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Wirtschaft in Eurozone hat Tiefpunkt noch nicht erreicht

03.10.2012 | 10:23 |   (DiePresse.com)

Der Markit-Einkaufsmanagerindex fiel auf tiefsten Stand seit drei Jahren. Industrie und Dienstleister sinken immer weiter unter die Wachstumsschwelle.

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Trotz der Stabilisierung in Deutschland verliert die Privatwirtschaft in der Eurozone weiter an Fahrt. Eine Umfrage unter 5000 Industriebetrieben und Dienstleistern signalisierte, dass die Unternehmen unter sinkenden Aufträgen leiden und ihr Personal kappten. Der Markit-Einkaufsmanagerindex sank im September um 0,2 auf 46,1 Punkte und fiel auf den tiefsten Stand seit rund drei Jahren. Das Barometer entfernt sich damit immer weiter von der 50-Zähler-Marke, ab der es Wachstum anzeigt.

"Nach dem Minus von 0,2 Prozent im Vorquartal scheint ein noch stärkerer Wachstumsrückgang im dritten Quartal 2012 unausweichlich, womit die Eurozone wieder in der Rezession stecken dürfte", sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson.

Trübe Aussichten

Wegen Sparprogrammen und zunehmender Überkapazitäten seien auch die Aussichten düster. Es gebe zwar Anzeichen für eine Stabilisierung in Deutschland, wo die Barometer für Industrie und Dienstleister jeweils stiegen. "Doch machen die beschleunigte Talfahrt in Frankreich und Spanien und die anhaltende Krise in Italien jegliche Hoffnung darauf zunichte, dass der Tiefpunkt bereits hinter uns liegen könnte", sagte Williamson. Es sei recht unwahrscheinlich, dass die Euro-Wirtschaft im vierten Quartal 2012 wieder ein Wachstum schaffe. Im Service-Sektor ging es auch im September bergab. Der Index für die Dienstleister fiel um 1,1 auf 46,1 Punkte.

Auch Asien unter Druck

Auch Asien könnte schwierigen Zeiten entgegengehen. Nach einer Analyse der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) dämpft die schwächelnde Konjunktur in den USA und China die Wachstumschancen in Asien deutlich. Selbst Schocks seien nicht auszuschließen, etwa durch die ungelöste Schuldenkrise in Europa, schreibt die Organisation am Mittwoch. Sie korrigierte ihre Prognose von April nach unten, und rechnet für die Gesamtregion nur noch mit 6,1 statt 6,7 Prozent Wachstum in diesem und 6,9 statt 7,3 Prozent im nächsten Jahr.

In China gehe das Wachstum deutlich zurück, von 9,3 Prozent im vergangenen Jahr auf 7,7 Prozent in diesem und 8,1 Prozent im nächsten Jahr. Indien könne nach 6,5 Prozent Wachstum 2011 nur noch mit 5,6 Prozent in diesem Jahr rechnen. Nächstes Jahr seien aber 6,7 Prozent möglich. Die Gesamtprognose gilt für die asiatische Region ("Developing Asia"). Dazu zählen rund 40 Länder von Afghanistan über Kasachstan, Bangladesch und Indonesien bis zu den Inselstaaten im Pazifischen Ozean, aber auch China, Indien und Singapur.

(APA/Reuters)

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1 Kommentare
Gast: NocheinParteiloser
03.10.2012 13:14
1 0

Ein Erfolg des einnahmenseitigen Sparens!

Mit dem "einnahmenseitigen Sparen" wurde schon vor etwa 2 Jahren begonnen, welches durch die kalte Progression automatisch weiter ausgebaut werden. Die Abgabenquoten steigen in der Eurozone laufend!

Die Wirkungen dieser Maßnahmen werden auch immer stärker werden und noch mehr Geld (=Leistung) aus der Realwirtschaft abziehen. Die Menschen der Realwirtschaft können es nicht mehr schaffen, den Unternehmen fehlt der Handlungsspielraum, die werden zunehmend schrumpfen müssen. Dieses "einnahmenseitige Sparen" hatte als Sinn den geschützten Bereich weiter zu finanzieren und die Staatsausgaben auf dem gewünschten Level zu halten, bzw. wie gewünscht zu steigern.

So kann es wirtschaftlich nur nach Unten gehen!

Hobbyökonom