Die Pkw-Industrie in Italien stöhnt unter dem Druck eines dramatischen Zulassungsrückgangs. Im September sank die Zahl der zugelassenen in Italien um 25,7 Prozent gegenüber dem Vergleichsmonat 2011. Das ist der niedrigste Stand seit 1984. Lediglich 109.178 Autos wurden im September neu zugelassen, seit Jahresbeginn waren es knapp über eine Million, das sind um 20 Prozent weniger als in den ersten drei Quartalen des Jahres 2011.
Trotzdem konnte Fiat seinen Anteil auf dem italienischen Markt auf 30,3 Prozent steigern, das sind um 0,6 Prozentpunkte mehr als im Vormonat. In den ersten neun Monaten 2012 wurden 324.000 Fiat-Fahrzeuge zugelassen. In den drei Quartalen betrug Fiats Marktanteil 29,7 Prozent, das ist dieselbe Quote wie im vergangenen Jahr.
Italiener verzichten auf Auto
Während auf globaler Ebene die Autobranche mit einem neuen Jahresrekord von 60 Millionen abgesetzten Fahrzeugen rechnet, sieht die Lage im Krisenland Italien düster aus. Die Autobauer erwarten, dass die Zahl der zugelassenen Autos bis Jahresende auf ein Rekordtief wie in den 1960er-Jahren fallen wird.
"Die verunsicherten italienischen Familien verzichten immer häufiger auf ein Auto. Die Zahl der Pkw auf den Straßen ist im ersten Halbjahr um 60.000 geschrumpft", kommentierte Jacques Bousquet, Präsident des Verbands ausländischer Autobauer Unrae. Bousquet warnte nach Angaben italienischer Medien, dass die Nachfrage nach neuen Autos im kommenden Jahr weiter sinken werde, sollte das Kabinett Monti keine stützenden Maßnahmen ergreifen.
Während die Zahl der zugelassenen Autos auf ein Rekordtief gesunken ist, hat die Krise einen Boom nach Fahrrädern ausgelöst. 2011 wurden in Italien 1,750 Millionen Fahrräder verkauft (>>>mehr dazu).
(APA)
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