Neckermann selbst. Anstatt mit sieben Purzelbäumen und Winkelzügen einen insolventen Konzern künstlich am Leben zu erhalten, sperren sie geordnet zu. Diese kaufmännische Kultur haben nur wenige heutzutage.

Irgendwie traurig, wenn ein "Traditionsunternehmen" zusperrt.

Na ja, ist wie im wahren Leben - Leute/Firmen kommen und gehen.

Hobbyökonom