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Händler-Fehler stürzt indischen Aktienmarkt ins Chaos

05.10.2012 | 15:02 |   (DiePresse.com)

Der indische Aktienindex Nifty stürzte blitzartig um 16 Prozent ab. Der Handel wurde automatisch gestoppt. Weltweit häufen sich Börsen-Pannen.

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Der Fehler eines Händlers hat dem indischen Aktienmarkt am Freitag eine Schrecksekunde beschert: Der Aktienindex Nifty stürzte blitzartig um 16 Prozent auf 4888,20 Punkte ab. Der Handel wurde daraufhin automatisch gestoppt. Der Fehler wurde allerdings schnell ausgeräumt und am Ende schloss der Index nur mit einem Verlust von 0,7 Prozent.

Ausgelöst wurde das Chaos von 59 fehlerhaften Handelsaufträgen im Wert von 6,5 Milliarden Rupien (96,4 Mio. Euro), wie der Börsenbetreiber NSE mitteilte. Sie seien von einem einzelnen Handelsterminal eingegeben worden. Die Folgen waren verheerend: Anteilsscheine des größten nationalen Geldhauses, der State Bank of India, brachen um 14 Prozent ein, einzelne andere Titel sogar um mehr als 20 Prozent. Insgesamt seien umgerechnet 58 Milliarden Dollar an Börsenwert vorübergehend verschwunden, berichtete die Finanznachrichtenagentur Bloomberg.

Erinnerung an "Flash-Crash" wird wach

Die Panne in Indien weckt Erinnerungen unter anderem an den legendären "Flash-Crash" im Mai 2010, als der US-Leitindex Dow Jones innerhalb weniger Minuten um fast 1.000 Punkte eingebrochen war. 862 Mrd. Dollar (aktuell 666 Mrd. Euro) an Börsenwert verschwanden kurzzeitig von der Bildfläche.

In diesem Jahr häufen sich die Pannen an den Börsen weltweit. Allein im August gab es binnen weniger Tage in New York, Madrid und Tokio gleich drei große Handelsaussetzer. Der US-Börsenmakler Knight Capital häufte wegen einer Softwarepanne Anfang August einen Aktienberg im Milliardenwert zu aberwitzigen Preisen an und wurde erst durch das Einschreiten von Investoren gerettet.

Hochfrequenzhandel als Risiko

Nach den jüngsten Kapriolen dürfte auch der Hochfrequenzhandel weiter in die Kritik geraten. Er entwickelt sich nach Einschätzung von Experten zunehmend zum allgemeinen Risiko: Durch die automatisierten Kauforders in großem Stil können bestimmte Aufträge innerhalb von Millisekunden eine Art Computer-Herdentrieb mit gewaltigen Kursschwankungen auslösen.

Der Turbo-Handel hat in den vergangenen Jahren enorm an Bedeutung gewonnen und macht offiziellen Schätzungen zufolge auch in Deutschland bereits rund 40 Prozent des Handelsvolumens aus. Es sind gewaltige Summen im Spiel - auf der elektronischen Handelsplattform Xetra der Deutschen Börse werden derzeit jeden Tag allein Dax-Aktien im Volumen von etwa drei Milliarden Euro gehandelt.

In Indien startet dritte Börse

In Indien teilen sich bisher zwei große Börsen den Markt auf. Die National Stock Exchange of India, an der die Probleme am Freitag auftraten, wickelt mehr als 90 Prozent des Derivate- und 75 Prozent des Aktienhandels im Land ab. In etwa einem Monat soll jedoch ein dritter Wettbewerber starten.

(APA/dpa)

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3 Kommentare
Gast: Hans im Glück
05.10.2012 22:36
0 0

Alle sollten unter gleichen Bedingungen handeln.

Bis ich eine Order durch habe vergeht mindestens eine Minute.

Ich finde es krank wenn Maschinen handeln.


1 0

Das Ganze ist

einfach nur krank, Geldverdienen scheint nicht mehr mit Arbeit oder Leistung in Verbindung zu stehen. Weit hammas gebracht!

Gast: Halbwissen
05.10.2012 17:30
0 0

Ich hoffe es wurden alle ausgestoppt !

Und ich hoffe sie bekommen keinen Schadenersatz was nämlich eine Frechheit wäre.

Denn stop loss heißt, verkaufen egal zu welchem Kurs. Und dies sollte dann auch so sein.

Hobbyökonom