Um eine weitere Verschärfung der CO2-Grenzwerte nach 2020 müsse sich die Autoindustrie nicht sorgen. Das ist laut einem Bericht der "Süddeutsche Zeitung" der Tenor eines Briefes, den der deutsche EU-Energiekommissar Günther Oettinger an VW-Chef Winterkorn richtete - "mit freundlichen Grüßen aus Brüssel nach Wolfsburg". Im zweiseitigen Schreiben erklärt Oettinger laut dem Medienbericht, dass sich Winterkorn nicht mehr um neue, verbindliche Grenzwerte für den Ausstoß von Kohlendioxid für Autos nach 2020 sorgen müsse. Dank des Engagements könne "die Diskussion über unsere CO2-Politik für Pkws nach 2020 ergebnisoffen geführt werden".
Oettingers Brief ist die Antwort auf eine Bitte Winterkorns, darauf zu achten, dass der VW-Konzern in der aktuellen Gesetzgebung nicht schlechter gestellt werde als die Konkurrenz - die etwa kleinere Autos baut, die zwangsläufig weniger Kohlendioxid pro gefahrenem Kilometer ausstoßen.
Größere sollten an Effizienz zulegen
Winterkorns Bitte stammt dem Bericht zufolge vom 5. Juli. Am 11. Juli verabschiedete die Kommission ihren "Entwurf von Verordnungen zur Novellierung der Verordnungen 520/2011 und 443/2009 zu CO2-Emissionen aus Lieferwagen und Pkws".
Im Vorschlag der EU-Kommission geht es darum, dass ab 2020 Neuwagen im Durchschnitt maximal 95 Gramm CO2 je Kilometer emittieren dürfen. Dieser Schnitt ergibt sich, indem größere Autos mehr und kleinere Autos weniger Kohlendioxid ausstoßen. Die EU will nun aber, dass größere in Relation zu kleineren stärker an Effizienz zulegen. Wie "Die Presse" bereits im Juli berichtete, regt sich in Deutschland Widerstand dagegen.
(Red.)
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