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Die Target-Falle: Der gefährliche Fehler im Euro-System

15.10.2012 | 10:56 |  Von Peter Huber (DiePresse.com)

Der deutsche Ökonom Hans-Werner Sinn warnt vor den sogenannten Target-Krediten. Diese würden die offiziellen Rettungskredite in den Schatten stellen. Das sei alles nur ein Mythos, sagen Kritiker.

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Heute bezeichnet es der deutsche Ökonom Hans-Werner Sinn als den Beginn einer "richtigen Detektivarbeit". Ende 2010 machte ihn der ehemalige deutsche Bundesbank-Chef Helmut Schlesinger auf mysteriöse Posten in der Statistik der Bundesbank aufmerksam: Dort tauchten Forderungen an andere Notenbanken in der Höhe von mehr als 300 Milliarden Euro auf. "Am Anfang hatte ich ja auch nur diese Zahl und wusste nicht so recht, was sie bedeutet", erinnerte er sich im Gespräch mit "Spiegel Online" daran. Zudem tat die Bundesbank die sogenannten Target-Salden als irrelevant ab. Bis heute muss sich der ifo-Chef manchmal wie Don Quijote, der verzweifelt gegen die Windmühlen kämpfte, fühlen. Denn seine Ergebnisse wurden und werden von vielen Notenbanken und Ökonomen heruntergespielt.

Doch wer Sinn kennt, weiß, dass er hartnäckig sein kann. Und deshalb hat er nun ein Buch mit dem griffigen Titel "Die Target-Falle" zu dem Thema geschrieben. Darin spricht er Klartext: Die Target-Kredite stellen die offiziellen Rettungskredite in den Schatten. Solange die Währungsunion erhalten bleibt, ist das kein Problem. Doch sobald ein Land austritt, oder die Eurozone überhaupt zerfällt, sieht das schon ganz anders aus.

Ein Fehler im System

Das Problem: Die Europäische Zentralbank hat 31 Milliarden Euro Eigenkapital. "Wenn der Euro zerbricht, werden sich Deutschland, Finnland, Österreich, Luxemburg und die Niederlande, die insgesamt etwa 1000 Milliarden Euro an Target-Forderungen haben, um diese 31 Milliarden Euro streiten", sagte Sinn im "Welt am Sonntag"-Interview anlässlich der Veröffentlichung des Buches.

Allein die Target-Forderungen der deutschen Bundesbank haben sich bis Juni 2012 auf 727 Milliarden Euro summiert. Rechtlich gibt es keine Möglichkeit, das Geld bei den anderen Ländern, die Verpflichtungen gegenüber der EZB haben, einzutreiben. Sinn spricht in diesem Zusammenhang von einem "Konstruktionsfehler". Da ist es auch wenig tröstlich, dass der Target-Kredit ursprünglich nicht beabsichtigt war. Denn das Target-System sollte nur dem "Clearing" - der Verrechnung der Finanzströme - dienen, ohne dass es zu einer Kreditgewährung kommt. Die Kredite sollten täglich glattgestellt werden.

Target wurde nach Finanzkrise zu Problem

Bis zur Finanzkrise waren die Target-Salden kein Thema. Dann versiegte allerdings der private Kapitalzufluss in den Krisenländern Griechenland, Irland, Italien, Portugal und Spanien. Die Folge: Seit Beginn 2007 stieg das Volumen der Refinanzierungskredite zur Eigenversorgung in den europäischen Krisenländern von 79 auf 866 Milliarden Euro im Mai 2012. Mit anderen Worten: Die Zentralbanken haben faktisch die Kapitalversorgung für die Geschäftsbanken übernommen. "Die Selbstbedienung mit der Notenpresse fand in einem Ausmaß statt, das atemberaubend ist", schreibt dazu Sinn. Strafen brauchten die Länder nicht zu befürchten, "denn was sie taten, war ja völlig legal". Schließlich hatten sie sich das Gelddrucken selbst im Zentralbankrat genehmigt.

Was ist Target?
Target ist der Name des 1999 ins Leben gerufenen Zahlungssystems der Euro-Zentralbanken, über das die internationalen Zahlungen zwischen Banken im Euroraum abgewickelt werden. Das Target-System transferiert und misst die grenzüberschreitenden Geldüberweisungen zwischen den nationalen Notenbanken der Euroländer.

Bei den Target-Salden handelt es sich um einen Überlauf an Zentralbankkrediten über jenes Maß hinaus, das der Geldversorgung im Inneren eines Landes dient. Dass es zu diesem Überlauf an Liquidität kam, ist das unmittelbare Ergebnis des gesunkenen Standards jener Papiere, die Banken bei den Zentralbanken für Refinanzierungskredite hinterlegen müssen.

Von der EZB gibt es bis heute keine zusammenfassende Statistik zu den Target-Salden. Diese werden aus den Bilanzen der nationalen Notenbanken und Daten des IWF berechnet.

Sinn warnt vor der Illusion, dass die Salden in Kürze von selbst verschwinden, weil die Krise wieder abklingen werde. "Solange die Niedrigzinskonkurrenz für den Interbankenmarkt durch die Notenpresse nicht abgestellt wird, werden die Salden immer weiter wachsen, es sei denn, sie werden durch andere Rettungskredite innerhalb und außerhalb der EZB ersetzt", schreibt der Ökonom. Er fasst das wahre Problem der Target-Salden folgendermaßen zusammen: "Das EZB-System gab den Krisenländern die goldene Kreditkarte mit einem unbegrenzten Überziehungskredit, und damit dieser Kredit nicht in Anspruch genommen und bereits bestehender vielleicht sogar zurückgezahlt wird, muss die Platin-Karte her. Die Möglichkeit, sich Güter und Vermögenswerte in Deutschland auf Pump zu besorgen, indem man einfach nur bei der Bundesbank anschreiben lässt, erzeugt eine verhängnisvolle Pfadabhängigkeit der Politik, die in jeder Krise zu neuen Konzessionen gegenüber den Krisenländern zwingt."

Warnung vor Banklizenz für ESM

Sinn warnt zudem vor einer Banklizenz für den ESM. Tatsächlich könnte sich dann auch der ESM die nötigen Mittel direkt über Refinanzierungskredite bei der EZB besorgen. Die Folge: "Für die Krisenländer entsteht nun kein Target-Saldo mehr, weil ja Geld vom ESM kommt, das für Käufe von Gütern und Wertobjekten sowie für die Schuldentilgung wieder an andere Länder abgegeben wird. Dafür hat nun der ESM selbst einen negativen Target-Saldo." Für die deutsche Bundesbank und Co. würde sich jedoch nichts ändern. Sie würden weiterhin Target-Forderungen aufbauen, die wohl ebenfalls beim Zerbrechen der Eurozone ihre rechtliche Grundlage verlieren würden.

Der ESM drohe demnach die Target-Maschinerie weiter auszudehnen und "immer mehr Ersparnisse der Deutschen in bloße Ausgleichsforderungen der Bundesbank gegen die EZB" zu verwandeln, die "im Falle des Zusammenbrechens des Euro verloren wären und auch so eigentlich nicht viel wert sind, weil sie keinerlei reale Zinsen bringen". Ließe man das zu, würde die Target-Falle endgültig zuschnappen.

Ausweg: Vorbild USA

Sinn will aber nicht nur Probleme, sondern auch Lösungen aufzeigen. Er weist deshalb auf die Struktur des amerikanischen Geldsystems hin. Diese sei mit dem Eurosystem durchaus vergleichbar, schreibt der Ökonom. Gibt es in der Eurozone zwölf nationale Notenbanken, sind es im US-System 17 unabhängige Distrikt-Notenbanken ("Feds"). Die zentrale Fed sitzt in Washington, D.C. Im US-System konnten Salden aber nie entstehen, "weil die privaten Banken immer argwöhnisch darauf geschaut haben, dass im Zahlungsverkehr keine ungedeckten Kreditpositionen aufgebaut wurden".

Zwar ist es auch in den USA möglich, dass eine Distrikt-Notenbank mehr Geld druckt, als für die Geldzirkulation benötigt wird. "Anders als in Europa bleibt die Schuld in den USA aber nicht stehen und baut sich von Jahr zu Jahr weiter auf, sondern wird im April eines jeden Jahres getilgt", schreibt Sinn. Sein Fazit fällt nicht ganz ohne Häme aus: "Nur in Europa können sich die Einwohner einer Region das Geld nach Belieben aus der Notenpresse ziehen, um anderswo einzukaufen und dann zu einem Zins von derzeit 0,75 Prozent anschreiben lassen. In den USA kann man nicht anschreiben lassen. Dort muss man stattdessen echte, marktfähige Wertpapiere abtreten, die mit sechs Prozent verzinst sind". Mit anderen Worten: Man darf den Märkten nie die Möglichkeit nehmen, das eingesetzt Geld zu verlieren.

Deutschland auf verlorenem Posten?

Sinn ist überzeugt, dass die unbegrenzte Verfügbarkeit der Target-Kredite "der zentrale Konstruktionsfehler des Eurosystems" ist. Wenn man diesen nicht beseitige, werde das Eurosystem am Ende auseinanderbrechen. Er empfiehlt der EZB daher, die Politik der niedrigen Sicherheitsstandards für Refinanzierungskredite zu beenden: Tatsächlich haben die nationalen Zentralbanken seit Dezember 2011 die Möglichkeit, Forderungen auf die Rückzahlung normaler Unternehmenskredite als Sicherheiten zu akzeptieren.

Der Ökonom sieht Deutschland gefordert, obwohl er zugibt, dass "eine Lösung innerhalb des bestehenden EZB-Systems offenkundig nicht möglich ist", solange Länder, die von den Target-Salden profitieren, die Mehrheit im EZB-Rat haben. Er denkt deshalb noch weiter: Über den zeitweiligen Austritt von Ländern aus der Eurozone.

Griechen-Austritt kommt billiger

Sinn hat daher auch ausgerechnet, was ein Konkurs Griechenlands kosten würde. Sein Ergebnis: Ein Konkurs mit einem gleichzeitigen Austritt Griechenlands aus der Eurozone käme Deutschland günstiger (84,1 Mrd. Euro) als eine Griechen-Pleite, bei der Athen in der Eurozone bleibt (87,2 Mrd. Euro). Der Vorteil eines Austritts sei für die Gläubiger-Länder aber in Wahrheit noch viel größer, als es die Rechnung zum Ausdruck bringe.

Denn wenn Griechenland in der Eurozone bleibe, würden immer mehr Hilfskredite fließen, um den Konkurs zu verhindern und die fehlende Wettbewerbsfähigkeit des Landes auszugleichen. "Das verhindert die Verluste zunächst scheinbar, weil man sie noch nicht zeigen muss, doch in Wahrheit wachsen sie um die Hilfen mit jedem Jahr, das ins Land streicht", so Sinn. Er ist der Überzeugung, dass nur ein Austritt mit einer Abwertung Griechenland helfen könne. Und er könnte einen positiven Ansteckungseffekt haben: "Sollte sich nämlich zeigen, dass Griechenland durch einen Euroaustritt und eine Abwertung wieder zu neuem Wachstum zurückkehrt, wird das nicht ohne Wirkung auf die anderen Krisenländer bleiben", ist er überzeugt. "Sie werden dann auch aus dem Euro austreten wollen, um die Erfolge Griechenlands zu kopieren."

Alles nur ein Mythos?

Auf den ersten Blick ist "Die Target-Falle" ein lehrreiches Buch über die Schwächen des Eurosystems. Wer die 400 Seiten Target-Problematik absolviert hat, fragt sich aber auch zwangsläufig, warum außer Sinn niemand auf die Gefahren aufmerksam wurde. Namhafte Ökonomen wie Peter Burgold und Sebastian Voll sprechen im Zusammenhang mit Target sogar von einem "Mythos". "Die Salden sind keine echten Kredite und sollten nicht als solche betrachtet werden", schreiben die Beiden. Die Vorwürfe gegen das Zahlungssystem seien haltlos und würden auf unzutreffenden Argumenten beruhen.

Buchtipp: Hans-Werner Sinn: Die Target-Falle

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76 Kommentare
Gast: Halbwissen
15.10.2012 14:45
0 4

Um wie viel würde der Euro bei einem Austritt Gr. aufwerten ?

Und welchen Wechselkurs braucht Spanien um zu überleben ?

Gast: Nikolaus mit der Rute
15.10.2012 14:33
0 4

Da wackelt der Osterhase mit den Ohren

Also wenn ich es richtig verstehe ist dieses "clearing" wie der Überziehungsrahmen beim Girokunden Hinz. Würde mich interessieren, wer den Finger drauf hat und wer die Grösse des Rahmens festlegt. Und wer aller gezielt oder aus Opportunismus, Blöd - oder Faulheit wegschaut.

Antworten Gast: gast45
15.10.2012 16:14
2 3

Re: Da wackelt der Osterhase mit den Ohren

sie erwarten zuviel von den damen und herren wirtschaftslaiendarstellern im parlament ...
weder wissen sie was ein überziehungsrahmen ist, noch warum es schlecht ist, wenn er zu hoch ist.

wichtig sind parkpickerln, der werner, der berlakowitch usw. usw. sind unschuldig und natürlich das für die arbeitervertreter jedes monat pünktlich das gehalt jenseits der 15000 euro überwiesen wird .

siind ja eh nur 1.000.000.000.000 euro. ist in den letzen paar jahren halt der tausender punkt um drei stellen weitergerutscht .. also wegen so was lässt sich so ein apparatschik aber wirklich nicht aus der ruhe bringen :-)

25 3

Hans Werner Sinn

hat mein vollstes Vertrauen; ganz im Gegensatz zu diesen EU-Schwätzern, die diesen Kontinent durch eine völlig unverantwortliche Schuldenpolitik, durch fortlaufendes Brechen gültiger Verträge und durch das Schaffen von autoritären Strukturen an den Rand eines Bürgerkrieges bringen und sich nun auch noch mit einem aberwitzigen "Friedensnobelpreis" in völlig unberechtigter Art und Weise brüsten.

1 7

Re: Hans Werner Sinn

Nicht die "EU-Schwätzer" haben diesen Kontinent "durch eine völlig unverantwortliche Schuldenpolitik" ruiniert, sondern die Schwätzer in den NATIONALEN PARLAMENTEN.

Sie betreiben hier Kindesweglegung und haben den Applaus der übrigen Ahnungslosen!

Gast: Geld
15.10.2012 14:17
3 1

Merkel größter Fehler

... und die riesigen Banken kommen natürlich gleich danach.


Es gibt Unruhen,

... bürgerkriegsähnliche Zustände, lt. Medien auch schon beginnende oder tatsächliche Armut, die es vor 10 Jahren nicht gab.
Aber jede Kritik ist "haltlos".

Sinn gibt dem Unsinn ein Sinn!

Nach den Target-Krediten sind alle EU-Staaten schon pleite! Die EU ist also eine Illision!

Gast: Rabiatperle
15.10.2012 13:38
2 3

was auffällt

Zitat
"Wenn der Euro zerbricht, werden sich Deutschland, Finnland, Österreich, Luxemburg und die Niederlande, die insgesamt etwa 1000 Milliarden Euro an Target-Forderungen haben, um diese 31 Milliarden Euro streiten",
---------------------
Irrt sich vielleicht Hr. Sinn, was Österreich betrifft?

http://de.wikipedia.org/wiki/TARGET2
" target="_blank">http://de.wikipedia.org/wiki/TARGET2


Demnach sind wir im Minus, es geisterte auch mal was von minus 70 Milliarden durchs Netz, und dass nur für Österreich keine aktualisierten Zahlen vorliegen, lässt nichts Gutes ahnen.

0 0

Richtig!


Antworten Gast: Fprester
15.10.2012 17:29
0 0

Re: was auffällt

Der Negativsaldo der Target2-Bilanz für Österreich hat mich auch überrascht, da Österreich ja eine positive Leistungsbilanz ausweist. Negative Target2-Salden entsehen im Wesentlichen durch Leistungsbilanzmanko und Kapitalabfluss. Der Traget2-Saldo betrug Ende 2011 -69 Mrd. Euro und Ende März 2012 -38 Mrd. Euro. Auffalend sind auch die markanten Auf- und Abbewegungen.

Wie bereits gesagt, weist Österreich einen Positiven Leistungsbilanz aus, und einen grösseren Kapitalabfluss kann ich mir auch nicht vorstellen. Irgendwie passt da etwas nicht zusammen.

Antworten Gast: Fprester
15.10.2012 17:24
0 0

Re: was auffällt

Der Negativsaldo Österreichs f Target2 hat mich auch überrascht, da Österreich ja einen eine positive Leistungsbilanz ausweist. Ende 2011 stand der Saldo bei -69 Mrd. Euro und Ende März 2012 bei -38 Mrd. Euro. Negative Target2-Salden entstehen bei Leistungsbilanzmanko und bei Kapitalabfluss ins Ausland. Wie schon gesagt, weist Österreich einen positiven Leistungsbilanzübeschuss aus und grosse Kapitalabflüsse kann ich mir nicht vorstellen. Irgend etwas passt da nicht zusammen.

Re: Re: was auffällt

Vor Kurzem war zu lesen:
Enormer Kapitalabfluß aus Europa nach USA und Asien.
Die Anleger haben Angst vor der Eurokrise und suchen sichere Plätze für ihr Geld.

ZB Die Schweiz hat doch das von Fekter so vielgepriesene Steuerabkommen unterzeichnet.
Schweizer Banken haben neue Banken in Singapore gegründet und überweisen das Geld der Steuerflüchtlinge dort hin: Weil diese Banken nicht in der Schweiz liegen, aber der Schweiz gehören, so ist das Geld dort "sicher" und muß nicht an Österreich gemeldet werden:

5 3

echte und unechte Kredite bei der Zentralbank ?

Wäre schon, wenn die Zentralbanken weniger Schummeln würden und klar verständliche Bilanzen hätten. Klarer Wesie sollten nur echte Kredite in den Bankbilanzen aufscheinen.

Echte Schilling statt Schummel-EUROs
R. Marschall, Parteiobmann
http://www.euaustrittspartei.at/

0 0

Re: echte und unechte Kredite bei der Zentralbank ?

Hier schreibt ein ganz großer österreichischer Ökonom!

Erst hinreißend erfolgreicher Gründer des revolutionären Mobilfunkbetreibers TriCoTel, dann bei Star Telecom, dann Schutzheiliger der Mobilfunkgegner mit eigenem Verband, sodann aussichtsreichster aber von den intellektuell weitgehend unterlegenen Entscheidungsträgern verkannter Bewerber um die Funktion des Geschäftsführers der Rundfunk und Telekom-Regulierungsbehörde undsoweiter undsoweiter ...


Dieses Buch "Die Target Falle"


von Hans-Werner Sinn (Hanser Verlag) werde ich demnächst lesen. Ein Muss-Buch und gut investierte 19,90 Euro.

was ist hier neu?

das hat doch Sarrazin schon in seinem letzten Buch beschrieben. Die Banken des ClubMeds stehen indirekt über die EZB bei der Bundsbank mit über 1ooo Mrd. in der Kreide.

Gast: NocheinParteiloser
15.10.2012 13:10
11 2

Dieser Euro kann keine Zukunft haben, diese EU auch nicht!

Dieser Euro wird an Schulden ersticken müssen, weil ungedeckte Währungen immer nur durch die laufende volkswirtschaftlichen Leistungen gedeckt sind. In der Eurozone ist aber die real erbrachte Leistung schon gesunken, die Geldmenge aber stark erhöht worden. Dem Euro ist also schon in wesentlichen Teilen die Deckung abhanden gekommen. Die gewaltigen Disbalacen, wie bei der Target Forderungen auch sichtbar, die werden die Währung weiter aushöhlen müssen.

Währungen starten auch immer schnell in deren Existenz, das Sterben geht sehr langsam. Wird wohl noch einige Jahre dauern bis der Euro in die Annalen eingeht.

Diese EU besteht auch immer mehr aus riesigen geschützten Bereichen und einem Förder- und Frühpensionswahnsinn.

Die riesigen geschützten Bereiche sind Planwirtschaften, welche sich immer mehr zu Mangelwirtschaften entwickeln, genauso wie es in den Comecon Länder zu beobachten war. Die Daten zur realen Produktion, zur realen Bauleistung, zeigen diesen Trend auch schon seit dem Jahr 2000 sehr deutlich. Neben dem Währungsproblem kommt auf diese EU auch ein immer größeres Leistungsproblem zu. Diese EU wird daran am Ende auch verrecken, genauso wie die Planwirtschaften in den Comecon Ländern am Leistungsmangel verreckt sind.

Wahrscheinlich wird es Frankreich sein, welches den Euro in die Luft jagen wird, die EU gleich mit dazu.

Gast: sinnmachtsinn
15.10.2012 13:09
7 2

es hat einfach sinn was sinn sagt und berechnet; nur leider wollen die banken/finanzmärkte und linken/sozialisten/europolitiker soviel wie möglich aus den eu völkern/Arbeitnehmern/staatlichen pensionen wie sie nur können,herauslösen; - bis zum zusammenbruch; erst danach kann man wieder sinnvoll politik für die bürger/menschen machen;


Gast: PÖHSE
15.10.2012 13:03
10 2

Ware für Luft IST wohl bedenklich...


und um nichts anderes handelt es sich bei den -Target-salden .

Letztlich zahlen die österreichischen, deutschen, niederländischen Steuerzahler ihren jeweiligen Exportbetrieben die exportierten Waren, weil die Empfängerländer flach wie die Puszta sind .
Ein schönes Beispiel für 'Eurobba' .

0 1

Re: Ware für Luft IST wohl bedenklich...

"Letztlich zahlen die österreichischen, deutschen, niederländischen Steuerzahler ihren jeweiligen Exportbetrieben die exportierten Waren,..."

Na dann kaufen´s einen von Deutschland nach Griechenland exportierten BMW und hoffen´s darauf, dass den der deutsche Steuerzahler bezahlt. So günstig kommen´s nie mehr zu einem Auto!


Re: Re: Ware für Luft IST wohl bedenklich...

Da müßten sie bei einer griechischen Bank einen Kredit bekommen und sich als Grieche ausgeben der keinen Cent besitzt.

0 0

Re: Re: Re: Ware für Luft IST wohl bedenklich...

Dann bekommen Sie nicht einmal in Griechenland ein Auto und schon gar keinen BMW!

Gast: Warum.
15.10.2012 12:43
0 2

Warum

Warum erklärt in dem Artikel niemand was INSM ist und was Sinn damit zu schaffen hat. INSM ist so sozial wie eine andere Bewegung in den 30&40 Jahren sozialistisch war...

18 2

Mythos ist

Daß ohne Euro Europa scheitert. Sinn hat wie immer 100% Recht. Er hat alles so gesehen wie es gekommen ist.

Antworten Gast: zetto
15.10.2012 15:47
2 1

Re: Mythos ist

Sinds mir nicht bös, aber Sinn hat schon oft geirrt.
Er vertritt ja auch die Ansicht, dass die Manager grosso modo gar nichts dafür können, sondern nur sündenböcke sind.

Gast: Halbwissen
15.10.2012 12:14
1 13

Der soll keinen Unsinn erzählen !

Die Deutschen sind die Besten, einfach unfehlbar ! Aus, Punkt, Ende !

Die sind so genau und fleissig das sie niemals solche Fehler machen würden.
Dann wären sie ja Pleite wenn sie die Forderungen in den Wind schreiben müssten.

Gast: trader1
15.10.2012 12:01
5 2

interessant

wenn der artikel stimmt, dann sind die target salden die unrealisierten verluste die durch das übernehmen diverser schrottpapierln entstanden sind ....
sehr nützliche information .... merci ....

Die Presse fragt sich, warum keiner außer Sinn das sieht?

1. Die die es sehen bekommen keine mediale Plattform. Prof. Sinn kann man nicht mehr übergehen, das ist der Politik entglitten.
2. Opportunisten hoffen auf einen Platz an der Sonne
3. Feigheit und Dummheit
4. Lemmingverhalten im Mainstream

Warum sich politisch nichts bewegt, obwohl dieses Missverhältnis da ist?

1. Schuldner haben in der EZB die Mehrheit
2. viele Politiker müssten ihren Sessel abgeben
3. Bequemlichkeit in der Not auf Kosten anderer, wer will das nicht?


Antworten Gast: Rette sich wer kann!
15.10.2012 12:10
7 2

Re: Die Presse fragt sich, warum keiner außer Sinn das sieht?

Hans Werner Sinn im n-tv Interview:
Der Euro ist kaputt!

http://www.n-tv.de/mediathek/videos/wirtschaft/Der-Euro-ist-kaputt-article7458066.html

14 2

Unrichtig

Es stimmt nicht, daß sonst niemand auf die Gefahr hingewiesen hat. Thilo Sarrazin schlägt in seinem Buch "Europa braucht den Euro nicht" in dieselbe Kerbe ein. Das Target-System ist ähnlich beschrieben und als riesiges Konstrktionsfehler des Euro erkannt worden.

1 2

Re: Unrichtig

Sarrazin wird nicht ernstgenommen, leider. Er hat zu viele Ausflüge in die Rassenkunde gemacht. Stronach wird auch als Populist hingestellt. Wir brauchen nur zu warten bis in Brüssel alle verstritten sind. Damit hätte sich das "Zeitgewinnen" der Frau Merkel gelohnt.

0 0

Re: Re: Unrichtig

Von wem wird Sarrazin nicht ernst genommen? Ich bin mit dem Ausdruck "Ausflüge in die Rassenkunde" ganz und gar nicht einverstanden. Sie interpretieren sein Buch "Deutschland schafft sich ab" einseitig, indem Sie nur etwas Bestimmtes herauslesen, meines Erachtens etwa 10% vom Inhalt. Das erwähnte Buch ist eigentlich als wirtschaftlich gemeint, geschrieben und auch gelungen.

Gast: machen wir es transparent
15.10.2012 11:35
14 3

blanzierung für anfänger ..

Das Problem: Die Europäische Zentralbank hat 31 Milliarden Euro Eigenkapital. "Wenn der Euro zerbricht, werden sich Deutschland, Finnland, Österreich, Luxemburg und die Niederlande, die insgesamt etwa 1000 Milliarden Euro an Target-Forderungen haben, um diese 31 Milliarden Euro streiten"

es handelt sich also um eine bilanzsumme von 1000 Miliarden bei einem mickymaus eigenkapital von 31 Milliarden euro .. also um eine eigenkapitalquote von gerade mal 3,1 % ... eine solche firma ist nicht kreditwürdig .....
seht ihr ein problem liebe esm befürworter ?
ach so, .. ihr seid ja nur gewählt, und braucht deshalb keine bilanz lesen können .....

0 0

Re: blanzierung für anfänger ..

Seien Sie einmal ganz transparent und sagen Sie mir, was die Target2 Salden mit dem Eigenkapital der EZB zu tun haben sollen!

0 0

Re: blanzierung für anfänger ..

Sie werden sich das Aliquot teilen und den Rest abschreiben, was sonst?

Antworten Antworten Gast: machen wir es transparent
15.10.2012 13:37
0 2

Re: Re: blanzierung für anfänger ..

spannend wird es wenn es mit dem abschreiben los geht ..
wissens eh ... wirklich unangenehm beim abstürzen ist es ja erst, wenn man bodenkontakt bekommt :-)

Vielleicht eine kleine Ergänzung zum letzten Absatz

Das Papier von Burgold/Voll ist ja schon länger bekannt. Ich würde den beiden auch Glauben schenken, wenn irgendwo auf den 40 Seiten auch nur ansatzweise erklärt würde, auf welcher rechtlichen Basis die unbestrittenen Target-Forderungen ausgeglichen werden.
Wird es aber nicht. Die beiden gehen also davon aus, dass es sich um freiwillige Spenden handeln wird. Optimismus neu definiert.

0 1

Re: Vielleicht eine kleine Ergänzung zum letzten Absatz

Lesen´s ganz einfach die Seite 8 aus dem Workingpaper:
III. Die Klassifizierung von TARGET2-Salden als Kredit!
"Aufgrund ihrer rechtlichen Selbständigkeit unterhalten die NZB zudem untereinander Geschäftsbeziehungen, die in TARGET2
zum Ausdruck kommen können. Dabei handelt es sich allerdings NICHT UM KREDITBEZIEHUNGEN, SONDERN UM BUCHUNGSVORGÄNGE aus einem internen Kontenverhältnis."

Im nächsten Absatz:

"Die Existenz der TARGET2-Salden liegt allein in der Konstruktion der Europäischen Währungsunion begründet. Wäre das Eurosystem als monolithische Einheit ohne rechtliche Selbständigkeit der einzelnen NZB aufgebaut, würden diese Salden nicht entstehen."


Antworten Antworten Gast: machen wir es transparent
15.10.2012 16:26
1 2

Re: Re: Vielleicht eine kleine Ergänzung zum letzten Absatz

.. monolithisch würde bedeuten:
1) einheitliches steuersystem
2) einheitliches pensionsanstrittsalter
3) einheitliche währung (ach ja, haben wir)
4) gemeinsame schulden ...
5) im endergebniss also die aufgabe der nationalstaaten .

wer will das ? .. keiner .. und drum eiern sie alle herum und versuchen die leute mit tricks (alternativlos :-) dazu zu bringen, genau dem zuzustimmen ..

wie ein geschäftsführer, der ohne genehmigung der eigentümer ((in dem fall der bürger), die firma gegen die wand gefahren hat, und im nachhinein versucht die protokolle zu fälschen, damit er nicht in den häfen geht ....

0 1

Re: Re: Re: Vielleicht eine kleine Ergänzung zum letzten Absatz

Sie machen es wirklich transparent, dass Sie keine Ahnung haben!
Was bitte soll ein ZAHLUNGSVERKEHRSSYSTEM (das ist Target2) mit einem einheitlichen Steuersystem, oder gar mit einem einheitlichen Pensionsalter zu tun haben?
Das Eurosystem ist KEINE "MONOLITHISCHE EINHEIT", weil es neben der EZB auch noch NATIONALE ZENTRALBANKEN hat.

Also das ganze hat mit Ihrem Unsinn absolut nichts zu tun !

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: machen wir es transparent
15.10.2012 18:36
0 1

Re: Re: Re: Re: Vielleicht eine kleine Ergänzung zum letzten Absatz

na gut .. nochmals von vorne :
wäre es nur ein zahlungssystem, dann wären die salden fast auf null.
das sind sie aber nicht, also ist es was anderes, nämlich kredtgewährung ..
auf deutsch, die lügen wenn sie sagen, target 2 ist nur ein zahlungssystem
.. und damit das werkel nicht explodiert, müssen sie die schulden (sprich target 2 salden) irgendwann streichen .. und wie ?
sie eliminieren die selbstständigkeit der nationalstaaten, damit die keine rückzahlung der schulden fordern .. .. drum das ganze tam tam um gemeinsame schulden, gemeinsame aufsicht, mehr europa, einheitliche steuer und pensionssysteme usw. usw. usw.


0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Vielleicht eine kleine Ergänzung zum letzten Absatz

Sie müssen sich nicht jedesmal so fürchterlich blamieren!
Meine "Lügen" werden sogar von WIKIPEDIA bestätigt:
"TARGET2 (Trans-European Automated Real-time Gross Settlement Express Transfer System) ist die zweite Generation des Zahlungsverkehrssystems TARGET."

Und wenn Sie jetzt auch noch die Deutsche Bundesbank als Lügner bezeichnen wollen? Bitteschön:
"TARGET2 ist ein Zahlungsverkehrssystem, über das nationale und grenzüberschreitende Zahlungen in Zentralbankgeld schnell und endgültig abgewickelt werden. Über TARGET2 fließen pro Tag im Durchschnitt rund 350.000 Zahlungen im Wert von rund 2 ½ Billionen Euro. Das entspricht in etwa dem deutschen Bruttoinlandsprodukt. Während eines ganzen Jahres werden von TARGET2 knapp 90 Millionen Zahlungen in einem Gesamtwert von rund 600.000 Milliarden Euro abgewickelt. Diesen Transaktionen können ganz unterschiedliche Geschäfte zugrunde liegen. Denkbar sind unter anderem die Zahlung einer Warenlieferung, der Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers, die Gewährung oder Rückzahlung eines fälligen Darlehens, die Geldanlage bei einer Bank und vieles mehr."


Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: machen wir es transparent
16.10.2012 13:02
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Vielleicht eine kleine Ergänzung zum letzten Absatz

sie müssen das was sie lesen auch verstehen .. sonst kommen sie nicht drauf, wenn sie angelogen werden
.. nur die parteilinie auswendig runterbeten oder die wikikpedia zu zitieren ist zu wenig :-)

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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Vielleicht eine kleine Ergänzung zum letzten Absatz

Ich hätte nicht angenommen, dass 1 Satz aus WIKIPEDIA, bestehend aus 18 Wörtern für Sie noch zu hoch ist.

T´schuldigung, dass ich Sie so überfordert habe !!!

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: machen wir es transparent
16.10.2012 23:20
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Vielleicht eine kleine Ergänzung zum letzten Absatz

sind sie sicher, dass es 18 wörter sind ?
warum weiss ich, wass als nächstes passiert :-):-)?

Re: Re: Vielleicht eine kleine Ergänzung zum letzten Absatz

Dass es sich bei den T2-Salden nicht um einen Kredit im tech. Sinne handelt, ist soweit bekannt. Ändert aber nichts am Problem, dass die "Buchungsvorgänge" ausständig sind und bleiben (da nicht eingeplant).

0 0

Re: Re: Re: Vielleicht eine kleine Ergänzung zum letzten Absatz

"...bei den T2-Salden nicht um einen Kredit im tech. Sinne handelt, ist soweit bekannt."

Ihnen und mir vielleicht, nicht aber dem Prof. Sinn !!!

Lesen´s noch einmal den ersten Satz dieses Artikels:
"Der deutsche Ökonom Hans-Werner Sinn warnt vor den sogenannten TARGET-KREDITEN".

Gast: Hans im Glück
15.10.2012 11:19
6 3

Entspannen und Tee trinken...

Nach den Wahlen in USA kommt das Christkind und bringt uns den neuen, schuldenfreien Schilling.

Ohne Währungsreform bringt das Herumdoktern am EUR nichts.

Nur Schuldenfrei wird Europa durchstarten können.

1 3

Ein Glück dass bald Wahlen sind!

Es beißt sich die Katze in den Schwanz. Sie haben sich vom ESM die große Lösung erhofft. Nur Spanien will die Troika nicht, also nicht unterm ESM. Bankenaufsicht und vor Allem - Haftung wollen die Deutschen nicht. Die Franzosen wollen keinen Superstaat Europa. Den Griechen glaubt Niemand mehr was. Also zurück zum Binnenmarkt und gut ist.
Bei Italien gibt es Hoffnung, aber nur weil ein Fachmann alles in Ordnung bringt.

Hobbyökonom